Zur Pressekonferenz am Freitag, dem 3. Oktober, äußerten sich beide Trainer zunächst zum Spiel. Und das sagten sie unweit des Getränkewagens:

Andrè Thüne (1. SC 1911 Heiligenstadt):

„Ich kann meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen. Dennoch haben wir beim ersten Tor schlecht verteidigt. Die Flanke darf nicht kommen und der Rudolstädter macht ihn unbedrängt rein. Und auch beim zweiten Tor darf die Lücke so nicht entstehen, der Torhüter darf nicht hingegen und wir lassen den Spieler wieder frei stehen.

Wir haben uns viel vorgenommen und hatten in der 1. Halbzeit auch ein, zwei Chancen durch Fabian Schnellhardt, wie die am Pfosten vorbei. Wenn wir den Anschluss machen, wird es interessant.
Wir haben uns dann für die 2. Halbzeit viel vorgenommen und ich kann meiner Mannschaft vom Einsatz und der Einstellung her nichts vorwerfen. Sie ist gelaufen und hat gefightet. Wir hatten teilweise mehr Ballbesitz, aber es kommt nichts ‚bei rum’. Das geht jetzt schon ein paar Wochen so. Das tut dann halt weh. Wir nehmen uns in der Pause viel vor, doch dann kommen wir raus, machen einen Fehlpass und werden eiskalt ausgekontert. Dadurch kriegen wir das dritte Gegentor und dann wurde es natürlich ganz, ganz schwierig.
Wir haben es leider nicht geschafft, trotz einiger Chancen, die wir uns erarbeitet haben, ein Tor zu erzielen. Ich hätte mich gefreut, wenn das wenigstens gelungen wäre, um nur mal zu sehen, wie interessant es wird. Da fehlt uns die Durchschlagskraft. Aber es nützt ja nichts, da müssen wir weiter machen.“

Angefragt nach dem großen Unterschied zwischen der Thüringen – und der Oberliga, sagte Thüne:
„Es geht körperlicher zur Sache und es ist etwas schneller. Spielerisch haben wir eigentlich in fast jedem Spiel mitgehalten. Doch uns hat leider die Durchschlagskraft gefehlt. Einfache Fehler werden ganz schnell bestraft. Da sind wir noch zu ‚grün’ und daran müssen wir arbeiten.“
Holger Jähnisch (FC Einheit Rudolstadt):

„Wir sind natürlich absolut happy, dass wir in dieser freien Woche – leider sind wir ja aus dem Pokal ausgeschieden – ein Zwischenresümee zu ziehen. Wir haben jetzt 16 Punkte. Das ist natürlich erst einmal sehr, sehr ordentlich. Auf der anderen Seite wussten wir natürlich, dass Heiligenstadt eine Mannschaft ist, die Fußball spielen möchte. Das hat man heute auch gesehen. Sie hat richtig gute Ballbesitzphasen gehabt, gerade vor der Halbzeit. Da haben uns die Heiligenstädter wirklich das Leben schwer gemacht. Da mussten wir richtig leiden, aber das haben wir gewusst.

Deshalb ist es umso schöner, dass wir nach einer präzisen Flanke von Sven Rupprecht Robin Ensenbach den Kopfball gut setzt. Dass wir vor der Pause nachgelegt haben, bringt etwas Ruhe ins Spiel. Wir haben aber auch gesehen, dass Heiligenstadt einen guten Ball spielt und die eine oder andere Chance hatte. Da hatten wir auch etwas Glück, dass der Ball am langen Pfosten vorbei geht.
Dann ist es natürlich goldwert, dass wir auch mal einen Fehler des Gegners bestraft und relativ schnell auf 3:0 gestellt haben. Dann hätten wir, die Chancen waren da, aber ich will nicht vermessen sein, sogar noch ein viertes Tor machen können. Aber wichtig ist auch, dass wir zu null gespielt haben. Gerade für die Abwehr und den Torhüter.

Die Kritik hält sich jedoch bei mir in Grenzen. Wir haben 3:0 gewonnen und wichtige drei Punkte für den Klassenerhalt geholt. Mehr ist dazu nicht zu sagen, außer der Tatsache, dass jeder, de gespielt hat – unser Kader war heute schmal – seine Sache richtig gut gemacht hat. Wir sind zufrieden und können guter Dinge in das lange Wochenende gehen.“
In der Woche findet kein Training statt. Der Leiter der PK wollte wissen, ob die Mannschaft auch trainiert hätte, wenn sie verloren hätte. Dazu Jähnisch:
„Ja, das hätte sie, Aber man muss die Jungs auch mal in Ruhe lassen. Die Zwischenbilanz ist gut, aber wir haben einige Spieler, die angeschlagen sind und muskuläre Probleme haben. Zudem hat mancher in der kommenden Woche etwas vor.
Alle werden eine ‚Hausaufgabe’ bekommen. Es geht darum, regenerativ zu arbeiten. Dann sehen wir uns übernächste Woche wieder und geben Vollgas, um Freital dann Paroli zu bieten.“
Hartmut Gerlach