22.11.2017  12:32 Uhr  Alter: 21 Tage
Von: Hartmut Gerlach

Ausrichter gewann das Benefizturnier nach zwölf Jahren zum vierten Mal

FC Einheit unterstützte die Veranstaltung auch im 21. Jahr

„Die Volksbank Gera-Jena-Rudolstadt war nach zwölf Jahren einfach mal wieder dran.“ Das war der Satz, den man bei der lang andauernden Siegerehrung zum 21. Benefizturnier der Genossenschaftsbank am Samstag (18.11.) meisten hörte. Und es gab wohl niemanden in der Dreifelderhalle Rudolstadt, der den Bankern um Kapitän Michael Möller den Erfolg nach den Pokalgewinnen von 1998, 2002 und 2005 nicht gönnte.

Mit dem Ausrichter des Traditionsturniers, das in dieser Kontinuität und Form wohl seinesgleichen im Freistaat sucht, gewann die am ausgeglichensten besetzte Mannschaft. Auch eine weitere positive Folge der Fusion mit der Geraer Volksbank, denn mit Schlussmann Jens Weißgerber, der im „Kampf“ um die Einzelauszeichnung „Bester Torhüter“ nur ganz knapp unterlag, Enrico Schneider, Max Müller und Jan Bergt, am Ende mit sieben Treffern als „Bester Torschütze“ ausgezeichnet, hatte das Fußballteam der Volksbank sehr an Qualität dazu gewonnen.

Schon die Vorrunde beendeten die Banker mit drei Siegen und einem Remis ungeschlagen. Und auch im Halbfinale ließ man beim 3:0 über das Finanzamt nichts anbrennen. Das Endspiel gegen die Landespolizeiinspektion, die das Finale ebenfalls unbezwungen erreichte und im Halbfinale das Landratsamt besiegte (2:0), war allerdings eine „knappe Kiste“. Die Ordnungshüter, die mit Kay Zobel - er erhielt den Pokal für den „Besten Spieler“ des Turniers - und Roman Knoll wohl die auffälligsten Akteure in ihren Reihen hatten, gaben sich erst durch einen Treffer von Enrico Schneider in der letzten Sekunde mit 0:2 endgültig geschlagen. So durften sich der Verein für Behinderte Kahla und das Fan-Projekt, für die die Volksbank bzw. die Polizisten spielten, über 500 Euro (Kahla) und 400 Euro (Jena) freuen.

Platz 3 ging an das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt. Das hatte einige Gastspieler am Start, ging aus der Vorrunde ohne Niederlage heraus und verlor erst im Halbfinale das erste Spiel. Das Abschneiden der Landkreisregierung spülte der „Saalfelder Tafel e.V.“ 350 Euro in die Vereinskasse.

Das Podest knapp verpasste das Finanzamt Pößneck durch ein 2:4 gegen das Landratsamt. Erfreulich, dass die „Geldeintreiber“ mit fünf Spielern aus der eigenen Behörde anreisten. Die „Lebenshilfe Schleiz-Bad Lobenstein e.V.“ freute sich über 300 Euro, die das Finanzamt einspielte.

Für die anderen sechs Fußballmannschaften war nach der Vorrunde Schluss. Sie erhielten zur Siegerehrung alle aus den Händen von Vorstand Willi Obitz, der der Initiator und nach wie vor Hauptorganisator des Benefizturniers ist, jeweils 250 Euro. Die gaben sie an ihre Paten weiter. Die sportliche Leitung aber hat Obitz seit diesem Jahr in die Hände von Michael Möller gelegt.

In der Vorrundengruppe A war das zunächst die Stadtverwaltung Bad Blankenburg. Die junge Mannschaft mit Spielern aus Böhlscheiben, darunter auch dem Vorsitzenden des rührigen Vereins „Unser Böhlscheiben e.V.“, Christian von Ende, für den man spielte, musste sich erst aufgrund des Torverhältnisses geschlagen geben. Ebenfalls in dieser Gruppe spielte das Technische Hilfswerk (THW), Ortsverband Rudolstadt/Saalfeld. Die Mannschaft wurde erfreulicherweise von dem seit längerem wegen einer Krankheit außer Gefecht gesetzten Gerhard Wenig gecoacht. Der frühere Leistungsträger bei der Einheit, der bei der einstigen Chemie Schwarza auch in der DDR-Liga zum Einsatz kam, führte „seine“ Mannschaft zu zwei respektablen Unentschieden, konnte aber diesmal keinen Akteur aus dem THW einsetzen. 250 Euro erhielt der Förderverein Nikolauskapelle Dörflas für die Teilnahme des THW.

In der Vorrundengruppe B war, mit zumeist jungen Studenten besetzt, erstmals eine Mannschaft des Thüringer Landestheaters Rudolstadt am Start. Hier zeigte Judoka Vincent Giller, der bei der Teamweltmeisterschaft in Zagreb in diesem Jahr den 3. Platz erreichte, dass er auch ein passabler Fußballer ist. Einer der Höhepunkte des Turniers war dabei sicher der Kurzauftritt von Intendant Steffen Mensching mit der Rückennummer 1. Ebenfalls erstmals als begünstigter Verein kam dadurch der Förderverein Theater Rudolstadt e.V. in den Genuss einer Zuwendung durch die Volksbank.

Klaus Merkel, der Chefarzt der Notaufnahme der Thüringenklinik, formierte das Ärzteteam. Der dreifache Benefizgewinner war diesmal personell nicht optimal besetzt, durfte sich aber freuen, dass ihr Torhüter Tommy Ehrhardt als „Bester Torwart“ ausgezeichnet wurde. Die Mediziner spielten für die „Lebenshilfe Neuhaus. e.V.“.

Geschäftsführer Andreas Stausberg ließ es sich auch diesmal nicht nehmen, das Trikot seines ZWA Saalfeld-Rudolstadt überzustreifen. Den Sprung ins Halbfinale konnte er mit seiner Mannschaft zwar nicht erreichen, aber der ZWA tat etwas für einen guten Zweck und brachte dem „Sozialdienst Elisabeth von Thüringen e.V.“ 250 Euro ein.

Sieben der zehn Kicker der Stadtverwaltung Rudolstadt, darunter drei Azubis, arbeiten im Rathaus oder in einer nachgeordneten Einrichtung. Leider reichte es für das Team um Fachdienstleiter Ulli Giller nicht zu einem Punkt. Aber natürlich ging der Verein „FreiRaumNatur e.V.“ deshalb nicht leer aus.

Neben dem Fußball hatte die Organisationsgruppe der Volksbank wie gewohnt für weitere interessante Farbtupfer in den sechs Stunden gesorgt. So mit dem mit viel Beifall bedachten Auftritt des Bad Blankenburger Carneval Clubs e.V., einem Gewinnspiel mit attraktiven Preisen und der hervorragenden Versorgung. Dass das Turnier sehr fair verlief - es gab in den 24 Spielen nur eine Zwei-Minuten-Strafe - die Bürgermeister aus Rudolstadt (Jörg Reichl) und aus Bad Blankenburg (Frank Persigke) sowie die aktuelle Lavendelkönigin Luise Martin bei der großen Auszeichnungsrunde am Schluss anwesend waren, rundete ein wiederum gelungenes Benefizturnier der Volksbank ab. Das wurde auch im 21. Jahr vom FC Einheit Rudolstadt unterstützt.

Statistik

Vorrunde A:

Stadt B. Blankenburg - THW 4:2, ZWA - LPI 0:3, THW - Finanzamt 0:2, ZWA - Stadt B. Blankenburg 0:1, Finanzamt - LPI 0:1, THW - ZWA 1.1, LPI - Stadt B. Blankenburg 3:0, Finanzamt - ZWA 3:1, LPI - THW 0:0, Stadt B. Blankenburg - Finanzamt 0:0

Endstand:

1. Landespolizeiinspektion (LPI) 7:0 Tore/10 Punkte; 2. Finanzamt Pößneck 5:1/7; 3. Stadtverwaltung Bad Blankenburg 5:5/7; 4. THW RU-SLF 3:7/2; 5. ZWA SLF-RU 2:8/1

Vorrunde B:

LRA - Ärzte 1:0, Stadt Rudolstadt - Landestheater 1:4, Ärzte - Volksbank 0:3, Stadt Rudolstadt - LRA 1:7, Volksbank - Landestheater 5:1, Ärzte - Stadt Rudolstadt 2:1, Landestheater - LRA 0:3, Volksbank - Stadt Rudolstadt 4:0, Landestheater - Ärzte 4:2, LRA - Volksbank 0:0

Endstand:

1. Volksbank 12:1 Tore/10 Punkte; 2. Landratsamt SLF-RU 11:1/10; 3. Thüringer Landestheater Rudolstadt 9:11/6; 4. Ärzteteam Thüringenklinik 4:9/3; 5. Stadtverwaltung Rudolstadt 3:17/0.

Halbfinale:

Landespolizeiinspektion - Landratsamt 2:0, Volksbank - Finanzamt 3:0

Spiel um Platz 3:

Landratsamt - Finanzamt 4:2

Endspiel:

Landespolizeiinspektion - Volksbank 0:2