06.08.2018  11:00 Uhr  Alter: 128 Tage
Von: Hartmut Gerlach

FC Einheit will sich noch intensiver um seine Vereinsschiedsrichter kümmern

Treffen vor dem Oberligaspiel gegen Halle/Schiedsrichterbetreuer Frank Dresselt initiierte Zusammenkunft

Schiedsrichter werden in einem Verein nicht selten recht stiefmütterlich behandelt. Oft merkt man sie nur, wenn sie fehlen und der Vorstand etwas tun muss, um die vom Thüringer Fußball-Verband (TFV) geforderte Anzahl von Unparteiischen zu stellen. Denn wenn es nicht genug sind, sind Geldstrafen oder im Wiederholungsfall sogar Punktabzüge der 1. Mannschaft die Folge.

Auch beim FC Einheit war dies eine Zeit lang nicht anders. Doch in den letzten Jahren hat sich manches zum Guten gewendet und es gab einige Treffen von Vereinsverantwortlichen mit den Referees. Damit die nicht „einschlafen“, ergriff Frank Dresselt jetzt die Initiative. Er ist bei der Einheit, natürlich ehrenamtlich, für die Betreuung der Oberliga-Schiedsrichter zuständig und initiierte eine Zusammenkunft mit den Vereinsschiedsrichtern und dem Vereinssprecher vor dem Oberligaauftaktspiel der Rudolstädter gegen den VfL Halle.

In der letzten Saison hatte die Einheit mit Moritz Archut, Leander Dawczynski, Andreas Hilarius, Felix Hohmuth, Lukas Hohmuth, Christian Möller und Torsten Schröter sieben Schiedsrichter. Leider muss man ab dieser Saison auf Leander Dawczynski (18) verzichten. Der frischgebackene Abiturient beginnt ein Studium in einem anderen Bundesland.

So gehen noch sechs Unparteiische ins neue Spieljahr. Von denen waren bis auf die urlaubsbedingt verhinderten Hohmuth-Zwillinge (17) alle der Einladung in die Rolschter Sportsbar gefolgt. Freimütig erzählten sie zunächst über die eigene Biografie und über die Gründe, warum sie, neben der eigenen sportlichen Betätigung, pfeifen. Der Tenor war bei allen gleich: Das Schiedsen macht ihnen Freude und sie sind zumeist dazu gekommen, weil Schiedsrichter fehlten und sie angesprochen wurden.

Dabei sind ihre Voraussetzungen, nicht nur altersmäßig, unterschiedlich. Christian Möller (36), der am Samstag Geburtstag hatte, arbeitet als Speditionskaufmann in Arnstadt und ist seit 2007 Schiedsrichter. Torsten Schröter (33) hat nach zwölf Jahren beim Bund ein Studium für Wirtschaftsinformatik, bei dem die Deutsche Bundesbahn „dahinter steht“, aufgenommen. Seine ersten Spiele leitete er 2014.

Andreas Hilarius (29) arbeitet als Schichtverantwortlicher bei Griesson in Kahla, kam einst durch die Ausbildung und die Partnerin aus dem Vogtland nach Thüringen und ist seit 2008 Referee.

20 Jahre alt ist Moritz Archut. Er ist seit fünf Jahren Schiedsrichter und lernt Industriekaufmann in Erfurt, wo er die Woche über wohnt, mit dem Ziel, die Ausbildung im Juni/Juli 2019 zu beenden.

Im angeregten und sehr freimütigen Gespräch äußerten die Schiedsrichter, dass sie gern noch mehr in den Verein integriert werden wollen. Über Einladungen zu Mannschafts- oder Vereinsfeiern würden sie sich ebenso freuen wie über einheitliche Kleidung. „Damit repräsentieren wir ja auch den Verein“, sagen sie übereinstimmend. Und natürlich hoffen sie, dass die von der Vereinsspitze gemachten Zusagen, die Taschen oder Zuwendungen betreffen, eingehalten werden.

Dabei bieten sie auch an, vor allem in die Nachwuchsmannschaften zu gehen, um mit den jungen Leuten über Regeln zu sprechen und auch für die Schiedsrichterei zu werben. Das könne durchaus dazu beitragen, dass der Respekt vor der ehrenamtlichen Funktion eines Unparteiischen wächst. Denn das ist ein Umstand, mit dem auch die Rudolstädter Schiedsrichter leider auf den Fußballplätzen immer noch zu tun haben.

Damit die Hochachtung vor der Leistung der Schiedsrichter, die als 23. Mann unentbehrlich sind, auch im eigenen Verein erhalten bleibt, ist das nächste Treffen mit ihnen in ca. acht Wochen geplant.

Foto: Christian Möller, Torsten Schröter, Frank Dresselt, Andreas Hilarius, Moritz Archut (von links)