03.06.2018  20:31 Uhr  Alter: 79 Tage
Von: Hartmut Gerlach

TV Askania Bernburg – FC Einheit Rudolstadt 2:1 (1:0)

Drei Minuten fehlten am 6. Platz

Natürlich ist eine Niederlage drei Minuten vor dem Abpfiff ärgerlich, zumal sie dem FC Einheit den 6. Platz kostete. Doch auch ein 7. Rang ist nach der sechsten Oberligasaison angesichts des schmalen Budgets und des noch schmaleren Kaders vor allem in der Rückrunde ein Riesenerfolg. Von Abstiegsangst war seit Beginn der zweiten Halbserie in Rudolstadt keine Spur mehr.

Im letzten Spiel dominierte Bernburg zunächst die Anfangsphase. Doch ein Schuss von Giorgaki Tsipi nach einem Durcheinander in der FC-Deckung landete in den Wolken (5.), Beim Freistoß von Mario Hesse, den der Askania-Torjäger listig aufs kurze Eck zimmerte, musste Alexander Glaser in seinem Abschiedsspiel für die Einheit erstmals auf der Hut sein (8.). Und als die zweite Ecke der Gastgeber in den Strafraum segelte, stand Angreifer (!!) Sven Rupprecht goldrichtig und beförderte das Spielgerät von der Torlinie (11.).

Damit endete zunächst die Bernburger Herrlichkeit. Jetzt orientierte sich Rudolstadt nach vorn und hatte in den folgenden Minuten sehr gute Chancen zur Führung. So beim Kopfball von Marco Riemer nach einer Freistoßeingabe von Raul Amaro (13.), beim Lattenkopfball von Lukas Schirrmeister im Anschluss an eine Rupprecht-Flanke und vor allem beim Handelfmeter, den Raul jedoch nur an den Pfosten donnerte (18.). Hochkarätig war auch die Möglichkeit von Miroslav Khvasta, der jedoch im TFV-Keeper Patrick Badlauf, der vor dem Anstoß verabschiedet wurde, seinen Meister fand (19.). Dazwischen lag nur eine verheißungsvolle Aktion der Hausherren, wobei Nico Becker unfreiwillig mit einem  zu angesagten Kopfball die unfreiwillige Vorarbeit lieferte (14.). So kam das 1:0 für die Askania einigermaßen überraschend. Tom Fraus hatte sich gegen Markus Güttich durchgesetzt und die Kugle aus halblinker Position unhaltbar in die Maschen gesetzt (21.).

Der Rückstand verfehlte seine Wirkung bei den Grün-Gelben nicht, zumal Raul mit einer Zerrung verletzt ausschied (30.). Für ihn kam Arne Reetz, den Holger Jähnisch ins Sturmzentrum stellte. Die Platzherren kamen auch nicht zur Riesengelegenheiten und waren nur beim Solo von Hesse, der gleich vier Gelb-Grüne umkurvte, einem weiteren Treffer nahe (40.). Die letzte gute Chance im ersten Durchgang gehörte den Gästen, aber Khvasta verpasste bei bester Schussposition den günstigsten Abschlusszeitpunkt (43.).

Die Heidecksburgstädter kamen mit Engagement aus der Kabine und zeigten mit zwei Aktionen von Rupprecht (53.) und Güttich (54.), dass sie nicht als Verlierer den Platz verlassen wollten. Schon der nächste Angriff brachte den Ausgleich. Reetz bediente Rupprecht. Der war nicht zu stoppen, umkurvte noch den Torhüter und netzte ein (57.). Nun entwickelte sich eine Partie, bei der sich, so Karsten Oswald, der Trainer der Bernburger, die Kontrahenten auf Augenhöhe begegneten. Allerdings merkte man beiden Mannschaften auch die lange Saison und die hohen Temperaturen an. So gab es auf beiden Seiten den einen oder anderen Fehlpass und auch ab und an Leerlauf. Hinzu kamen gleich drei weitere verletzungsbedingte Auswechslungen, obwohl das Match trotz einiger Nicklichkeiten nicht unfair war.

Als sich die Teams wohl schon mit dem Remis abgefunden hatten, war die Einheit, die auch in der Schlussphase mutig nach vorn stürmte, einen Augenblick lang ungeordnet., Der eingewechselte Christopher Kullmann war  am linken Flügel recht frei, traf aber nur die Latte. Fraus stand richtig und bugsierte dne Abpraller über die Linie (87.). In der dreiminütigen Nachspielzeit gelang es Rudolstadt nicht mehr, den Rückstand zu egalisieren. Bei einem Konter, der mit einem Schuss an die Latte endete, stand Bernburg sogar vor dem dritten Tor. Das hätte dem Spielverlauf aber wohl nicht entsprochen.

„Wir brauchen nicht enttäuscht zu sein. Die Mannschaft hat hier ein gutes Spiel gemacht und vor allem in der ersten Halbzeit mehrmals die Möglichkeit zur Führung gehabt. In der zweiten Halbzeit hat die Truppe das abgerufen, was ich mir vorgestellt habe. Vielleicht sind wir beim Gegentor kurz vor Schluss zu sehr aufgerückt und waren ein Stück weit zu euphorisch“, resümierte Holger Jähnisch. Unter dem strich war das Ergebnis sehr schade für uns“, zog Hogler Jähnisch ein erstes Fazit.

Die Statistik:

TV Askania:

Baldauf, Dabel, Bäcker (83. Skiba), Fraus, Walter (67. Kullmann), Hesse, Groß, Poliscuks, Pusch, Klitscher, Tsipi

FC Einheit:

Glaser, Becker, Derbich, Szymanski, Güttich, Riemer, Khvasta (76. Baumann), Schneider, Raul Amaro (30. Reetz), Khvasta, Rupprecht

Schiedsrichter: Martin Bärmann (Leipzig), Zuschauer: 118

Torfolge: 1:0 Fraus (21.), 1:1 Rupprecht (57.), 2:1 Fraus (87.)

Fotos: Achim Freund