08.11.2018  16:14 Uhr  Alter: 13 Tage
Von: Hartmut Gerlach

Warum spielt denn Sven Rupprecht nicht?

Vorgestellt: Sven Rupprecht, seit 2016/17 beim FC Einheit

Oft wollen Zuschauer, wenn sie die Aufstellung hören, nicht selten wissen, warum denn der eine oder andere Spieler nicht in der Startformation steht. Wenn eine solche Frage gestellt wird, dann hat das meist den Hintergrund, dass man den Betreffenden gern unter den ersten elf Akteuren gesehen hätte.

Konkret war das bei Sven Rupprecht am 7. Spieltag gegen Inter Leipzig (0:1) der Fall. Da fehlte der 21-Jährige aus Verletzungsgründen. Zum Glück passierte das, sieht man vom Pokal in Siebleben ab, nur einmal. Ansonsten stand der wieseflinke Offensivspieler immer in der Anfangself, was zeigt, dass er sich mittlerweile einen Stammplatz erkämpft hat und die Frage siehe oben überflüssig war.

Die Qualifizierung dafür hat ein Stück gedauert. Als der in Kassel Geborene, der mit seinen Eltern - die taten dies aus beruflichen Gründen - mit zweieinhalb Jahren nach Bad Blankenburg zog, im Sommer 2016 von der U19 des FC Rot-Weiß Erfurt zum FC Einheit wechselte, war der Sprung vom Junioren- in den Männerfußball groß. Selbst wenn RWE in der A-Junioren-Bundesliga gespielt hatte und der Neu-Rudolstädter auf eine solide Ausbildung blicken konnte.

Die Statistik in seiner ersten Saison 2016/17 zeigt, dass Rupprecht nur fünf Mal von Beginn an auf dem Feld stand. 15 Mal wurde er eingewechselt. Zehn Mal schmorte er auf der Bank.

Doch Sven Rupprecht setzte sich durch. Schon im Jugendalter wurden Späher auf das Talent vom TSV Bad Blankenburg aufmerksam. Hier spielte er bis zu den D-Junioren. Mit Beginn der 6. Klasse war dann die Sportschule Erfurt seine neue Lernstätte und Rot-Weiß Erfurt sein Verein. Unter den Trainern Frank Tanne, Steffen Knäbe und Norman Loose spielte er im Nachwuchsleistungszentrum von den DI - bis zu den A-Junioren.

„Mein Vorteile sind die Schnelligkeit, das Tempo und die Dribbelstärke“, antwortet er auf die nicht einfache Frage nach den eigenen Stärken. Arbeiten müsse er am Kopfballspiel, wobei das sicher aufgrund der körperlichen Voraussetzungen nur schwer zu verbessern sein wird. Am liebsten spiele er im Sturm, aber durchaus auch gern auf der linken Seite, beschreibt Sven Rupprecht seine Vorzugspositionen.

Der gelernte Speditionskaufmann arbeitet in der kleinen Firma des Bruders, der die Fußballschuhe relativ früh an den berühmten Nagel gehangen hat, und ist in Bad Blankenburg als Industriekaufmann an der Herstellung von Präzisionsteilen beteiligt. In einem ganz anderen Metier ist die Freundin, mit der er seit dreieinhalb Jahren zusammen ist, tätig. Sie studiert Tiermedizin.

Auch in dieser Saison wird Sven vor allem in der Schlussphase ausgewechselt. Doch das hatte ausschließlich taktische Gründe, um Zeit von der Uhr zu nehmen, wobei Trainer zumeist Änderungen im Offensivbereich vornehmen. Dass beim nächsten Spiel keine Frage nach Sven Rupprecht kommen wird, scheint, zumindestens aus der Sicht des Verfassers, derzeit sicher.