Auswärtssieg von Bischofswerda nach schwerem Kampf veredelt


Die Rudolstädter und ihre Anhänger werden sich die Oberligatabelle nach dem 2. Spieltag einrahmen. Denn es wirkt schon ein wenig unerwartet, dass die Einheit nach zwei Runden an der Tabellenspitze steht. Doch der Sieg über die engagierten Gäste aus Sachsen-Anhalt fiel den Hausherren keineswegs leicht. „Man muss ganz klar sagen, dass wir da auch ein wenig Glück hatten. Von der Chancenverteilung kann es bis zu unserem Treffer schon 2:2 oder 3:3 stehen. Jede Mannschaft lässt dort ihre Chancen weg“, analysierte FC-Coach Holger Jähnisch in der Pressekonferenz. Gegenüber Jörn Schulz kam zu diesem Urteil: „Wir waren ganz gut drin in der Grundordnung und haben ordentlich verteidigt. Es war bis dahin ein Spiel auf Augenhöhe. Wir hatten auch ein, zwei gute Umschaltmomente.“

Das zeigt auch das Spielstenogramm, Zunächst gab es ein Abseitstor (6.) für die Rudolstädter in einer Begegnung, in der der erfahrene Unparteiische Benjamin Seidl einmal mehr gezeigt hat, dass er zu den Besten seiner Zunft auf Oberligaebene gehört.

Zunächst verpasste Manfred Starke einen frühzeitigen Abschluss (9.). Fast im Gegenzug wurde Einheit-Schlussmann Eric Kuhnt erstmals gefordert und er verhinderte mit einer hervorragenden Abwehrtat einen Rückstand der Gastgeber (10.).

Danach waren wieder die Hausherren am Zuge, aber Kapitän Marco Riemer verfehlte das Ziel gleich zwei Mal aus spitzen Winkel bzw. im Nachschuss (15., 16.). Kurz darauf rettete Maximilian Schlegel gerade noch zur ersten Ecke für den Kontrahenten (18.). Der folgende Standard wurde gefährlich, aber der Pfosten verhinderte die Führung für den Rückkehrer in der 5. deutschen Liga (19.).

Nach 23 Minuten zeigte auch Philipp Poser im Gehäuse der Mannschaft vom traditionsreichen „Hölzchen“ beim Distanzschuss von Tom Krahnert sein Können (23.), Ein weiteres Abseitstor, diesmal von Justin Smyla, fand wenig später erneut keine Zustimmung der Unparteiischen (24.).

Dann wurde es wieder brenzlig für die Einheimischen, aber Riemer (29.) und Krahnert (31.) retteten nach zwei Freistößen der Lok auf der Linie.

Die bis dato beste Gelegenheit für die Hausherrn hatte Emilio Heß, der das Spielgerät freistehend über den gegnerischen Kasten jagte (32.). So ging es mit einem torlosen Remis in die Pause, mit dem Schulz gut leben konnte.

Kurz nach Wiederbeginn musste Kunth zum zweiten Male sein Können im eins gegen eins zeigen (48.). Auf der anderen Seite verpasste es Heß, eine Eingabe von Sven Rupprecht erneut freistehend aus kurzer Distanz einzunetzen (53.).

Danach fand die Partie oft zwischen den Strafräumen statt, wobei der FC-Keeper nach 73 Minuten wiederum ganz stark parierte. Wenig später dann die Führung für den neuen Tabellenführer. Robin Ensenbach, gerade eingewechselt, setzte zum Solo an, fand mit seinem klugen Rückpass Starke, der entschlossen einhämmerte (75.).

Nun versuchte der Aufsteiger noch einmal alles, um zum Ausgleich zu kommen. Doch die Hintermannschaft des Gastgebers warf sich in alle Schüsse und stand sicher. Als Poser nach einem Eckball in der Nachspielzeit mit nach vorn ging, hatte Stendal Glück, dass der Ball von der Einheit nicht kontrolliert werden konnte (90.+1). Doch der nächste Eckstoß brachte die Entscheidung. Die FC-Deckung klärte, Rupprecht holte sich das Leder 20 Meter vor dem eigenen Tor, lief über den ganzen Platz und traf auf der Gegenseite ins leere Tor (90.+3).

„Meinen Jungs trotzdem Respekt und ein Dankeschön für ihre leidenschaftliche Leistung. Ich habe vor dem Spiel in der Analyse gesagt, dass Rudolstadt in diesem Jahr eine ganz, ganz andere Rolle spielen kann. Das hat man heute eindrucksvoll bewiesen, betonte der Trainer der Gäste.

Holger Jähnisch sagte: „Wir haben das eine Tor erzwungen, das zweite war so ein wenig ein Geschenk. Wir haben in der letzten Viertelstunde noch einmal alles auf dem Platz gelassen. Man sieht auch gerade bei so einem Wetter und so einem Verschleiß, dass man den Kader in der Breite auch braucht. Da ist es umso besser, dass unser Aufgebot in diesem Jahr sowohl qualitativ als auch quantitativ etwas besser aufgestellt ist. Da hat man als Trainer noch die eine oder andere Möglichkeit, adäquat nachzuschieben.“
Die Statistik
FC Einheit:
Kunth, Frackowiak, Schlegel, Heß (68. Floßmann), Starke (79. Mohammadi), Riemer (90.+3 Schneider), Krahnert (68. Ensenbach), Stelzer, Smyla, Rupprecht (90.+3 Siegel), Rühling
1.FC Lok:
Poser, Scharschmidt (81. Dzhurylo), Ilchenko, Schulze, Witte (76. Konieczny), Salge, Knoblich (78. Buschke), Stark, Schleicher, Kohl, Kaschlaw (78. Pfeiffer)
Schiedsrichter: Benjamin Seidl, Zuschauer: 302
Torfolge: 1:0 Manfred Starke (75.), 2:0 Sven Rupprecht (90.+3)
Hartmut Gerlach