22.06.2018  08:18 Uhr  Alter: 30 Tage
Von: Hartmut Gerlach

Sven Rupprecht war der Spieler der Rückrunde

Abstiegsgespenst mit acht ungeschlagenen Spielen in Folge rasch aus dem Heinepark vertrieben

Als der FC Einheit im ersten Spiel nach der Winterpause den ambitionierten Aufsteiger Lok Stendal zuhause mit 7:1 vom Kunstrasen fegte, da titelte der Verfasser in seinem Spielbericht „Oberligarekordsieg im ersten von 16 Endspielen um den Klassenerhalt“.

Doch so dramatisch wurde die 2. Halbserie, in die die Einheit im sechsten Oberligajahr mit gerade einmal 13 Punkten und 18:20 Toren und auf Platz 12 gestartet war, zum Glück nicht. Ursache dafür war eine beispiellose Serie der Rudolstadt, in der die Mannschaft von Holger Jähnisch mit den Spielen gegen Stendal, Krieschow, Kamenz, Barleben, SCHOTT, Leipzig, Plauen und Halle acht Mal in Folge ungeschlagen war. Auch danach blieb man relativ stabil, kam noch zu drei Siegen und einem Remis und war bei den vier knappen Niederlagen der Rückrunde nur gegen den Aufsteiger Bischofswerda vor heimischer Kulisse chancenlos. Wobei man die Tore in Eilenburg und Bernburg praktisch mit dem Schlusspfiff kassierte. So wurde das Saisonziel mit 46 Punkten und 56:23 Toren und einem 7. Platz sogar noch deutlich übertroffen.

Holger Jähnisch, seit sieben Jahren Trainer unterhalb der Heidecksburg, weiß um die Gründe für den Höhenflug seiner Schützlinge in der 2. Halbserie: „Wir haben eine sehr gute Vorbereitung absolviert, in der es kaum Verletzte kam und auch wichtige Spieler, die uns in der Hinrunde nicht zur Verfügung standen, wieder dabei waren. Mit den Zugängen Mateusz Szymanski und Raul Amaro, mit denen wir einen guten Griff getan haben, besaßen wir weitere taktische Möglichkeiten. Zudem wussten alle Spieler, worum es in der Rückrunde geht“, resümiert der 47-Jährige.

 

Dass der Sieg gegen Stendal und der nachfolgende in Krieschow jede Menge Rückwind verliehen hätten, sei eine weitere Ursache für den sehr guten zweiten Saisonabschnitt gewesen, so Jähnisch. Dabei war der Oberligist personell gesehen keineswegs auf Rosen gebettet. So hätten bei einigen Spielen nur ein oder zwei Wechselspieler, darunter auch talentierte A-Junioren, auf der Bank gesessen. „Aber diese Situation hat die Mannschaft weiter zusammengeschweißt“, freut sich der Coach, der auch im nächsten Spieljahr die sportliche Verantwortung beim FC Einheit trägt.

Von den Spielern, die im Laufe des Spieljahres einen ganz großen Sprung gemacht haben, nennt der FC-Trainer an allererster Stelle Sven Rupprecht. „Er ist für mich der Spieler der Rückrunde“ lobt er den 20-Jähirgen, der in der Frühjahrsserie zehn Treffer erzielte und der von den Gegnern oft nur schwer zu stellen war.

Der Trainer hebt ob ihrer Führungsqualitäten und ihres Anspruchsdenkens aber auch noch sowohl den vielseitig einsetzbaren Marco Riemer (30) als auch den noch recht jungen Torhüter Max Bresemann (23) heraus. Die Mischung innerhalb der Mannschaft habe richtig gut gestimmt. Das ist für Holger Jähnisch ein weiteres Argument für das am Ende sehr positive Abschneiden der Grün-Gelben.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch, dass die Rudolstädter mit 56 Toren auf die beste Torausbeute in den sechs Oberligajahren verweisen können. Allerdings war die Zahl der Gegentreffer mit 43 recht hoch. Nur 2013/14 kassierte man mit 50 mehr Tore. 46 Punkte sind der zweitbeste Wert für die Einheit bislang. Nach zwei fünften Plätzen 2015/16 und 2016/17 kann sich der 7. Platz, wobei man in Bernburg kurz vor Schluss noch Rang sechs aus der Hand gab, mehr als sehen lassen.

Derzeit ist Sommerpause in der Oberliga. Aber sowohl Holger Jähnisch als auch der Sportliche Leiter Renè Just basteln mit viel Aufwand am Gesicht der Mannschaft für die siebte Saison. Wie das dann aussehen wird, erfahren Sie nach dem 30. Juni zuerst in der „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ).

Die Statistik

Der Oberligist gewann 14 Spiele: VfB Krieschow 4:2 (H), Einheit Kamenz 3:0 (A), SCHOTT Jena 5:0 (H), Inter Leipzig 2:1 (H), Stendal 7:1 (H), Krieschow 3.2 (A), Kamenz 3:1 (H), Barleben 1:0 (A), Halle 1:0 (A), Sandersdorf 4:1 (H), Inter Leipzig 1:0 (A), Merseburg 4:3 (H), Halle 4:2 (H), Gera 2:0 (A-Wertung).

Vier Mal spielte man remis: SV Merseburg 1:1 (A), SCHOTT Jena 1:1 (A), , Plauen 1:1 (A), Carl Zeiss Jena II 0:0 (A).

Zwölf Partien wurden verloren: Lok Stendal 0:2 (A), FSV Barleben 1:2 (H), Union Sandersdorf 0:1 (A), VFC Plauen 0:1 (H), FC Eilenburg 0:1 (H), Carl Zeiss Jena II 1:3 (H), Bischofswerdaer FV 1:2 (A), Askania Bernburg 0:4 (H), Gera 3:4 (H), Eilenburg 1:2 (A), Bischofswerda 1:3 (H), Bernburg 1:2 (A).

Die 26 eingesetzten Spieler:

Riemer (29), Schirrmeister, Rupprecht (28), Bresemann (27), Derbich (25), Bahner, Thönnessen, Becker (24), Schneider (22), Röppnack (20), Seturidze (19), Raul Amaro (16), Szymanski (15), Eichberger, Güttich, Reetz (14), Khvasta, Gehrmann (9), Rudolph (4), Gründig, Franke (3), Glaser, Baumann, Serrek (2), Sträßer, Rothe (1)

Die Tore verteilen sich so:

Rupprecht, Bahner (12), Riemer (8), Schneider, Raul Amaro (6), Schirrmeister (4), Khvasta (2), Röppnack, Güttich, Reetz, Gehrmann (1)

Fotos: Achim Freund