20.08.2018  07:55 Uhr  Alter: 152 Tage
Von: Hartmut Gerlach

SpVgg Siebleben 06 – FC Einheit Rudolstadt 0:7 (0:1)

Sieben Tore in Sieb(en)leben

Dass der Oberligist beim Landesklassevertreter SG SpVgg. Siebleben 06 am Ende so deutlich gewinnen würde, zeichnete sich nach dem eher mageren Halbzeitergebnis nicht ab. Aber die sieben Treffer animierten Renè Just, den Sportlichen Leiter, zum lustigen Wortspiel Sieb(en)leben.

Dabei hatten die Rudolstädter, bei denen diesmal Tim Ackermann den wegen einer familiären Feier verhinderten Chefcoach Holger Jähnisch vertrat, in den ersten 45 Minuten nur wenig zu lachen. Die Mannschaft, in die gegenüber dem Oberligapunktspiel bei Chemie Leipzig Torhüter Adam Marczuk, Lukas Hodek, Georg Kaiser, Philipp Röppnack, Vincent Michl und der bisherige Langzeitverletzte George Seturidze in die Anfangsformation rückten, tat sich zunächst schwer. „Wir mussten uns an das harte und recht kleine Geläuf gewöhnen“, hatte Ackermann Verständnis für reichlich Leerlauf im Einheit -Spiel vor der Pause. Dabei besaß Marco Riemer, der als Sturmspitze begann, schon nach zwei Minuten die große Chance, seine Farben in Führung zu bringen. Aber eine Sieblebener schlug das Leder noch von der Torlinie. Wenig später (7.) scheiterte Seturidze am SpVgg-Torhüter.

Mehr ließen die mit einer Fünfer-Abwehrkette agierenden Gastgeber zunächst nicht zu. Deshalb war Trainer Philipp Bergmann auch mit der Leistung seiner Schützlinge in der ersten Hälfte zufrieden. Seien Mannschaft habe gut gestanden und den Gegner zu vielen langen Bällen gezwungen. Doch die endeten wie auch manche gut gemeinte und schnell gespielte Kombination oft im „Nirwana“. In dieser Phase habe man kaum einen Klassenunterschied gespürt, lobte Bergmann seine Elf.

Die geriet nach einem Freistoß dann doch in den Rückstand. Bei einem Freistoß von Riemer von links war der nach vorn geeilte Mateusz Szymanski mit dem Kopf zur Stelle, wobei Christian Schreiber dem Ball wohl noch die entscheidende Richtung ins eigene Tor gab (20.). Nach einer halben Stunde hatten die Hausherren ihre erste und gleichzeitig beste Möglichkeit in der 1. Halbzeit, aber sie verzogen knapp. Kurz zuvor verpasste Seturidze bei seinem „Riesen“ die Resultatserhöhung (29.). Und auch Gehrmann scheiterte aus allerdings spitzem -Winkel am Torwart der Nullsechser (35.). Wenig später lag der Ball dann auf dem Elfmeterpunkt. Vorausgegangen war ein Handspiel eines Sieblebeners auf der Linie, was der Unparteiische jedoch nicht als Absicht wertete, sodass der Sünder auf dem Feld bleiben durfte. Aber Riemer, ansonsten ein sicherer Vollstrecker, lupfte die Kugel aus Elf Metern über den Kasten (37.).

Diese Aktion motivierte die Platzelf, die nach 42 Minuten noch einmal in Tornähe kamen und bei einem Schuss von Röppnack auf der Hut seine mussten, weiter (45.). Das bekräftigte auch ihr Trainer, der im zweiten Abschnitt jedoch mit ansehen musste, wie der bislang dominierende höherklassige Gast jetzt nicht nur weiter überlegen war, sondern auch die Tore machte. Alles andere hätte ihn auch sehr verwundert, so Bergmann. „Nun gab es einen klaren Klassenunterschied und die Rudolstädter haben sehr gut gespielt. Bei uns ließen aber auch die Kräfte nach“, resümierte er.

Zwar gehörte die erste Gelegenheit nach Wiederbeginn dem Landesklassisten (50.) - hier konnte Marczuk zeigen, dass er ein durchaus gleichwertiger „Ersatz“ auf der Torhüterposition ist - aber dann begann der Oberligist mit dem munteren Toreschießen. Zunächst wieder vom Elfmeterpunkt. Erneut schnappte sich Riemer nach einem Foul an Tim Rühling das Leder. Diesmal wuchtete er es humorlos ins Eck (58.). Danach wurde die bis dato gut stehende Sieblebener Hintermannschaft immer löchriger und der FC hatte oft freies Schussfeld. Er schraubte das Ergebnis, vor allem in den Schlussphase, deutlich nach oben und landete am Ende einen Sieg, der, wenn man sich die Torchancen und die Spielanteile anschaut, wohl auch in dieser Höhe in Ordnung geht.

Es spricht für die Einheimischen, dass sie bis zuletzt versuchten, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen. Aber sie scheiterten sowohl an ihrer Abschlussschwäche als auch noch zwei Mal am Einheit-Keeper (78., 81.). „In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Klasse ausgespielt und auch unsere Kräftevorteile genutzt“, zog der Jähnisch-Stellvertreter ein positives Fazit der sportlichen Stippvisite in den Landkreis Gotha.

Tim Ackermann wird so wie Holger Jähnisch und die Spieler heute Abend nach Gera schauen, wenn Oberbürgermeister Julian Vonarb die 2. Hauptrunde im Landespokal auslost.

Die Statistik

Siebleben:

Schuchardt, Merten (63. Söffing), Schreiber, Wapenhensch, König, Lehmann, Lodato (70. Schröder), Türk (70. Trenks), Lehmann, Herr, Körber

Rudolstadt

Marczuk, Hodek, Szymanski, Kaiser, Rühling, Röppnack, Riemer, Seturidze (69. Raul Amaro), Schirrmeister, M. Gehrmann (69. Schlegel), Michl (63. L. Gehrmann),

Schiedsrichter: Daniel Bartnitzki (Erfurt), Zuschauer: 133

Torfolge: 0:1 Mateusz Szymanski (20.), 0:2 Marco Riemer (58./Strafstoß), 0:3 Max Gehrmann (63.), 0:4 Lukas Schirrmeister (69.), 0:5 Leonard Gehrmann (81.), 0:6 Marco Riemer (89.), 0:7 Patrik Schlegel (90.)

Fotos: Achim Freund