06.08.2017  18:01 Uhr  Alter: 17 Tage
Von: Hartmut Gerlach

1.FC Lok Stendal – FC Einheit Rudolstadt 2:0 (2:0)

Weiteste, komplizierte Auswärtsfahrt mit einer Niederlage beendet

Bei einem erwartungsgemäß hochmotivert auftretenden Neuling, der sich zudem über eine beachtliche Zuschauerkulisse freuen durfte, kassierte die Einheit nach zwei Standards eine Niederlage, die von beiden Trainern unterschiedlich bewertet wurde. Während Stendals Sven Körner von einem verdienten Sieg seiner Mannschaft sprach und seine Elf für ihre gute Organisation und die Leidenschaft lobte, ärgerte sich Holger Jähnisch über die vergebenen Chancen in der ersten Halbzeit. Der FC-Coach wörtlich: „Wir haben trotz der beiden Gegentore nicht viel falsch gemacht.“

Nach einer Abtastphase, in der es nur einen Eckball für den Gast zu registrieren gab, wurde es nach einer Viertelstunde erstmals gefährlich für die Rudolstädter. Denn Gödecke lief nach einem flotten Angriff durch, suchte aber nicht selbst, was sicher die beste Lösung gewesen wäre, den Abschluss. Sein Zuspiel misslang.

Dann lag der Ball erstmals auch auf dem Halbkreis an der Eckfahne für den Neuling. Schon der erste Versuch zeigte, dass diese Art von Standard offensichtlich eine Spezialität der Lok-Elf ist. Davor hatte Jähnisch auch seine Mannen in der Spielvorbereitung gewarnt. War schon der erste Eckball gefährlich, so brannte es bei Nummer zwei gleich drei Mal lichterloh im Einheit-Strafraum. Aber mit vereinten Kräften und reichlich Glück, denn die Stendaler schossen einen eigenen Mann auf der Torlinie an, konnte ein Rückstand verhindert werden (26.). Doch diese Aktion war praktisch die Ankündigung für den ersten Obeligatreffer der Körner-Elf. Nach einem Aufsetzerball von Schaarschmidt im Anschluss an den dritten Eckball lag der Ball im Kasten von Max Bresemann (27.).

Dann machte auch die Mannschaft von Holger Jähnisch eine Ansage auf der Gegenseite. Doch Rupprecht wartete bei seiner Aktion im Strafraum vergeblich auf einen Pfiff des Unparteiischen aus Zossen (28.). „Für mich ein klarer Elfer“, so die Aussage des Rudolstädter Übungsleiters dazu. Wenig später die beste Chance der Grün-Gelben bis dahin, als Riemer zum Heber ansetzte, der Ball aber auf dem Tornetz landete (30.).

Dann meldete sich die Lok wieder zu Wort. Eine Flake von links konnte nicht unterbunden werden und der von Derbich aus den Augen gelassene Nellessen netzte aus sechs Metern ein (32.). Auch in diesem Fall war Bresemann chancenlos. Es folgten bis zum Pausensignal zwei Freistöße von links, die aber nichts einbrachten (34., 44.) und ein Kopfball von Riemer, der nur um Zentimeter am Tor der Hausherren vorbei Strich. Hier war der Mittelfeldspieler genauso im Pech wie zehn Minuten zuvor. Dann war Pause und der Beifall der Zuschauer aus Stendal galt natürlich der Führung ihrer Mannschaft.

Die erste Chance nach dem Wechsel gehörte den Thüringern. Aber Güttich zögerte bei der Eingabe von Schirrmeister etwas zu lange (50.). Dann brachte Jähnisch Serrek für den angeschlagenen Becker (54.). Der zog auch den ersten Freistoß nach innen, bei dem ein Treffer für Rudolstadt in der Luft lag (57.). Aber so wie auf der anderen Seite blieb es beim Gewusel im Torraum. Da die Rudolstädter nun zwangsläufig offensiver spielen mussten, setzte Stendal vor allem über die schnellen Nellessen, Gödecke und Buschke auf Konter.

Dann kam Zugang Möhrlein zu seinem ersten Einsatz für Tönessen. Der hatte auch gleich die erste Möglichkeit nach einem Fehler der Platzelf, aber er schoss einen Verteidiger an (64.). Der Gast agierte weiter offensiv, doch der Neuling ließ wenig Raum zum Kombinieren und so endete mancher Pass im Niemandsland. Mit der Hereinnahme von Gründig hatte Jähnisch in der 73. Minute sein Wechselkontingent ausgeschöpft. Nun begann auch sein Trainerkollege von Gegenüber mit der ersten Änderung seiner Stammelf. Nach einem weiteren Eckstoß von Erdmann verfehlte das Spielgerät die Einheit-Box nur um Haaresbreite (78.). Kurz vor dem Ende dann noch einmal eine Gelegenheit für die Einheit, aber die Kopfballvorlage von Riemer wurde von Eichberger knapp verpasst. Dann war ganz pünktlich Schluss, was Holger Jähnisch doch ziemlich auf die „Palme“ brachte. Der Aufsteiger feierte indes den Erfolg, aber Körner sah auch, das der Gegner in der 2. Halbzeit stärker wurde und bei seiner Elf die Kraft nachließ. „Aber wir haben immer wieder versucht, Fußball zu spielen.“

Traurig stiegen die Gäste nach der längsten Auswärtsfahrt der Liga in den Bus, darauf hoffend, dass sie nicht wie bei Aneise fünf Stunden brauchen würden.

Die Statistik

1.FC Lok Stendal:

Giebichenstein, Gödecke (88. Brenda), Erdmann, Gross, Gebauer, Buschke, Intenberg, Nellessen (76. Iereidis), Salge (80. Schubert), Schaarschmidt

 

FC Einheit Rudolstadt:

Bresemann, Seturidze, Eichberger, Derbich, Güttich, Tönnessen (63. Möhrlein), Becker, Riemer, Bahner, Rupprecht (73. Gründig)

Schiedsrichter: Weigt (Zossen)

Zuschauer: 668

Torfolge: 1:0 Schaarschmidt (27.), 2:0 Nellessen (32.)

 Fotos: Achim Freund