12.08.2017  09:50 Uhr  Alter: 12 Tage
Von: Hartmut Gerlach

FSV Schleiz - FC Einheit Rudolstadt 1:5 (0:3)

Favorit übersprang erste Pokalhürde locker

Mit einem Ende in dieser Höhe völlig verdienten Sieg, so auch Olaf Distelmeier, Trainer des Gastgebers, übersprang der FC Einheit die erste Hürde im Landespokal des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) locker.

Die höherklassige Vertretung übernahm auf dem tiefen Rasenplatz im Schleizer Fasanengarten sofort die Initiative. Schüsse von Benjamin Bahner (1.), ein Abseitstreffer von Sven Rupprecht (2.), ein Kopfball von Bahner (4.) und eine gefährliche Eingabe von Philipp Serrek ohne Abnehmer (5.) zeigten, dass der Gast die Partie früh entscheiden wollte. Schleiz, erwartungsgemäß defensiv orientiert, machte erstmals mit einem 22-Meter-Schuss von Frank Gerisch (10.) auf sich aufmerksam. Wenig später dann das 1:0 für die Grün-Gelben. Rupprecht wurde nach einem schnellen Angriff völlig freigespielt und vollendete überlegt (15.).

Auch danach blieb der Oberligist am Dücker, aber weder bei den Chancen von Bahner (17., 20.) noch bei einer Aktion von Kapitän Markus Güttich, bei der der im Strafraum Attackierte vergeblich auf einen Strafstoßpfiff wartete (19.), sprang Zählbares heraus.

Der FSV blieb zunächst seiner Linie treu, kam aber bei seinen überschaubaren Offensivaktionen zu zwei Eckbällen, wobei ein Kopfball nach dem zweiten Standard nicht ungefährlich war (18.). Erstmals richtig Arbeit bekam Alexander Glaser, der im Pokal zwischen den Pfosten steht, bei einem 25-Meter-Freistoß von Florian Schilling (25.). Den faustete er resolut weg.

Auf der anderen Seite drohte Wilhelm Blöthner im Schleizer Kasten Ungemach bei einem tückischen Freistoß von Serrek Richtung Winkel (27.). Hier war er auf dem Posten und musste wenig später bei einer Chance von Lukas Schirrmeister nicht eingreifen (28.). Doch dann war der Ex-Jenaer maßgeblich am 2:0 beteiligt, denn er spielte Bahner frei und der netzte ein (38.). Auch am dritten Treffer Sekunden vor der Pause hatte Schirrmeister Anteil, denn er servierte Serrek das Leder, der sich diese Chance nicht entgehen ließ. Damit war eine Vorentscheidung gefallen.

Endgültig in „trockenen Tüchern“ war die Begegnung für die Rudolstädter, als Bahner zum 4:0 „abstaubte“ (51.). Der Zwischenstand war für den Gast offensichtlich das Signal, jetzt nur noch Ergebnisverwaltung zu betreiben. Ein Spiel, das Holger Jähnisch so gar nicht gefiel. „Wir sind hier mehr als  eine Stunde sehr souverän aufgetreten und haben schön herausgespielte Tore erzielt. Doch in den letzten 20 Minuten sind wir zu früh ‚ausgestiegen’“, übte der Trainer, auch mit Blick auf die nächste Oberligapartie, Kritik an seinen Schützlingen.

Die ließen den Kontrahenten nur besser ins Spiel kommen. Der bedankte sich mit dem Ehrentreffer, nachdem die FC-Deckung dazu eine „Einladung“ ausgesprochen hatte (76.). Aber mehr ließ die Einheit, deren Pässe in den Schlussminuten oft nicht den Adressaten erreichten und die auch beim Abschluss im Gegensatz zu den ersten 60 Minuten fahrlässig agierten, nicht zu, obwohl Schleiz sogar kurz vor dem zweiten erfolgreichen Versuch stand (85.) Als man sich kurz vor Schluss wieder einmal konzentrierte und wieder einmal schnell spielte, sorgte der agile Rupprecht für den Endstand (88.).

„Rudolstadt war uns vor allem in der Zweikampfführung ein Stück voraus und auch in der Chancenverwertung effektiver“, resümierte Distelmeier. Er ärgerte sich jedoch, dass sein Stoßstürmer Gerisch nicht besser vom Schiedsrichter geschützt worden sei.

Die 2. Hauptrunde im Köstritzer Landespokal wird am Dienstag (15.08.) ab 19 Uhr beim Namensgeber ausgelost.

Aufstellungen:

FSV Schleiz:

Blöthner, Horn, Hoyer, Platzek, Gerisch (76. Conrad), Stankowski, Weber (82. Nukovic), Sass, Liebold, Schilling (56. Lange), Eichelkraut

FC Einheit:

Glaser, Möhrlein, Seturidze (75. Reetz), Derbich, Güttich (56. Röppnack), Becker, Rudolph (56. Riemer), Serrek, Schirrmeister, Rupprecht, Bahner

Schiedsrichter: Dirk Läsker (Pößneck), Zuschauer: 128

Torfolge: 0:1 Rupprecht (15.), 0.2 Bahner (38.), 0:3 Serrek (45.), 0:4 Bahner (51.), 1:4 Hoyer (76.), 1:5 Rupprecht (88.)