FC Eilenburg – FC Einheit Rudolstadt 5:1 (5:0)

Ungeschlagener Tabellendritter im ersten Durchgang wie entfesselt

Dass der bislang ungeschlagene Tabellenführer von Beginn an druckvoll agierte, sah man bereits nach den ersten Angriffen. Denn da zeigte der Ex-Regionalligist, der sicher wieder zurück in diese Spielklasse will, sein Können. Mit schnellen Angriffen wurden beide Seiten regelrecht ausgehebelt und für Torgefahr gesorgt. Nachdem die Einheit-Deckung die ersten Spielzüge der Hausherren noch abblocken konnte und auch zwei Großchancen der Nordsachsen überstand, war Jeronimo Mattmüller, ein Mann mit reichlich Erfahrung vor allem im Berliner Raum, völlig frei und sorgte mit einem Schrägschuss aus sieben Metern für Tor Nummer eins (4.).

Kurz danach erneut Alarmstufe 1 im Strafraum der Thüringer, als Corvin Kosak allein auf Torwart Eric Kunth zulief, aber an diesem scheiterte.

Im Anschluss schien es, also ob sich die Gäste, die zu einem Aufsetzer von Maximilian Schlegel (8.), einem Kopfball von Marco Riemer (9.) und zu zwei Ecken kamen, berappelten, aber Zählbares sprang nicht heraus.

Doch die Hoffnung der mitgereisten Fans des FC Einheit, die eine Fan-Freundschaft mit dem Gastgeber haben, erfüllten sich bei Dauerregen nicht. Stattdessen kam Eilenburg zu einem Strafstoß, den Alexander Vogel, Neuzugang aus Grimma, jedoch an die Latte ballerte (14.).

Aber es sollte noch richtig schlimm für die Einheit kommen, denn nach zwei Ballverlusten der Rudolstädter stand es mit einem Doppelschlag von Corin Korsik, der ebenfalls bei einigen Vereinen Erfahrungen sammeln konnte, und Mattmüller  (22./23.) 3:0. Doch das Team von Karsten Oswald hatte nimmer noch nicht genug, denn „Doppelpacker“ Korsik erhöhte mit zwei weiteren Treffern nach einer Ecke (29.) und einem Angriff, bei dem es kaum Gegenwehr der Gäste gab, auf 5:0 (39.).

Dementsprechend fielen die Urteile der Trainer zur Pause aus. „Wir haben eine tolle 1. Halbzeit mit vielen guten Passagen gespielt. Wenn man noch mehr ‚verfressen’ ist, muss man sogar noch das eine oder andere Tor mehr machen“, sagte Oswald. Hendrik Faik meinte: „Wir hatten schon im letzten Jahr die Situation, dass wir speziell auswärts unter die Räder kommen. Für mich ist die Art und Weise von heute auch nicht erklärbar. Wir wussten schon, was uns erwartet und sind nicht komplett unvorbereitet hergefahren.“

Aber die Eilenburger schaffte es nach Wiederanpfiff nicht, dort anzuknüpfen, wo sie vor dem Seitentausch aufgehört hatten. Jetzt hatte sich der FC Einheit besser auf die Platzelf eingestellt, wobei sicher auch diese Auffassung von Faik seine Berechtigung hat: „Wenn man zur Halbzeit 5:0 führt, dann fährt man sieben, acht oder neun Prozent herunter und geht einen Gang zurück. Dann sieht der Gegner automatisch besser aus. Deshalb ist das, was wir in der 2. Halbzeit gemacht haben, einfach Normalform. Es ist nicht überdurchschnittlich gut.“

So konnte sich der Gast immer mal wieder befreien, hatte durch Manfred Starke einen „Riesen“ (53.) und kam durch den eingewechselten Ichsan Visargov (82.,) sogar zu einem Tor, mit dem man immerhin die 2. Halbzeit „gewann“. Doch auch Kunth musste in zwei, drei Szenen wieder sein Können zeigen und wurde zum besten Spieler beim FC Einheit.

Zur Pressekonferenz äußerten sich die Trainer so.

Karsten Oswald betonte unter anderem: „In der 2. Halbzeit, da bin ich bei Hendrik, haben wir unerklärlicherweise, einen Gang zurückgefahren. Das wollten wir eigentlich nicht, denn wir hatten die Absicht, weiter auf dem Gaspedal zu bleiben. Das ist uns heute nicht ganz gelungen. Letztlich haben wir 5:1 gewonnen. Und das gegen eine nicht schlechte Mannschaft, denn da sind schon ein paar Top-Spieler vorhanden.“

Und das sind Auszüge aus dem Statement von Hendrik Faik „Es tut mir Leid um unsere Fans, die bei diesem Wetter durch die Gegend reisen und viel Stimmung machen. Und dann liefern wir so eine 1. Halbzeit ab. Trotzdem nehme ich die Geschichte hier auf meine Kappe, weil ich im Vorfeld auch den einen oder anderen Fehler gemacht habe, was die Aufstellung angeht. Vielleicht habe ich auch während des Spiels nicht richtig reagiert. Aber das passiert und es ist alles auch menschlich.“

Am Ende setzte sich der Favorit ungefährdet durch und behält weiter seine Position als Dritter in der Oberliga Süd. Für den FC Einheit Rudolstadt kommt es darauf an, trotz der langen Verletztenliste am Sonntag, 27.09.26, um 14 Uhr gegen den Neuling 1. FC Frankfurt(Oder zu punkten.

Die Fotos von Achim Freund werden sicher folgen. Auch die Rubrik „Was sonst noch in Eilenburg passierte“, wird gefüllt.

Die Statistik:

FC Eilenburg:

Plath, Jarosch, Poser, Weiß (59. Mehlitz), Kosak (59. Müller), Baumann (76. Stephan), Vogel, Mattmüller (70. Timpelan), Bräunig, Schlicht (70., Hille), Schädlich

FC Einheit:

Kunth, Schlegel, Kponton (61. Visargov), Starke (61. Mohammadi), Riemer, Krahnert, Köhler, Rupprecht, Rühling, Jacky (30. Heß) Weigand (36. Giebel)

Schiedsrichter: Max Göldner, Zuschauer: 174

Torfolge: 1:0,Jeronimo Mattmüller (4.,), 2:0 Corvin Kosak (22.), 3:0 Jeronimo Mattmüller (23.), 4:0, 5:0 Corvin Kosak (29., 38.), 5:1 Ichsan Visargov (82.)

Hartmut Gerlach

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