Der SC Freital veranstaltete nach dem Oberligamatch eine Pressekonferenz. Auf der äußerten sich beide Trainer zunächst zum Spiel.

Das sagten sie:
Christopher Beck (SC Freital):
„Wir sind sehr gut in das Spiel hinein gekommen und hatten uns vorgenommen, nicht so wie letzten Montag zu starten. Das ist uns ganz gut gelungen.

Wir wussten, dass Rudolstadt hierher kommt und versuchen wird, alles weg zu verteidigen. Der spielerische Ansatz ist uns gut gelungen und die Führung und das Nachsetzen waren zur Halbzeit auch verdient.
Doch dann kam die Phase, die wir jetzt schon länger haben, wo wir nicht über die volle Distanz das Spiel bestimmen. Ein Gegentor lässt die Jungs auch darüber nachdenken und auf eine Spur lenken, obwohl sie es gar nicht müssten, sondern einfach weiter so spielen sollten, wie sie es vorher gemacht haben. Und irgendwie laden wir den Gegner auch dazu ein. Beim zweiten Gegentor haben wir den Ball und geben ihn ganz einfach her. Dann kommt das Umschaltspiel und wir bekommen den Ausgleich. Nun bäumt sich so eine Mannschaft wie Rudolstadt noch einmal auf. Sie kämpft um ‚jeden Grashalm’ und braucht Punkte.
Dann geht der Gegner sogar in Führung und da haben wir wirklich in den ersten 20 Minuten der 2. Halbzeit mental gar nicht stattgefunden und hatten zu wenig Kommunikation. Wir haben gedacht, dass wir das irgendwie noch herunterspielen können. Doch das schafft man in der Oberliga nicht.
Wirr haben schnell noch die Kurve bekommen, auf pari-pari gestellt und wollten das Ding noch ziehen und den vielen Fans, die heute erschienen sind, einen Heimsieg gönnen.
Wir sind im Moment nicht in der Lage, so ein Spiel noch zu drehen. Leider haben wir es in der ganzen Saison nicht geschafft, so ein Spiel noch zu drehen. Da müssen wir durch, das ist auch ein Entwicklungsprozess. Leider haben wir es in den beiden Heimspielen nicht geschafft, das Optimale herauszuholen. Aber wir werden wieder aufstehen und wir haben jetzt zwei Auswärtsspiele vor der Brust, die wir wieder voll angehen werden und in denen wir die maximalen Punkte holen wollen. Doch wir müssen es schaffen, dass wir uns Spiel über die volle Distanz durchbringen.
Der Kollege hat ja gesagt, dass unsere 1. Halbzeit überragend war, und wir müssen darüber sprechen, warum wir die 2. Halbzeit nicht so angegangen sind. Ich glaube nicht, dass es am Gegner lag. Es lag an uns. Wir haben den Schritt weniger gemacht und wir kriegen im Moment zu leichte Gegentore. Das nach einer Standardsituation kann passieren, aber nicht das zweite und dritte. Das darf uns niemals passieren.“
Doch darüber werden wir sprechen und es hoffentlich dann besser machen.“
Henrik Faik (Einhielt Rudolstadt):

„Wir haben in den letzten Wochen nur wenige Punkte sammeln können. Auch aus Heiligenstadt sind wir wieder ohne Zähler nach Hause gefahren. Danach gab es ein paar Überlegungen, wie wir den Rest der Saison angehen. Jetzt ist die Situation natürlich nicht einfach, aber wir haben das heute mit dem Punkt ganz gut aufgefangen. Wir versuchen es, vielleicht noch ein Stück eher, wie im letzten Jahr, die Klasse, zu sichern.
Jeder, der heute das Spiel gesehen hat, hat auch gesehen, dass uns Freital in der 1. Halbzeit zu 100 Prozent dominiert hat. Das macht dann auch Spaß zuzusehen. Dies muss man ganz klar sagen. Wir wussten, was die Mannschaft für eine Klasse hat und zu Recht oben steht.
Dass es heute brutal schwer wird, haben wir auch vorher gewusst. Wir wollten lange die Null halten und tief stehen. Das haben wir auch 27 Minuten geschafft, aber dann ist das nun fast wöchentliche Problem eingetreten, dass wir ein Gegentor bekommen und es auch wenig später noch einmal ‚klingelt’. Man muss ganz deutlich sagen, dass die Halbzeitführung auch in dieser Höhe absolut verdient war. In der 1. Halbzeit haben wir nur Breitbandfußball gespielt.
Wir haben in der Pause versucht, etwas umzustellen und an ein paar Stellschrauben zu drehen. Dass es dabei so funktioniert, dass wir das Spiel kurzzeitig ganz kippen, macht mich natürlich stolz. Es macht mich auch stolz, wie die Mannschaft mitzieht. Ich glaube aber, auch das muss man ganz klar sagen, denn alles andere wäre Quatsch, dass das hier ein glücklicher Punkt ist. Freital gehört, auch von der Anlage hier, zu Recht, ganz oben hin. Man hat gesehen, was da auch für Spieler in der Halbzeit und im Laufe des Spiels von der Bank gebracht werden.“
Hartmut Gerlach