Niederlagenserie hält an
Man mag kaum glauben, dass es dieselbe Mannschaft wie in der erfolgreichen 1. Halbserie ist, die nun beim FC Einheit im 13. Oberligajahr in Folge die Rückrunde absolviert. Denn auch beim Tabellenletzten reichte es in einer reinen Thüringer Auseinandersetzung nicht zum Punkt. Damit war die vierte Niederlage hintereinander perfekt.

Holger Jähnisch war dennoch mit dem Start seiner Mannschaft durchaus zufrieden: „Wir sind sehr gut in das Spiel hinein gekommen und haben das, was wir uns vorgenommen haben, bis zum 1:1 hervorragend umgesetzt.“
Dabei hatten die Gäste schon Aufreger zu überstehen, wenn man an den gefährlichen Freistoß 17 Meter vor dem Kasten von Max Bresemann (3.) oder auch an den Schuss von Ex-Profi Fabian Schnellhardt (6.) und seinen Kopfball nach einer Ecke (19.) denkt.

Doch auch die Rudolstädter hatten ihre Möglichkeiten durch Maximilian Schlegel (14., 21.). Nach 23 Minuten köpfte Justin Smyla, den Jähnisch diesmal mit einer offensive Rolle bedacht hatte, nach einem Eckball ein. Hier sah Aleksandr Stankovic, einer von sieben Neuen in der Startelf, nicht gut aus.
Der Eichsfelder Trainer beurteilte den Führungstreffer des langjährigen Oberligamitglieds so: „Wir haben durch die Ecke ein Geschenk verteilt. Das haben wir zwar in den letzten beiden Wochen zu Genüge trainiert und trotzdem haben wir es nicht verteidigt bekommen.“

Kurz darauf hätte Emilio Heß auf 2:0 stellen können, aber er zögerte ein Stück weit nach einem Solo zu lange mit dem Abschluss und verfehlte dann die gegnerische Box (26.).
Doch dann zeigte der Unparteiische aus Sachsen nach einem Eckball auf den Elfmeterpunkt. Für den FC-Coach eine „lächerliche Entscheidung“, denn der Heiligenstädter habe den Einheit-Spieler geblockt. Das Fazit des Einheit-Übungsleiters: „Dadurch wird man mit dem 1:1 aus einer guten Anfangsphase herausgerissen.“

Gegenüber Benedikt Seipel wollte sich, bevor er sich äußerte, diese Szene noch einmal anschauen.
Er war beim Gang in die Halbzeitkabine hingegen nicht unzufrieden: „Es war wichtig, dass wir relativ schnell zurückkommen. Ich fand auch, dass wir dann im weiteren Spielverlauf die bessere Mannschaft waren.“
Zwei Szenen zeigen das. So musste Kapitän Tom Krahnert einen Schuss eines SC-Akteurs abwehren (34.) und auch Bresemann war gefragt, als er eine Aktion von Moritz Ruprecht gerade noch parieren konnte (45.), nachdem Schnellhardt unmittelbar zuvor nicht das Tor der Gäste getroffen hatte.
Im zweiten Durchgang passierte zunächst nichts Aufregendes, sieht man von einem Pfostenschuss von Martin Fiedler ab (54.). Nach einer guten Stunde hatte die Einheit dann nach einer Ampelkarte für einen Akteur der Hausherren einen Spieler mehr auf dem Feld.
Doch das sollte den Schillerstädtern nicht wirklich helfen. Holger Jähnisch hatte das Übel längst erkannt: „Wir haben uns sportlich selbst gekillt. Das nimmt einem so viel Kraft und Energie, wenn man einfache Bälle immer wieder verschenkt und dafür unendlich viel arbeiten muss – durch den Einzelnen und das Team. Dann ist es halt die Krönung, dass wir in Überzahl vom Gegner im Konter noch das 1:2 bekommen.“
Denn einmal mehr war es Schnellhardt, der die Partie drehte, Zuvor hatte Robin Ensenbach das Stankovic-Tor mit einem wuchtigen Schuss verfehlt (73.) und auch der zu kurz abgewehrte Ball der Heiligenstädter Hintermannschaft fand durch den eingewechselten Marco Riemer nicht den Weg ins Tor. Ein Spieler rettete auf der Linie (84.).
So blieb es beim Heimsieg für den Gastgeber, die nach einer Ampelkarte für einen Rudolstädter in den letzten fünf Minuten numerisches Gleichgewicht hatten.
Benedikt Seipel resümierte: „Insgesamt Hut ab vor meiner Mannschaft für die Moral. Wir waren in Grimma nicht gut und hatten heute wieder etwas gut zu machen. Das war ein ordentlicher Fight.“
Der Kollege auf anderen Bank sagte: „Ich habe gedacht, es geht nicht tiefer, aber so war es. Wir haben am Ende wieder ein Spiel, was man nie und nimmer verlieren darf. Deshalb ist man leider zu recht nur zweiter Sieger, weil man es einfach nicht geschafft hat, dass es in Überzahl und im Ballvortrag gelingt, eine Chance herauszuspielen, die vielleicht noch für ein Tor reicht. Das geht nun schon seit Wochen so und das nervt.“
Mit dieser erneuten Niederlage rutscht das Team nun immer mehr in die bedrohliche Abstiegszone.
Im dritten Auswärtsmach hintereinander wartet am Samstag, dem 11. April, um 14 Uhr der SC Freital, aktueller Tabellenzweiter – das kann sich nach den Oberligaspielen vom Ostermontag noch ändern – und damit heißer Aufstiegsanwärter.
Die Statistik:
1.SC 1911:
Stankovic, Wolanski (63. GRK), Köhler (90.+5 Abdoul Aziz), Tavares (77. Gümpel), Michalek, Schnellhardt, Pietsch, Ruprecht (77. Göbel), Voilenko, Gorges, Fiedler (65. Stashenko)
FC Einheit:
Bresemann. Frackowiak, Floßmann (83. Riemer), Schlegel, Heß (83. Mohammadi), Ensenbach, Starke (83. Kpoton), Krahnert (90. GRFK), Smyla, Rupprecht, Rühling
Schiedsrichter: Lucas Leihkauf, Zuschauer: 358
Torfolge: 0:1 Justin Smyla (17.), 1:1 Maciej Wolanski (32.(FE), 2:1 Fabian Schnellhardt (75.)
Hartmut Gerlach