Nach dem Spiel führten der FC Einheit wieder eine Pressekonferenz im Freien durch. Dazu baten wir beide Trainer um ihr Statement zur Partie. Und das sagten sie uns:

Benjamin Förster (FC Grimma):
„Es war im Spiel viel drin. Wir sind relativ ordentlich in die Partie gekommen. Doch dann kommt, wie so häufig in der Saison, ein langer Ball und der führt zum 1:0. Danach hat man schon gemerkt, dass die Truppe etwas angeschlagen war. Denn wir hatten uns viel vorgenommen und bekommen dann diesen Rückschlag. Ich denke, sehr viel mehr Torschancen waren in der 1. Halbzeit nicht.

In der Pause waren die Jungs schon sehr, sehr positiv. Sie hatten das Gefühl, dass wir hier im Minimum einen Punkt holen können. So sind sie auch rausgekommen und haben das Spiel relativ schnell gedreht. Der Knackpunkt ist dann die Rote Karte, die auf gar keinen Fall eine ist. Dann gibt es den Elfmeter, der berechtigt ist, da unser Torhüter beim Herauslaufen zögert. Die Gelb-Rote Karte muss der Schiedsrichter auch zeigen. Das war keine Frage. Wie die Jungs das dann aber mit zwei Viererketten, die wir in den letzten Wochen auch trainiert haben, verteidigten, war richtig gut. Jeder hat sich reingehangen. Deshalb ein großes Lob an die Mannschaft. Wir hätten auch gern drei Punkte mitgenommen. Das ist uns nicht gelungen. Aber so ist Fußball. Es gibt auch einen Gegner, der dagegen gehalten hat. Ich habe es der Mannschaft auch noch mal in der Kabine gesagt: Wenn wir so weitermachen, werden wir unten auch herauskommen. Wir dürfen halt keinen Meter weniger machen.

Es war ein sehr, sehr faires, aber intensives Spiel. Da sind mir halt zehn gelbe, eine gelb-rote und eine rote Karte viel zu viel.“

Holger Jähnisch (FC Einheit):

„Wir haben unser Minimalziel erreicht und wir wollten auf alle Fälle den Abstand zu Grimma wahren. Wir sollten nämlich eher nach hinten als nach oben schauen. Wir haben eine gute 1. Halbzeit gespielt und das, was wir uns vorgenommen haben, ordentlich umgesetzt. Die 1:0-Führung war natürlich nur ein Zwischenfazit. Leider haben wir das Spiel innerhalb von zehn Minuten unkonzentriert und viel zu leicht aus der Hand gegeben.


Nach einem Standard und einem Elfmeter, wo wir nicht wachsam genug waren – ob es ein Elfer war, müssen andere entscheiden – dreht Grimma das Spiel. Da waren alle Karten auf Seiten des Gegners und wir haben unsere Struktur und Ordnung verloren. Wir kommen aufgrund der numerischen Überlegenheit und durch den Strafstoß wieder zurück in die Begegnung.


Da hatten wir das Momentum so ein wenig auf unserer Seite und wir haben versucht, die Überzahl auszuspielen. Aber wir haben draußen auch gemerkt, dass der eine oder andere zu viel hinter dem Ball war. Wir haben sicher gedacht, uns langt der Punkt, was ja erst einmal nicht so verkehrt ist. Dementsprechend sind wir zu wenig zwingenden Chancen gekommen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir die eine oder andere Abschlussaktion oder Eingabe mehr hätten produzieren können. Aber wir hätten mehr zu verloren in Überzahl als Grimma mit den beiden Spielern weniger. Doch wir sollten mehr mit dem Punkt zufrieden sein, als sich zu sehr darüber zu ärgern, dass wir am Ende keinen Dreier geholt haben.“

Hartmut Gerlach