Punkt wäre möglich gewesen

Der Tabellenführer ging mit einem Strafstoß, der bei den Trainern höchst unterschiedliche Reaktionen hervorrief – „verdient“ (Christopher Beck), „haben auf der Bank nichts gesehen, was da sein könnte“ (Holger Jähnisch) – schon nach neun Minuten in Führung. Aber die Rudolstädter zeigten sich nicht geschockt und kamen nur sechs Mintuen darauf zum Ausgleich. Justin Smyla hatte in der SC-Hintermannschaft wohl niemand auf der Rechnung, als Tim Rühling eine seiner gefährlichen Eingaben vor rechts brachte. Der Rudolstädter Neuzugang platzierte die Kugel recht freistehend gekonnt per Kopf im langen Eck.

Dieser Treffer verlieh den Gastgebern viel Mut und sie bestimmten fast durchgängig in den ersten 45 Minuten die Szenerie. Doch weder Maximilian Schlegel (18.), noch Emilio Heß (23., 39.), Sven Rupprecht (26.) oder Marco Riemer (43.) konnten ihre durchaus guten Gelegenheiten in Zählbares verwandeln. Auch aus drei Eckbällen kurz hintereinander (27., 28., 31) schlugen die Einheimischen vor guter Kulisse kein Kapital.

Dem gegenüber stand nur eine Chance des Spitzenreiters. Doch die zischte am langen Pfosten ins Seitenaus (35.). Entsprechend fiel auch die Analyse der Übungsleiter aus: „Nach unserem 1:0 haben wir es leider eingestellt, weiter Fußball zu spielen und die Zweikämpfe vernünftig anzugehen. Demzufolge kam, ebenfalls verdient, der Ausgleich zustande. Dann war die Heimmannschaft ein Stück weit am Drücker. Der Gegner muss in dieser Phase auch das 2:1 machen. Da hätten wir uns nicht beschweren dürfen“, sagte Beck zur Pressekonferenz (PK).

Jähnisch meinte: „Wie wir zurückgekommen sind und gerade in der 1. Halbzeit Fußball gespielt haben, das war schon richtig gut. In Anbetracht der Qualität, die von Seiten Freitals auf dem Feld stand, muss man das erst einmal so gespielt bekommen. Wir machen das 1:1 und haben auch Chancen, noch einmal nachzulegen. Aber meiner Meinung nach waren wir zum Ende der 1. Halbzeit etwas zu fahrig und unkonzentriert und haben Freital noch einmal ein, zwei Standards ermöglicht.“

Als die Einheit schon sechs Minuten nach Wiederbeginn das Spielgerät nicht entscheidend geklärt bekam, erreichte Sandro Schulze im Strafraum das Leder und sorgte mit einem unhaltbaren, straffen Schuss für die erneute Führung der Sachsen. Zwar antwortete Rudolstadt mit einem Schuss von Maximilian Schlegel, der sein Ziel verfehlte (57.), aber kurz darauf musste Eric Kuhnt all sein Können aufbringen, um einen weiteren Gegentreffer zu verhindern (61.).

Nun zeigte Freital seine Qualitäten, aber auch der FC gab sich noch nicht geschlagen und prüfte Matti Kamenz im Kasten des Tabellenführers mit einem Freistoß vom Spezialisten Schlegel (85.). Hier schien ebenso wie kurz zuvor (83.) der Ausgleich möglich.

In Anbetracht des Rückstandes machten die Hausherren völlig auf. Das nutzte Freital zum 3:1 durch den freistehenden Robin Fluß (90.+2).

Und so fällt das Urteil der beiden Trainer aus: „Die 2. Halbzeit hat das Spiel heute entschieden. Wir sind richtig ordentlich rausgekommen, haben in der ganzen Halbzeit Konstanz in der Offensive gezeigt und eine gewisse Zielstrebigkeit an den Tag gelegt. Wir haben das 2:1 gemacht und müssen schon früher das 3:1 machen. Dann hätten wir das Spiel schon eher entschieden. Doch man muss sehen, dass man die Begegnung solide zu Ende bringt. Das haben wir getan. Die Heimmannschaft macht dann auf, man kriegt Räume, die haben wir gut genutzt und wir vollenden den Konter zum 3:1. Wir sind froh, die Hürde hier in Rudolstadt genommen zu haben.“ (Christopher Beck).

„Wir wollten nach dem leistungsgerechten 1:1 zur Pause in der 2. Halbzeit dort weitermachen, wo wir aufgehört hatten. Aber wir haben sukzessive gemerkt, dass wir nicht mehr so richtig durchkommen. Wir haben gegen einen Gegner gespielt, der nach dem 2:1 clever und abgezockt war. Das und manche Entscheidung der Schiedsrichter hat uns so ein wenig den Stecker gezogen. Und dann haben wir auch versucht, mit ‚langem Hafer’ zum Erfolg zu kommen. Das war sicherlich nicht das beste Rezept, weil Freital im Zentrum große und robuste kopfballstarke Jungs hat. Da hätte ich mir gewünscht, dass wir fußballerisch so weiterspielen, geduldig über die Außen kommen um dann über Situationen, die uns in der 1. Halbzeit stark gemacht haben, vor das Tor zu kommen. Das ist uns nicht mehr geglückt. Wir haben jedoch eine knappe Stunde auf Augenhöhe gespielt.“

Auch das nächste Spiel findet am Sonntag statt. Am 26. Oktober reist der FC Einheit als Tabellenvierter zum FSV Budissa Bautzen (8.). Anstoß ist um 14 Uhr.

Die Statistik
FC Einheit:
Kunth, Frackowiak, Schlegel, Heß (80. Mohammadi), Riemer, Krahnert, Smyla, Rupprecht (80. Ensenbach), Rühling, Schneider, Zerrenner (70. Floßmann
SC Freital:
Kamenz, Wermann, Heidler (86. Frenzel), Weidauer (73. Schiemann), Schulze (86. Fluß), Michael (73. Herold), Adler, Tänzer (90.+1 Böcker), Menz, Horschig, von Brezinski
Schiedsrichter: Leander Dietz, Zuschauer: 240
Torfolge. 0:1 Philip Weidauer (9./FE), 1:1 Justin Smyla (15.), 1:2 Sandro Schulze (51.), 1:3 Robin Fluß (90.+2)
Hartmut Gerlach