Würdiges Geschenk zum Geburtstag des Vereinsvorsitzenden
Ohne dass wir an dieser Stelle Personenkult betreiben, aber es ist schon etwas Besonderes, wenn die 1. Mannschaft an dem Tag, an dem unser Vereinsvorsitzender Dr. Karl-Heinz Müller seinen 71. Geburtstag feiert, den Favoriten, VfL Halle 96, mit 2:0 besiegt. Und das nicht glücklich, sondern so Gästecoach Luca Shubitidze, durchaus verdient.


Dass man die wenig überzeugende Begegnung bei Budissa Bautzen vergessen machen wollte, spürte man zu Beginn in allen Mannschaftsteilen der Einheimischen. Schon nach zwei Minuten zwang der wegen des fehlenden Marco Riemer erneut als Kapitän aufgelaufene Maximilian Schlegel den VfL-Keeper Julius Schmid, der reichlich Erfahrung in Unterhaching, bei Holstein Kiel oder dem VfB Lübeck sammeln konnte, zu einer außerordentlichen Abwehrtat. Auf der Gegenseite erwies sich der diesmal als Abwehrspieler, der sich jedoch fortlaufend mit Justin Smyla abwechselte, aufgebotene Sven Rupprecht als schnell genug, um den enteilenden Hallenser gerade noch zu stoppen (3.). Dann war schon wieder der FC am Drücker, aber Schlegel verzog (4.).

Rudolstadt blieb auch in der Folge die spielbestimmende Mannschaft. Halle konnte Smyla gerade noch stören (8.). Danach sah Jegor Jagupov den gelben Karton, weil er gemeckert hatte. Auch das bessere Spiel der Gäste aus Sachsen-Anhalt erwies sich als Strohfeuer. Der ersten Ecke für den Kontrahenten folgte eine weitere Chance für den erneut verbesserten Emilio Heß (20.).

Und dann lag das Leder erstmalig im Kasten von Schmid. Max Zerrenner, nicht unbedingt ein Goalgetter, „roch den Braten“ und war zur Stelle, um einen Ball im langen Eck zu versenken (23.). Drei Minuten darauf fand Schlegel mit einer Flanke den einlaufenden Smyla und der köpfte die Kugel maßgenau ins Netz (26.).

Nach einem Freistoß für Halle, der für die Gastgeber zweifelhaft schien, konnte Max Bresemann im Tor der Hausherren gegen Joel Marks klären (31.). Es war einer der wenigen Aktionen in den oberen Gefilden, die an den VfL 96 gingen. Zumeist erwies sich die Einheit auch in den Luftduellen als Sieger.

Verständlich, dass der Trainer des gegnerischen Teams mit der Vorstellung seiner Elf im ersten Abschnitt wenig zufrieden war: „Wir hatten in der 1. Halbzeit wenig Zugriff und haben jeden ersten oder zweiten Ball verloren. Ihr habt das auch gut gemacht, wenn ihr nach vorn gespielt habt. Man muss auch fairerweise sagen, dass es auch ein, zwei Tore mehr hätten sein können. In unserem Spiel hat relativ wenig funktioniert.“

Hingegen freute sich Holger Jähnisch über die Leistung seiner Mannen bis zur Pause: „Mit der Art und Weise, wie wir es heute gemacht haben und die Tore herausgespielt haben, wie wir gekämpft haben und gelaufen sind und das zu Null gehalten haben, das war schon hervorragend.“

In den zweiten Durchgang ging Halle mit etwas mehr Power, kam in den ersten 20 Minuten zu drei Eckstößen und zwang “Brese“ zu einer tollen Tat (56.). Doch dann hatte der sehr gut besetzte Gegner Glück, dass Schmid gerade noch einen „Riesen-Kopfball“ von Smyla zur Ecke abwehren konnte (66.). Aus der entstand gleich drei Mal Gefahr für den VfL. Aber ein Tor, das die Partie sicherlich entschieden hätte, fiel nicht.

Auch nicht, als Jagupov zum Elfer antrat. Hier sah der Unparteiische aus der Nähe von Plauen ein Handspiel des Einheit-Kapitäns, das sowohl von den Rudolstädter Spielern als auch den Zuschauern als wenig gerechtfertigt angesehen wurde. Doch ausgleichende Gerechtigkeit: Bresemann hielt den Ball und Tim Rühling konnte den Abpraller zur Ecke befördern (70.).

Lob für seinen Torhüter hatte dann zur Pressekonferenz sein Übungsleiter: „Man muss natürlich’ Brese“ ein großes Kompliment aussprechen. Vor allem dafür, wie er den Elfer gehalten hat. Wenn der reingeht, kommt in den letzten Minuten noch einmal Druck ins Spiel und es wird sehr brenzlig.“

So blieb es bis auf einen Ball, den Max Bresemann an den Pfosten lenkte (73.), in der torgefährlichen Zone der Schillerstädter relativ ruhig. Auf der anderen Seite verpasste es die Einheit, weitere Tore zu erzielen. So beim Heber von Tom Krahnert fast von der Mittellinie (78.), beim Freistoß von Max Schlegel (83.) und bei den Gelegenheiten des sich sofort sehr gut einfügenden Robin Ensenbach (90.+1, 90.+3).

Die Rote Karte für Francesco Lubsch rundete einen Tag für den vorherigen Tabellenvierten ab, der wie der des FC Einheit vor einer Woche in Bautzen, einer zum Vergessen war. Dementsprechend fiel auch das Urteil von Luca Shubitidze aus: „In der 2. Halbzeit haben wir zumindestens versucht, eine Reaktion zu zeigen und auch etwas Druck aufzubauen. Das hat auch teilweise funktioniert. Es war einfach schwierig, ein Tor zu machen. Das ist sehr ernüchternd. Aber das gehört auch dazu.“
Umso größer die Freude bei Holger Jähnisch: „Das uns gegen eine starke Mannschaft aus Halle der Sieg gelungen ist, da muss man nur auf die Saison wie das 3:0 zuhause über Plauen schauen, das macht mich unfassbar stolz auf die Jungs. Da wussten wir, was uns für ein Gegner erwartet. Von daher ist der Erfolg noch einmal ein Stück weiter höher anzusiedeln.“
Nächster Gegner ist am kommenden Sonntag, 09.11.25, ab 13.30 Uhr im Auswärtsspiel Germania Halberstadt.
Den OTZ-Beitrag von Peter Scholz haben wir ja bereits eingestellt. Wir versuchen, einen Artikel des VfL Halle 96 zu finden, werden die Meinungen der Trainer zur PK veröffentlichen und natürlich noch jede Menge Fotos von Achim Freund dazu stellen.
Die Statistik
FC Einheit:
Bresemann, Frackowiak, Schlegel, Heß (88. Fadavi), Mohammadi (74. Ensenbach), Krahnert, Smyla, Rupprecht, Rühling, Schneider, Zerrenner (82. Floßmann)
VfL 96
Schmid, Hüttig (86. Cabral), Kurti (60. Borval), Jagupov, Pessel, Lubsch (90.+4 RK), Marks, Oikonomidis, Haese, Racine, Jagatic (74. Hentsch)
Schiedsrichter: Lucas Leihkauf, Zuschauer: 161
Torfolge: 1:0 Max Zerrenner (23.), 2:0 Justin Smyla (26.)
Hartmut Gerlach