01.09.2019  09:26 Uhr  Alter: 96 Tage
Von: Hartmut Gerlach

FC Einheit Rudolstadt– VfL Halle 96 0:1 (0:1)

Erste Niederlage im vierten Oberligaspiel

Nun hat es auch die Einheit erwischt. Sie verlor in der 4. Runde der Oberliga Süd erstmals. Dabei bezeichnete Renè Behring, der Trainer des VfL Halle 96, den Erfolg seiner Mannschaft als verdient. Gegenüber Holger Jähnisch hatte dieser Einschätzung diesmal nicht so sehr viel Argumente entgegenzusetzen, außer dem, dass die sechs, sieben Aktionen in der Offensive, vor allem durch den flinken Sven Rupprecht, mindestens zu einem Tor hätten reichen müssen.

Aber besonders mit der ersten Halbzeit war der Rudolstädter Coach höchst unzufrieden. Denn schon nach 30 Sekunden herrschte Alarmstufe Rot im Einheit-Strafraum. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld tat sich auf der linken Abwehrseite eine große Lücke auf. In die stieß ein Hallenser, hatte freie Bahn, doch die Hintermannschaft konnte mit vereinten Kräften irgendwie noch zum Eckstoß klären. Danach waren die Hausherren bemüht, das Spiel unter Kontrolle zu bekommen, aber das gelang einfach nicht. „Wir waren sehr fahrig und unkonzentriert und haben jede Menge Bälle im Spielaufbau in die Füße der Hallenser gespielt“, ärgerte sich Jähnisch über die Spielweise seiner Schützlinge in dieser Phase.

Die waren erneut im Glück, als es nach einem weiteren Ballverlust im Mittelfeld wiederum vor der eigenen Box lichterloh brannte, aber man das Ärgste gerade noch verhindern konnte (19.). Es dauerte bis zur 27. Minute, ehe auch die Einheimischen gefährlich im VfL-Sechszehner auftauchten. Doch der Sturmlauf von Rupprecht wurde im letzten Moment von Halle unterbunden. Wenig später dann die letztlich spielentscheidende Szene. Erneut war ein Patzer der Grün-Gelben, ein Kopfball in der gegnerischen Hälfte in die Beine eines Hallensers, der Ausgangspunkt. Danach ging die Post über rechts ab, wobei drei Abwehrspielern drei Hallenser gegenüber standen. Konstantin Eder nutzte seinen Frauraum und seine Schnelligkeit, um die Kugel überlegt ins lange Eck zu lupfen (33.).

Danach kamen auch die Rudolstädter zu Chancen, aber weder ein weiteres Hochgeschwindigkeitsdribbling von Rupprecht (36.) noch zwei Kopfbälle von Marco Riemer (24., 37.) brachten Zählbares. Fast wäre Halle kurz vor der Pause das 2:0 gelungen, aber Tsipi lag bei seinem Kopfball aus fünf Metern und freier Lage deutlich zu hoch (42.).

Den zweiten Abschnitt begannen die Heidecksburgstädter so, wie sich das Holger Jähnisch schon zu Beginn gewünscht hatte - mit viel Druck. Wiederum war Rupprecht, diesmal über rechts, der Ausgangspunkt. Er wurde zwar noch abgeblockt, erreichte aber mit seinem Rückpass Patrick Schlegel, doch der traf aus 13 Metern nur den Pfosten (46.). Halle wartete erst einmal ab und suchte Lücken bei Kontern. Eine davon hätte Adel Aljindo fast mit Tor Nummer 2 abgeschlossen, aber er hämmert das Spielgerät an den Pfosten (56.). Die Antwort der Platzelf war eine weitere Aktion von Rupprecht, der, stark in Szene gesetzt, sogar noch den Torhüter umspielte, aber beim Abschluss den Ball nicht richtig traf, so dass ihn ein VfL-Akteur gerade noch von der Linie bugsieren konnte (61.).

Dann der zweite schnelle Gegenangriff in Richtung Kasten von Adam Marcuk. Und erneut wurde das Leder vom Aluminium aufgehalten, diesmal, abgeschlossen von Sven Schlüchtermann, an die Latte (64.). „Am Ende des Tages kann ich meiner Mannschaft nur den kleinen Vorwurf machen, dass sie das Ding nicht eher mit dem zweiten Tor entschieden haben“, kommentierte Behring die Alu-Treffer seiner Mannschaft.

Man kann der Einheit sicher nicht den Vorwurf machen, nicht alles versucht zu haben, um die drohende Niederlage zu verhindern. Aber die Schüsse des eingewechselten Tim Rühling (79., 90.+1) und auch der Kopfball von Mateusz Szymanski (83.) behielten den Status von Chancen, nicht von erfolgreichen Abschlüssen.

So konnten die insgesamt bissigeren Gäste, Ausdruck dessen waren auch vier Verwarnungen für sie, während Rudolstadt kartenlos blieb, den Sieg relativ problemlos über die Zeit bringen. „Die Mannschaft war hochmotiviert, wir haben sie super eingestellt. Wir sind natürlich hochzufrieden und gehen, in allen Belangen überlegen, hier als Sieger vom Platz“, resümierte der Trainer der 96er. Kollege Jähnisch urteilte so: „Ich stelle mir vor, dass wir künftig in jedem Spiel von Anfang so wie in den ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit auftreten und nicht so herz- und mutlos und so lasch, wie wir es heute zeitweise getan haben. Da ist man in dieser Liga einfach nicht gut genug, um einen Punkt zu holen."

Die Statistik

FC Einheit:

Marczuk, Zarschler, Szymanski, Bismark (46. Seturidze), Güttich, Barth, Riemer (65. Michl), Krahnert, Schirrmeister, Rupprecht (79. Rühling) Schlegel

VfL Halle:

Waite, Böhne, Bolz (83. Shoshi), Aljindo, Schunke, Klitscher, Eder (76. Englich), Niesel, Lorenz, Tsipi (88. König), Schlüchtermann

Schiedsrichter: Max Bringmann (Bad Lausick), Zuschauer:106

Torfolge: 0:1 Konstantin Eder (33.)