Ausführlicher Bericht: 1. Mannschaft – SG Union Sandersdorf 1:0 (0:0)

Mit „dreckigem Sieg“ Serie ohne Erfolg beendet

Das Aufatmen der Spieler und Anhänger war nach dieser Sonntagspartie auf einem schwer zu bespielenden – das war auch die Meinung der Trainer bei der Pressekonferenz – sicher weit über den Heinepark hinaus zu hören. Und am Ende kursierte der Begriff vom „dreckigen Erfolg“ durch das Areal.

Die Rudolstädter hatten zuvor mit einem 1:0 die sieglose Serie von sechs Begegnungen beendet und sich mit den drei Punkten etwas nach oben bewegt. Aber auch die Gäste aus Sachsen-Anhalt stehen keineswegs im Tabellenkeller, wie auf der Homepage des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) behauptet wird. Dass zudem hier die Verwarnungen und Feldverweise sogar namentlich genannt werden, hat mit Datenschutz, siehe „fussball.de.“, eigentlich nichts zu tun.

Aber zurück zum Spiel. Das begann nach einem gegenseitigen Abtasten, weil beide Teams lange nicht auf Rasen gespielt hatten, mit einer gefährlichen Eingabe der Sandersdorfer (10.), Es folgten drei „Riesen“ der Hausherren binnen zwei Minuten durch Robin Ensenbach. Doch die brachten ebenso wenig etwas Zählbares ein wie ein Schuss vom Unioner Maximilian Scheibe (27.). Hier ging einer der wenigen Fehler der Rudolstädter im Spielaufbau voraus.

Mit einem guten Angriff der Platzmannschaft , der aber mit einem Schuss in den blauen Himmel endete (31.), einem Aufsetzer von Ensenbach knapp am Kasten von Yannik Räthel vorbei (36.) und zwei, drei nicht ungefährlichen Standards der Sachsen-Anhaltiner (35., 28., 43.) ging eine 1. Halbzeit zu Ende, die die Einheit durchaus mit mindestens einem Tor Vorsprung in Front hätte in die Kabine gehen können.

„Bei den Chancen für den Gegner hatten wir Glück, denn wir hätten schon zurückliegen können. Das wäre in diesem Moment ganz gut gewesen, denn dann wären wir etwas früher erwacht“, sah Gästecoach Thomas Sawetzki zur Pressekonferenz die ersten 45 Minuten.

Holger Jähnisch indes hatte Schlimmes geahnt, als er später am Mikrofon des Vereinssprechers sagte: „Dass wir am Anfang zwei Chancen hatten und die nicht genutzt haben, ist manchmal im Fußball so, dass einem dies auf die Füße fällt. Das haben wir ja in den letzten Wochen erlebt.“

Doch nach 56 Minuten ging eine Phase ohne einen Treffer der Rudolstädter zu Ende, nachdem es zuvor Gelegenheiten von Maximilian Schlegel (52.) und vom auffälligen Justin Smyla (53.) gab. Marvan Kpoton eroberte sich das Leder, ging in den Strafraum und wurde hier von den Beinen geholt. Dass es bei Sandersdorf keine Proteste gab, zeigte, dass der Unparteiische, der mit der anständigen, aber kampfbetonten Begegnung – das zeigten auch nur fünf Gelbe Karten – wenig Mühe hatte, mit seinem Elfmeterpfiff richtig lag. Spezialist Schlegel trat an und versenkte die Kugel im Netz.

Aber die Partie wurde intensiver und die Rudolstädter mussten alle ihre Kräfte in die Waagschale werfen, um einen Treffer zu verhindern. Dabei waren nicht nur die Eckbälle, sondern auch die weiten Einwürfe, die der eingewechselte Pascal Sauer nach innen brachte, höchst gefährlich.

Aber mit Glück und Geschick überstand der FC Einheit auch die letzten schwierigen Momente (80.: Dennis Brunner; 90.+4: Koto Djouoko) und durfte sich dann über den Heimsieg freuen.

Den sahen die Trainer so: „Wir hatten nach dem Strafstoß genug Zeit, um wieder zurück zu kommen. Da hatten wir zwei, drei gute Chancen, wenn ich nur an die Kopfballgelegenheiten denke. Unter dem Strich wäre ein Punkt irgendwie gerecht gewesen, aber Gerechtigkeit im Fußball ist nicht üblich. Wir sind bitter enttäuscht, dass wir heute nicht gepunktet haben“, urteilte Thomas Sawetzki.

Holger Jähnisch bewertete das Match so: „Der Strafstoß bringt einem, was Kraft und Emotion anbelangt, noch einmal ein Stück weit nach vorn. Wir haben uns rein gesteigert und das ‚Ding’ auch über die lange Nachspielzeit nach Hause gebracht. Sicherlich hätte man am Ende auch Pech haben können bei einem Standard oder einem gefährlichen Einwurf. Aber es gibt halt so Tage, da merkt man draußen, dass dies eher nicht der Fall sein wird. Da bekommt man im Sport manchmal das zurück, was man sich an anderer Stelle erarbeitet hat.“

Am Samstag treten die Rudolstädter die längste Auswärtsfahrt in der Oberliga Süd an. Denn reist man 300 Kilometer zum VfB 1921 Krieschow.

Die Statistik

FC Einheit:

Kunth, Schlegel, Ensenbach (46. Barthel. 90.+5 Bresemann), Yaser Mohammadi (82. Floßmann), Krahnert, Stelzer (46. Frackowiak), Smyla, Rupprecht, Rühling, Schneider, Kpoton (63. Riemer)

SG Union:

Räthel, Schnabel, Sponholz, Farkas (66. Sauer), Mehnert (90.+1 Choschnau), Brunner, Scheibe, (82. Koto), Walter (66. Exner), Seifert (82. Jauck), Ihbe, Hamella

Schiedsrichter: Fabien Schlecht, Zuschauer: 133

Torfolge: 1:0 Maximilian Schlegel (56./FE)

Hartmut Gerlach

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