27.09.2017  07:47 Uhr  Alter: 145 Tage
Von: Hartmut Gerlach

FC Inter Leipzig kommt mit Spielern aus 14 Nationen

Vorgestellt: Gegner unserer 1. Mannschaft am Samstag in der Oberliga

Der FC Inter Leipzig nimmt in der Oberligatabelle mit 7:2 Toren und 12 Punkten den 4. Platz ein. Die Mannschaft hat vier Spiele gewonnen: Gera 1:0 (H), Eilenburg 2:0 (H), Merseburg 1:0 (A), Carl Zeiss Jena II 3:0 (H). Zwei Mal wurde verloren: Plauen 0:1 (H), Bischofswerda 0:1 (H).

Die Tore erzielten: Aloi (3), Hovi, Gümüstas (2)

Die Mannschaft von Heiner Backhaus hat einen Kader von 26 Spielern gemeldet. Der wird seinem Vereinsamen „International“ vollauf gerecht. Denn die Leipziger gehören diesen 14 Nationalitäten an:

Kroatien (Jokanovic), Griechenland(Kongo (Duberet, Natsiopoulos, Igbinoba), Uganda (Muwanga), Bulgarien (Tirfonov), Serbien (Petrovic, Levnajic), Südkorea (Dong-Min), Armenien (Melkonyan), Albanien/Griechenland (Muca), Japan (Misaki), Finnland (Hovi), Algerien (Laouzai), Argentinien (Aloi), Albanien (Harjrulla), Deutschland (Schmedtje, Heine, Schötterl, Rode, Böhne, Dörrlamm, Opolka, Rohblick, Gümüstas).

Dass eine solche multikulturelle Mannschaft sicher nicht ganz einfach zu trainieren ist, versteht sich. Aber mit Trainer Heiner Backhaus hat man seit drei Jahren wohl den richtigen Mann dafür gefunden. Er ist seit dem 1. Juli 2014 im Amt. Backhaus begann 1997 in der U 17 von Schalke 04 und ließ seine Karriere 2014/15 beim SV BW Farnstädt ausklingen. Dazwischen spielte der heute 35-Jährige bei 21 (in Worten: einundzwanzig) Vereinen im In- und Ausland.

 

In der Wechselperiode vor und in der Saison drehte sich das Spielerkarussell beim FC Inter rasant. 13 Neue galt es zu integrieren: Dabei kam mit Jokanovic auch ein Spieler vom Ligakonkurrenten Merseburg. 15 Spieler haben den Verein verlassen. Darunter auch Bochmann, Hinrichsmeyer (Bernburg), Pflug (Krieschow) und Schnabel (Sandersdorf), die zu Mannschaften in der Oberliga Süd gingen. Franceschi wechselte zu Regionalligist Halberstadt, Rode zu Chemie Leipzig und Papadimitrou zu Energie Cottbus.

Als schwierig gestaltete sich die Spielstätte. Der FC Inter spielte gemeinsam mit dem FC Wacker, dem Hauptpächter, im Mariannenpark. Doch dabei gab es Probleme, sodass sogar eine einstweilige Verfügung und das Öffnen des Schlosses durch die Polizei nötig waren, um zu spielen. Dann war man im Sportpark Tresenwald in Machern Gastgeber. Aber hier wird ein neuer Kunstrasenplatz gebaut. Eine große deutsche Zeitung vermeldete, dass Inter aber mit großer Unterstützung des Hauptsponsors, einer Immobilien-Firma aus Berlin, bis 2017 für drei Millionen am Alten Postbahnhof in Leipzig ein neues Stadion bauen will. Doch daraus ist nichts geworden, wie man uns auf Nachfrage aus Leipzig bestätigte. In der dieser Oberligasaison ist das Hafenstadion von Torgau die Heimat des FC Inter. Dort hatten zuletzt der SC Hartenfels Torgau 04 und der SSV 1952 Torgau ihre Heimspiele ausgetragen. Nun einigte sich der FC Inter mit den Verantwortlichen der Sportstätte auf eine Zusammenarbeit.

Gegründet wurde der Verein erst am 29.08.2013. Da man gleich in der höchsten Spielklasse des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV), der Sachsenliga, beginnen wollte, fusionierte Inter mit dem von der Insolvenz bedrohten SV See. Der Verein nördlich von Görlitz willigte ein, nachdem ein Versuch der Leipziger gescheitert war, sich das Spielrecht über einen Zusammenschluss mit dem TuS Leutzsch zu sichern.

Inter begann 2014/15 unter Trainer Heiner Backhaus mit dem Spielbetrieb in der Sachsenliga, den man hinter dem Bischofswerdaer FV als Zweiter beendete. Dieser Platz berechtigte zum Oberligaaufstieg.

Um die Bedingungen für die Oberliga zu erfüllen, ging Inter eine Kooperation mit der Nachwuchsabteilung vom SV Fortuna Leipzig ein. Nachdem zunächst ein Einhorn das Vereinslogo zierte, ist das seit Saisonbeginn mit dem Löwen nun das Wappentier von Leipzig.