Bittere Niederlage in der Nachspielzeit beim neuen Tabellenzweiten
Als Einheit-Keeper Erik Rößler in der 84. Minute mit einer ganz starken Parade den Kopfball des eingewechselten Adrian Gleu abwehrte und wenig später (90.) Dennis Harms, ebenfalls neu für die BSG Chemie ins Spiel gekommen, die Kugel am langen Pfosten vorbei setzte, schien der Punktgewinn für den Landesklasse-Neuling in greifbare Nähe gerückt.

Doch der Traum vom Punktgewinn beim Tabellendritten, diesen Platz nah die BSG vor dieser Partie in, platzte, denn Fritz Meißgeier köpfte das Spielgerät aus ziemlich freier Position und kurzer Distanz im Anschluss an einen Eckball in die Maschen (90.+3). Damit war der Heimsieg der Mannschaft von Thomas Hurt in „Sack und Tüten“, denn auch in der restlichen Nachspielzeit passierte nichts Aufregendes mehr. Es war übrigens das zweite Mal nach dem Erfolg über Neustadt II, dass die Kahlaer einen Sieg in der Zusatzzeit sicherstellten. Die Porzellanstädter sind nun Zweiter in der Landesklasse 1.

Die anständig geführte Begegnung hatte erst in der 12. Spielminute einen Aufreger. Denn da traf Max Jäger per Kopf nur die Latte. „Rudolstadt hätte bei dieser Aktion durchaus in Führung gehen können“, sah auch Thomas Hurt, der Trainer der Hausherren, die Gefährlichkeit dieser Chance.

Kahla antwortete mit einer Gelegenheit von rechts (21.) und zwang Erik Rößler im Kasten der Einheit zehn Minuten darauf zu einer Tat, bei der er das Leder wegboxte (31.). Auch bei einer Fußabwehr zeigte er sein Können (35.). Die 1. Halbzeit endete mit einem Schuss, der für den FC-Schlussmann kein Problem darstellte.

Im zweiten Abschnitt spürte man immer mehr, dass man es auf dem tiefen und zudem sehr holprigen Rasen sehr schwer hatte, Fußball zu spielen. Hurt nahm auch kein Blatt vor den Mund: „Das ist schon erbärmlich. Ich kann mich nur entschuldigen, obwohl die Stadt dafür verantwortlich ist. Ich kann nicht verstehen, dass vor zweieinhalb Wochen das letzte Mal gemäht worden ist.“

Aber zurück zu Begegnung, in der die Chemiker binnen acht Minuten zu drei Eckbällen, aber zu keinem Torerfolg kamen. Auch bei einem Freistoß aus 19 Metern und mittiger Position stand die Rudolstädter Mauer sehr gut (79.). Es folgten zwei weitere Standards für die Gastgeber von der Eckfahne, die jedoch ebenso nichts einbrachten wie zwei weitere Freistöße (88., 90.+2). Aber am Ende gab der Landesklasse-Neuling den Punkt doch noch aus den Händen.

Thomas Hurt, der ja einige Jahre bei der Einheit gespielt hat (siehe die Vorschau auf den Einheit-Kanälen), sah das Match so: „Am Ende tut es mir ein bisschen leid, aber so ist es nun mal im Fußball. Wir hatten ja trotzdem ein Chancenplus. Natürlich sind wir froh, dass es ein Dreier war. Aber wenn es nur ein Punkt gewesen wäre, hätten wir den auch mitgenommen. Wir hatten auch drei, vier Möglichkeiten, wo wir ein Tor hätten machen müssen, aber es schlecht ausspielen. Heute um 17.30 Uhr fragt niemand mehr, wie der Sieg entstanden ist.“

Gegenüber Josef Bresigke zog dieses Resümee: „Es war ein herbstliches Kampfspiel auf schwierigem Geläuf. Wir haben das torlose Ergebnis beim zuvor aktuellen Tabellendritten lange gehalten. Das ist sicher keine schlechte Leistung. Auch wenn wir nicht immer das gezeigt haben, was wir können. Den Punkt hätten wir gern mitgenommen. Aber so ist es superbitter, dass wir in der 93. Minuten das Gegentor nach einem Standard bekommen. Vielleicht machen wir in der kommenden Woche das 1:0.“

Denn dann empfängt man am Sonntag, dem 2. November, um 15 Uhr im Duell von Tabellennachbarn den VfB Apolda (6.).

Die Statistik:
BSG Chemie:

Stimmer, Kauert, Tänzer, Rauscher, Meißgeier, Jahn, Mayer (77. Gleu), Bernhardt (65. Harms), Frank, Kacar, Zheligotov

FC Einheit II:

Rößler, Enke, Siegel, Klaus (46. Melle), Häußer, Messany (87. H.. Czerwonka), L. Czerwonka (69. Melle), Ring (84. Krause), Zirn, Jäger, Sandeck (69. Trunk)

Schiedsrichter: Tim Annemüller, Zuschauer: 60

Torfolge: 1:0 Fritz Meißgeier (90.+3)

Hartmut Gerlach