09.02.2020  09:19 Uhr  Alter: 19 Tage
Von: Hartmut Gerlach

FC Einheit Rudolstadt - FC An der Fahner Höhe 1:1 (0:1)

Chancenverwertung stellte den Oberligacoach nicht zufrieden

Dass der FC Fahner Höhe, der ambitionierte Spitzenreiter der Thüringenliga und (möglicherweise) designierte Aufsteiger in die Klasse, in der Gastgeber Rudolstadt nunmehr im achten Jahr spielt, die Oberliga bereichern könnte, zeigte er auch in Rudolstadt. Selbst wenn man weder das achtbare Ergebnis für den Gast als auch die Spiel- und Chancenanteile, die recht eindeutig bei der höherklassige Vertretung lagen, überbewerten wollen. Für beide Teams war es nach intensiven Trainingswochen ein Test. Und so trabten die Wechselspieler bis zu ihrem Einsatz auch brav ihre Runden. Bei der Einheit ordnete Trainer Holger Jähnisch nach dem fairen Match, in der der Oberligareferee aus Jena ohne Karten auskam, für die Akteure, die später in die Partie kamen, nach dem Abpfiff noch zahlreiche Sprints an.

Fahner Höhe begann wie die Feuerwehr und hatte in den ersten fünf Minuten zwei Tormöglichkeiten. Doch die Anfangsphase erwies sich allmählich als Strohfeuer. Die Platzelf übernahm die Regie, agierte, wie Jähnisch sagte, im Spielaufbau gefällig, konnte die Deckung der Gäste aber zunächst kaum in Bedrängnis bringen. Erst nach einer Viertelstunde war die Fahner-Hintermannschaft zu Aufmerksamkeit gezwungen und konnte den späteren „Chancentod“ Tomasz Serweta, der von Sven Rupprecht glänzend in Szene gesetzt wurde, gerade noch abblocken. Danach gab es Gelegenheiten für Robert Bismark (18.) und wiederum für Serweta (21.).

Der Thüringenligist war vor allem mit Abwehraufgaben beschäftigt und kam kaum in die Nähe des Kastens von Max Bresemann, der noch in der 1. Halbserie der Teamgefährte der Preller, Kruse, Lischke und Co. war. Aber die Defensive von Fahner Höhe hielt stand, konnte, oft auch im letzten Augenblick das Spielgerät aus der Gefahrenzone schlagen. „Wir hatten zwar Chancen, aber mir fehlte der energische Zug zum Tor“, monierte der Einheit-Coach die Spielweise seiner Schützlinge.

Erst kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs tauchte der Kontrahent im Strafraum der Hausherren auf. Zunächst konnte Bresemann durch eine reaktionsschnelle Parade einen Einschlag verhindern (41.). Doch beim „Pfund“ aus der Distanz von Carlo Preller, dem besten Torschützen der Gäste, war er wenig später machtlos (42.). So ging es mit einer Führung der Elf von Tobias Busse in die Halbzeit. Ein Ergebnis, das dem Spielstenogramm nicht gerecht wurde.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit spürte man bei den Grün-Gelben, dass sie der Rückstand wurmte. Nachdem Ruprecht nicht erfolgreich war (46.), traf Serweta endlich im zweiten Nachschuss aus kurzer Entfernung zum Ausgleich. Nun wollten die Rudolstädter mehr, aber ein Heber von Serweta (55) verfehlte die Fahner -Box um Zentimeter, ein Schuss von Marcus Güttich (59.) landete am Außennetz und auch weitere, zum Teil hochkarätigen Möglichkeiten von Serweta (67., 75.), Bismark (73., 87.) und zwei Mal Markus Baumann (74./Pfosten, 84.) brachten nichts Zählbares ein.

Der Feldüberlegenheit der Einheimischen und ihren deutlichen Chancenvorteilen stand eine Chance von Marcus Martin, der eine scharfe Eingabe am „langen Pfosten“ verpasste (61.) und eine chaotische Situation in der sonst kaum geforderten Deckung, in der der Ball erst nach mehren Versuchen geklärt werden konnte, gegenüber (83.). Ein Freistoß von Nick Walter aus zentraler Position und 18 Metern zischte am Gestänge vorbei (85.).

Tobias Busse nahm viel Positives aus dem Test mit: „Das Ergebnis nehmen wir gern mit. Wenn man gegen eine höherklassige Mannschaft 1:1 spielt, ist das für den Kopf auch nicht nachteilig. Wir haben jetzt zwei intensive Wochen hinter uns, in denen wir vor allem im konditionellen Bereich Grundlagen gelegt haben. Damit ist es klar, dass wir nicht über 90 Minuten gegen Rudolstadt die spielbestimmende Mannschaft sind. Da fehlt noch die Spritzigkeit, aber wir sind absolut im Soll. Ich bin mit dem Spiel zufrieden. Darauf kann man aufbauen.“

Trainerkollege Jähnisch sah das Match so: „Es war in Ordnung, wie wir gespielt haben. Wir haben gut gepresst und auch unser Spielaufbau hat gepasst. Was nicht gestimmt hat, war die Chancenverwertung. Das Spiel mussten wir eigentlich gewinnen. Aber wir haben extrem viel weggelassen. Ansonsten haben wir wenig zugelassen. Ich bin heute nur bedingt zufrieden. Wir haben noch Luft nach oben.“

Die Statistik:

FC Einheit

Bresemann (46. Marczuk), Schirrmeister (60. Baumann), Güttich, Szymanski, Kaiser (60. Zarschler), Bismark, Barth, Krahnert (60. Gehrmann), Serweta, Rupprecht, Seturidze (60. Rühling)

FC An der Fahner Höhe:

Schorch, Kruse (46. Billeb), Lischke (46. Aliyev), Raffel, Winge, Walter, Preller (68. Ankaoglu), Stelzer, Baumgart, Heim, Schuchardt (58. Martin)

Schiedsrichter: Tarik El-Hallag (Jena),

Torfolge: 0:1 Carlo Preller (42.), 1:1 Tomasz Serweta (49.

Die ausführlichen Meinungen der Trainer folgen am Montagvormittag.