19.03.2017  17:58 Uhr  Alter: 190 Tage
Von: Hartmut Gerlach

SG Union Sandersdorf – FC Einheit Rudolstadt 2:0 (0:0)

Erneut eine bittere Niederlage für die Einheit

Die Niederlage für den FC Einheit in Sandersdorf, es war die zweite in Folge, hatte große Ähnlichkeit mit der gegen Wismut Gera: „Sie war, wie die letzte Woche, brutal bitter und unglücklich“, befand Holger Jähnisch nach einem Spiel, das erneut in der Schlussphase gegen seine Mannschaft entschieden wurde.

Die in der ersten Halbzeit chancenarme Partie begann für die Einheit mit drei langen Bällen, die ihre Adressaten aber nicht fanden. Der erste Schuss der Gastgeber war harmlos, aber schon der nächste Angriff der Unioner forderte Torhüter Max Bresemann. Er kratzte den 25-Meter-Schuss von Hoffmann aus dem Winkel (11.). Und auch die folgende Aktion gehörte Sandersdorf, aber Hoffmann verzog aus acht Metern, nachdem er gut von links mit einer flachen Eingabe in Szene gesetzt worden war (25.). Spätestens bei dieser Situation forderte Jähnisch von seiner Mannschaft, in der Miroslav Khvasta die Rolle des gesperrten Benjamin Bahner übernahm, mehr Bewegung im Mittelfeld. Doch das Spiel der Gäste wurde nicht wirklich besser. Immer wieder produzierten sie im Vorwärtsgang Fehlpässe, die die SG im heimischen Stadion zu Kontern nutzte, wobei sie die Räume des Kontrahenten dankbar annahm. Fast beschwörend mahnte Marco Riemer seinen Mitspieler, enger an den Leuten zu stehen.

Nach der zweiten Ecke für die diesmal in Blau antretenden Rudolstädter wurde es in Spielminute 25. erstmals auch im Strafraum der Hausherren gefährlich. Ein Schuss von Arne Reetz wurde abgeblockt und den Nachschuss sah den Union-Keeper auf dem Posten. Kurz danach bekam Union zwei Freistöße in verheißungsvollen Positionen zugesprochen, konnte daraus aber nichts machen. Und als erneut eine Eingabe in den Torraum der Rudolstädter segelte, faustete Bresemann sie energisch weg (32.). Danach pendelte sich das Match zwischen den Strafräumen ein. Die letzte Szene vor dem Wechsel gehörte dem Gast. Aber das Solo von Marco Pusch mit abschließendem Schuss aufs kurze Eck wurde vom Sandersdorfer Schlussmann zur Ecke abgewehrt.

Damit ging es in die Pause, aus der die Blauen mit wesentlich mehr Aktivität kamen. So bestimmte die Einheit die ersten 20 Minuten danach recht klar. „Aber wir haben uns nichts Zwingendes herausarbeiten können, weil wir unsere Angriffe nicht gut zu Ende gespielt haben“, legte Holger Jähnisch den Finger in die Wunde, wobei der Freistoß von Jakob Schneider etwas zu hoch angelegt war (57.) und ein Schuss von Arne Reetz nur am Außennetz landete (60.). Sein Trainerkollege Mike Sadlo, der vom selbstbewussten Auftreten seiner Schützlinge im ersten Durchgang angetan war, sah seine Elf nach dem Seitentausch mit zu wenig Entlastung. So war auch erst in der 66. Minute ein schneller Angriff der Sandersdorfer Richtung Bresemann-Kasten zu registrieren. „Wer soll denn hier ein Tor schießen?“, frage sich auch der Assistent auf der Seite des Verfassers und konnte mangels Beschäftigung danach als Sachse die Zwischenergebnisse aus der 2. und der Regionalliga entgegen nehmen.

Aber Mann mit dem Fähnchen sollte nicht Recht behalten. Eine Viertelstunde vor Schluss entschied der Unparteiische, dem es die Aktiven nicht schwer machten, bei einem Zweikampf zwischen Khvasta und einem Sandersdorfer, bei denen beide mit gestrecktem Bein zum Ball gingen, auf Freistoß für die Platzherren. Aus 20 Metern landete die Kugel in der Mauer, doch sie sprang zum Ausführenden zurück, wurde abgefälscht und landete somit unerreichbar für den FC-Torhüter im Netz. Für den Rudolstädter Trainer sorgte der Freistoßpfiff für Redebedarf. „Wenn er schon pfeift, dann für uns“, meinte er,

Unmittelbar danach (76.) bewahrte Bresemann seine Mannschaft bei einem Angriff, den er mit Fußabwehr parierte, vor dem zweiten Gegentor. Mit drei Wechseln und der Devise „alles nach vorn“, wollten die Thüringer das Blatt noch wenden und kamen auch zu einigen verheißungsvollen Momenten. Aber wie meist in diesem Spiel fehlte es an Genauigkeit oder die Verteidiger warfen sich in die Schüsse. Kurz vor Schluss verlor Christoph Grabinski den Ball, Stephan Eberhard lief allein auf Bresemann zu und vollendete (88.). In der Nachspielzeit war noch Ergebniskosmetik möglich, aber dem eingewechselten Vedat Temel wurde das Leder kurz vor der Torlinie noch vom Fuß gespitzelt.

„Das Tor nach der Standardsituation war der Dosenöffner“, sagte Sadlo und durfte sich über den dritten Dreier seiner Mannschaft hintereinander freuen. „Unsere Abschlussschwäche und Ungenauigkeit haben zur Niederlage geführt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass uns heute hier ein Tor gelingt“, lautete das Fazit von Holger Jähnisch.

Die Statistik:

SG Union Sandersdorf:

Herrmann, Alicke, Mustapha, Gängel, Lochmann, Ebert (90. Brenner), Cholewa (64. Eberhard), Breitkopf, Ronneburg, Wießner, Hoffmann (72. Jankunas)

FC Einheit Rudolstadt:

Bresemann, Seturidze, Grabinski, Derbich, Güttich, Röppnack, Reetz, Riemer, Pusch (75. Rupprecht), Schneider (75. Demel), Khvasta (85. Nitsch)

Schiedsrichter: Clemens Biastoch (Großröhrsdorf), Zuschauer: 99

Torfolge: 1:0 Breitkopf (75.), 2:0 Eberhard (88.)

Fotos: Achim Freund.