05.03.2017  18:53 Uhr  Alter: 229 Tage
Von: Hartmut Gerlach

FSV Barleben 1911 – FC Einheit Rudolstadt 1:3 (0:2)

Vierter Auswärtssieg sorgt für Tabellenplatz mit historischer Dimension

Nach dem zweiten Auswärtssieg in Folge hat der FC Einheit in der Oberliga einen Platz in der Oberliga erreicht, der sicher später einmal in jedem Beitrag über die Vereinshistorie Erwähnung finden wird, selbst, wenn Verfolger Chemie Leipzig noch nicht das volle Programm absolviert hat. Den Dreier in Barleben, es war der vierte Auswärtssieg überhaupt, verdienten sich die Rudolstädter, so die übereinstimmende Meinung der Trainer, völlig verdient. Sowohl Holger Jähnisch als auch Mario Middendorf hatten dabei vor allem die starke erste Halbzeit der Grün-Gelben und auch die guten 25 Minuten vor dem Schlusszeichen vor Augen.

Nach kurzem Abtasten übernahm der Gast gegen die zunächst sehr defensiv eingestellten Hausherren die Initiative. Schon die erste Aktion Richtung FSV-Gehäuse hätte das 1:0 bringen können, aber Alexis Lenhard, der  Keeper von Barleben, kratzte einen Kopfball von Benjamin Bahner nach präziser Flanke von George Seturidze aus dem Winkel (6.). Das Heimteam war auf dem kleinen Kunstrasenplatz weiter auf Torverhinderung bedacht, wobei ein erster Schussversuch deutlich daneben ging (9.). Danach waren wieder die Einheit-Akteure am Drücker, doch Marco Riemer traf einen Ball nicht richtig (10.). 120 Sekunden darauf ein Klasseangriff der Rudolstädter, bei dem ein Verteidiger der Gastgeber gerade noch klären konnte.

Nachdem Riemer den ersten Eckball seiner Farben per Kopf nicht veredeln konnte (14), war kurz darf das erste Tor fällig. Mit aller seiner Routine zog Riemer einen Freistoß von der linken Außenlinie und überraschte damit den Torhüter von Barleben. Der konnte nur noch hinter der Linie klären, was der Assistent sofort anzeigte (17.). Drei Minuten darauf klingelte es erneut. Diesmal war eine Eingabe von links, die die FSV-Deckung nicht bereinigen konnte, der Ausgangspunkt. Das Leder kam zu Arne Reetz, der düpierte seinen Gegenspieler und traf aus sieben Metern ins kurze Eck (20.).

Mit vier Eckstößen in drei Minuten zeigten die Thüringer, dass sie das Ergebnis nicht nur verwalten wollten. Und so dauerte es bis zur 42. Minute, ehe auch Einheit-Schlussmann Max Bresemann erstmalig einen Arbeitsnachweis erbringen musste. Aber er boxte das Leder nach einem Freistoß resolut aus der Gefahrenzone. „Wir haben Geduld gehabt, auf dem doch recht kleinen Geläuf Fußball gespielt und viele kluge Bälle geschlagen“, hatte Holger Jähnisch beim Kabinengang kaum etwas auszusetzen an der Vorpausenleistung seiner Schützlinge.

Dass die Platzelf, die nach Ansicht ihres Trainers vor dem Wechsel nicht stattfand, im zweiten Durchgang versuchen würde, das Blatt noch zu wenden, war der Einheit klar. Doch sie ließ sich überraschen. Nach eigenem Angriff konterte der FSV blitzschnell und die Eingabe von der rechten Seite fand den freien Denny Piele, der aus kurzer Entfernung einnetzte (48.). Jetzt sei seine Mannschaft mutiger geworden und habe die Partie gegen eine Oberligaspitzenmannschaft ausgeglichen gestaltet, freute sich Middendorf über die offensichtliche Steigerung seines Teams. Hingegen war sein Trainerkollege aus Rudolstadt mit den 20 Minuten nach dem Seitentausch nicht zufrieden. „Wir haben die Begegnung in dieser Zeit etwas zu einfach genommen“, monierte Jähnisch. „Wir haben nach vorn mit Ausnahme des Schusses von Riemer (53.) kaum etwas in die Reihe bekommen, so dass Barleben mit einfachen Mittel mehrmals für Gefahr sorgen konnte.“ Der FC-Coach dachte dabei sicher an die Schüsse von Marcus Pauli (56.) und Kalkutschke (66.), die das Einheit-Tor jeweils knapp verfehlten.

Doch dann „berappelte“ sich der 45 Minuten klar dominierende Gast wieder. „Wir haben umgestellt und Wechsel vorgenommen, das hat geholfen“. Und so übernahm Rudolstadt wie vor der Pause wieder das Zepter und gestattete den weiterhin eifrig bemühten Gastgebern nur noch eine Chance, als Piele aus der Distanz abdrückte, aber in Bresemann seinen Meister fand (73.). Zuvor fehlte bei einer Eingabe von Reetz auf Miroslav Khvasta nicht viel (68.).

Zwölf Minuten vor dem Abpfiff des überzeugenden, unauffällig leitenden jungen Unparteiischen hatte Barleben Glück, dass das Torgestänge dem „Hammer“ von Bahner aus 28 Metern standhielt. Auch das Nachsetzen von Marco Pusch brachte keinen Erfolg. Danach standen Bahner (82., 83.) und Pusch (85.) vor erfolgreichen Abschlüssen, nutzten ihre Möglichkeiten aber nicht. Erst Khvasta machte den Deckel auf den Auswärtssieg „drauf“. Er setzte sich im Strafraum durch und überwand den guten Torwart von Barleben aus kurzer Entfernung (85.).

Die Statistik:

FSV Barleben:

Lenhard, Paulik (79. Fricke), Prinz, Falk, Otte, Göres, Behling, Piele, Spitzer (46. Ahlemann), Kalkutschke, Zimmer

FC Einheit:

Bresemann, Seturidze, Derbich, Grabinski, Güttich, Reetz (85. Rupprecht), Röppnack, Riemer, Schneider (65. Khvasta), Temel (75. Pusch), Bahner

Schiedsrichter: Justin Weigt (Zossen), Zuschauer: 149

Torfolge: 0:1 Riemer (17.), 0:2 Reetz (20.), 1:2 Piele (48.), 1:3 Khvasta (85.)