02.08.2020  08:11 Uhr  Alter: 7 Tage
Von: Hartmut Gerlach

ZFC Meuselwitz - FC Einheit Rudolstadt 3:0 (2:0)

Ein Klassenunterschied

Im Glutofen der bluechip Arena geriet der Test von Regionalligist ZFC Meuselwitz und Oberligavertretung Einheit Rudolstadt zu einer Herausforderung für alle Spieler und sicher auch für die problemlos amtierenden Schiedsrichter. Wie das alle Akteure an diesem frühen Nachmittag bei Temperaturen jenseits von 36 Grad meisterten, verdient größte Hochachtung. Zumal auch das Tempo teilweise nicht gerade gering war. Dabei gab es aus der Sicht der Gäste auch keine Zweifel an der Höhe der Niederlage. Die geht in Ordnung, selbst wenn man sich beim FC darüber geärgert hat, dass die höherklassige Mannschaft zu einfach zu den beiden ersten Toren gekommen war.

Erwartungsgemäß übernahm die Platzelf vor 148 Besuchern vom Anstoß weg das Spielzepter. Schon nach vier Minuten musste Torwart Max Bresemann bei einem Kopfball mächtig auf der Hut sein. Doch dann kam auch Rudolstadt vor das Tor der Einheimischen. Nach einer Eingabe von George Seturidze verfehlte Marco Riemer den Gastgeberkasten mit einem Direktschuss (12.), Danach drei sehr Möglichkeiten der Zipsendorfer, die sie aber ausließen (17., 19., 22.). Dann war Trinkpause - die gab es auch in der 2. Halbzeit - aus der die Gäste mit ihrer bis dato besten Möglichkeit kamen. Doch Robert Bismark wuchtete das Spielgerät aus freier Position neben das Gestänge (30.). In dieser Phase operierten die Kontrahenten oft mit langen Bällen, wobei die der Mannschaft des neuen Trainers Koray Gökkurt einen Tick präziser waren.

Nachdem Meuselwitz erneut eine Chance nicht im Bresemann-Tor unterbringen konnte (31.), war der nächste Angriff erfolgreich. Bei diesem Treffer (35.) von Rudolf Gonzales und vor allem beim Tor von Jegor Jagupov, das nur wenig später folgte (36.) sah die Hintermannschaft des Oberligisten nicht gut aus. Leider verpasste die Einheit kurz vor dem Pausenstand den Anschluss. Nach dem besten Angriff der diesmal ganz in Blau gekleideten Gäste wehrte der ZFC-Keeper einen „Hammer“ von Riemer nach einem Bahner-Service aus sechs Metern mit dem Kopf ab (45.).

In der Pause nutzte der Coach der Platzelf seine Möglichkeiten, um kräftig durchzuwechseln. Das zeitigte schon zwei Minuten nach Wiederbeginn Erfolg, als Kadric einnetzte. Ein Tor, bei dem der ZFC so wie bei einigen anderen Situationen zeigte, wie man sich mit fairen Mitteln im Zweikampf mit dem Oberkörper durchsetzt. Ein Punkt, den Holger Jähnisch neben der Passgenauigkeit des Regionalligisten hinterher als einen Lernfaktor für seine Mannschaft sah.

Danach wurde es ein relativ einseitiges Spiel, wobei die zahlreichen frischen Leute auf Meuselwitzer Seite angesichts der Bedingungen ein Vorteil waren. Zwar versuchte der FC Einheit, immer wieder von hinten herauszuspielen, aber Meuselwitz hatte wenig Mühe, Gefahr von seinem Tor fernzuhalten. So kreierte Rudolstadt im zweiten Abschnitt nicht eine klare Torchance. In dieser Hinsicht hatte der ZFC ein klares Plus. Dass dabei nichts mehr Zählbares heraussprang, war einer der Kritikpunkte von Gökkurt nach der Partie.

Die wurde sehr anständig geführt. Und so war auch das mit der einzigen Verwarnung bedachte Foul an Benjamin Bahner im Mittelfeld, der danach verletzt ausschied, völlig unnötig. Nun hofft man, dass sich die Blessur des Angreifers als nicht so schwerwiegend erweist.

Das letzte Test vor dem Oberliga-Punktspielbeginn bestreitet der FC Einheit am Samstag, dem 08.08.20, um 14 Uhr zuhause gegen den Landesklassisten FSV 06 Ohratal.

Und so sahen die Trainer das Match:

Koray Gökkurt sagte: „Bei einem 3:0 muss ich natürlich erst einmal zufrieden sein. Die Null steht und wir haben gegen einen physisch und taktisch sehr guten Gegner gewonnen. Der hat sehr variabel aufgebaut und uns das Pressing sehr erschwert. Dabei drei Tore zu erzielen, ist erst einmal positiv. Aber man muss wie bei den letzten beiden Tests die Chancenverwertung kritisieren. Daran müssen wir noch arbeiten und vor allem effektiver werden. Für die neue Saison träumen wir von einem einstelligen Tabellenplatz und wir wollen sehr frühzeitig nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Dazu sind wir auf einem guten Weg.“

Holger Jähnisch zur Begegnung: „Drei Tore sind schon ein Klassenunterschied. Leider haben wir die beiden ersten Tore relativ einfach hergeschenkt. Wir waren dann aber in der 2. Halbzeit ohne Chance. Natürlich haben wir versucht, unser Spiel durchzuziehen. Das ist uns, wenn überhaupt, aber nur in einigen Phasen gelungen. Doch dafür ist es auch ein Vorbereitungsspiel. Aber wir konnten, was die Passgenauigkeit und vor allem das Zweikampfverhalten vom Oberkörper her, heute sehr viel vom Gegner lernen. Ich denke, Meuselwitz verfügt über eine sehr gute Mannschaft und wir wissen auch, woran wir arbeiten müssen.“

Die Statistik:

ZFC Meuselwitz:

Kroner, Moritz, Ezekwem, Ernst, Bürger, Weinert, Gonzales, Raithel, Becker, Jagupov, Guderitz, Trübenbach, Kadric, Albert, Güler, Mauer.

FC Einheit:

Bresemann, Rühling, Szymanski, Kaiser, Zarschler, Krahnert, Bismark, Riemer, Seturidze, Rupprecht, Bahner, Lewandrowski, Gehrmann, Baumann, Langhammer

Schiedsrichter: Christopher Gaunitz (Leipzig), Zuschauer: 148

Torfolge: 1:0 Rudolf Gonzales (35.), 2:0 Jegor Jagupov (36.), 3:0 Amer Kadric (47.)

Hartmut Gerlach