Klarer Erfolg der Rudolstädter über weiter sieglose Eichsfelder im „Fast“ – Derby
In dieser Auseinandersetzung der beiden einzigen Thüringer Oberligisten, die sowohl Andrè Thüne (Heiligenstadt) als auch Holger Jähnisch (Rudolstadt) nicht als Derby verstanden wissen wollten, ging der Gastgeber früh in Führung. Nachdem ein Freistoß nach nur 30 Sekunden für die Einheit nichts eingebracht hatte, musste der Stadionsprecher nach sechs Minuten erstmals eine Zahl auf der Anzeigetafel tauschen. Nach einem überlegten Pass auf die rechte Seite sorgte eine genaue Flanke von Sven Rupprecht, diesmal vor Tim Rühling aufgestellt, dafür, dass die Deckung der Gäste ausgehebelt wurde und Robin Ensenbach das 1:0 per Flugkopfball ungefährdet zum 1:0 kam.


Die Platzelf blieb am Drücker und die Eichsfelder hatten alle Mühe, den durchlaufenden Rupprecht gerade noch auf Kosten des ersten Eckballs zu stoppen (12.). Danach kam der 1. SC etwas besser in die Partie, blieb allerdings wie fast über die gesamte Spielzeit im Angriff relativ harmlos. „Da fehlt uns die Durchschlagskraft“, sagte Thüne bei der Pressekonferenz, wobei er mit der Einstellung und dem Einsatz seiner Schützlinge durchaus zufrieden war. Auch Jähnisch lobte den Kontrahenten für richtig gute Ballbesitzphasen vor dem Wechsel


Das nützte aber den Eichsfeldern wenig, denn Marco Riemer platzierte das Leder nach der zweiten Ecke, getreten wie alle anderen von Maximilian Schlegel, per Kopf ins Netz (25.). Danach war Rudolstadt bei Chancen von Emilio Heß (32.) und einem Solo von Ensenbach, das dieser durch einen unkonventionellen Schuss mit der „Pike“ abschloss, aber das gegnerische Gehäuse nur knapp verfehlte (32.), dem dritten Treffer näher als Heiligenstadt dem Anschluss. „Wir wussten natürlich, dass der SC eine Mannschaft ist, die Fußball spielen will, Sie hat uns zeitweise das Leben richtig schwer gemacht“, hob der einheimische Übungsleiter nach der Begegnung hervor.

Zwar zirkulierte das Leder auch nach dem 2:0 geschickt durch die Reihen des Oberliganeulings, aber echte Torgefahr gab es nur beim Schuss von Fabian Schnellhardt, der knapp am langen Pfosten vorbei strich (43.). Fast im Gegenzug flankte Heß, der immer besser ins Spiel findet, zu ungestüm (45.+2).


Nur kurz nach Wiederbeginn dann die Entscheidung. Die Rudolstädter fingen einen Ball ab, Riemer machte es schnell und bediente den freien Heß, der das Spielgerät nur noch über die Linie drücken musste (47.). Fast wäre dem Vorbereiter der vierte Treffer gelungen, aber in diesem Fall donnerte er das Leder an den Pfosten (51.). Kurz danach verzog Schnellhardt knapp (53.). Auch beim Solo von Heß (60.) fehlte nicht viel.

Dann war wieder höchste Alarmstufe im Strafraum der Gäste, doch der eingewechselte Yasser Mohammadi verpasste ein genaues Zuspiel auf Kapitän Marco Riemer (75.).

In den Schlussminuten wurde der allein auf Keeper Aleksander Stankovic zulaufende Riemer gerade noch gestoppt (87.). Auch die ins Spiel gekommenen Ole Barthel (90.) und Hussain Fadavi (90.+3) trafen nicht.

So blieb es beim verdienten 3:0 in einem Fußballspiel vor guter Kulisse mit zahlreichen mitgereisten Anhängern aus Heiligenstadt, herrlichem Wetter und einer sehr guten Leistung des Thüringer Unparteiischen-Trios.

Zur Pressekonferenz schätzten die Trainer die Begegnung so ein: „Ich kann meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen. Wenn wir den Anschluss schaffen, wird es interessant. Wir hatten teilweise mehr Ballbesitz, aber es kommt nichts ‚bei rum’. Das geht jetzt schon ein paar Wochen so und das tut dann halt weh.“ (A. Thüne).

„Wir sind natürlich absolut happy, dass wir in dieser freien Woche – leider sind wir ja aus dem Pokal ausgeschieden – ein positives Zwischenresümee ziehen können. Wir haben jetzt 16 Punkte. Dass wir vor der Pause nachgelegt haben, brachte etwas Ruhe ins Spiel. Wir haben aber auch gesehen, dass Heiligenstadt einen guten Ball spielt und die eine oder andere Chance hatte. Dann ist es natürlich goldwert, dass wir auch mal einen Fehler des Gegners bestrafen und relativ schnell auf 3:0 gestellt haben. Dann hätten wir, die Chancen waren da, aber ich will nicht vermessen sein, sogar noch ein viertes Tor hätten machen können. Aber wichtig ist auch, dass wir zu Null gespielt haben. Gerade für die Abwehr und den Torhüter.

Die Kritik hält sich jedoch bei mir in Grenzen. Wir haben 3:0 gewonnen und wichtige drei Punkte für den Klassenerhalt geholt.“ (Holger Jähnisch).
Nächster Gegner der Rudolstädter ist nach dem Pokalwochenende am Sonntag, dem 19. Oktober, um 14 Uhr der SC Freital.
Die Statistik
FC Einheit:
Kuhnt, Frackowiak, Flossmann (72. Zerrenner), Schlegel, Ensenbach (72. Mohammadi),, Heß, Riemer, Smyla (90. Barthel), Rupprecht (85. Fadavi), Schneider
1. SC 1911:
Stankovic, Wolanski, Göbel, Joschka, Berger, Wilhelm (72. Henkel), Möhlhenrich, Schnellhardt, Pietsch (61. Vogt), Fiedler, Bako (61. Michalek)
Schiedsrichter: Paul Drößler, Zuschauer: 275
Torfolge: 1:0 Robin Ensenbach (6.), 2:0 Marco Riemer (25.), 3:0 Emilio Heß (47.)
Hartmut Gerlach