Ergebniswechsel nur knapp verpasst

Vor fast einem halben Jahr unterlag der FC Einheit bei den Spree-Budissen, wie sich der Verein auch gern selbst nennt, mit 0:5. Diesmal war fast ein ähnliches Ergebnis möglich. Nur mit dem Unterschied, dass die Thüringer diesmal als Sieger den Platz verließen. Nur ein Treffer fehlte am fünften Tor.

Die Partie begann für die Hausherren auf dem nicht leicht zu bespielenden Platz nach Wunsch. Zwar stand beim ersten Tor von Manfred Starke die Abseitsfahne, aber kurz darauf stellte Marco Riemer auf 1:0. Er hatte gegen eine FSV-Hintermannschaft, die offen wie das berühmte „Scheunentor“ war, zwar mit dem ersten Versuch gegen den baumlangen Torwart Erik Herrmann, der parierte, kein Glück. Doch das Leder sprang zu ihm zurück und er schob es in den Kasten (2.). Danach hatte es der laufstarke Marwan Kponton im Fuß, zwei weitere Tore zu erzielen. Doch er konnte das Leder weder, allein auf den Keeper zulaufend, versenken (6.), noch wenig später aus dem Gewühl heraus das Spielgerät über die Linie bugsieren (20.).

Steve Dieske, sympathischer Trainer der Sachsen, dessen Vertrag in dieser Woche verlängert wurde – dafür gab es auch die Glückwünsche von Marco Riemer, der seinen Chefcoach bei der Pressekonferenz (PK) vertrat – meinte genau diese Szenen, als er zu Pressekonferenz sagte: „Die erste Aktion, wo die Abseitsfahne kommt, hätte ein ‚Hallo-Wach-Effekt’ sein müssen. Das war es aber nicht, weil wir wenig später das 0:1 bekommen. Danach hatten wir zwei Mal Glück, dass wir nicht mit 0:2 oder 0:3 in Rückstand geraten sind.“

Bautzen wollte die Partie kippen, aber bei den Schüssen in Richtung Kasten von Max Bresemann zeigte sich der gewohnt sicher und gab sich keine Blöße. Nach einer guten halben Stunde war es erneut Riemer, der auf 2:0 erhöhte. Spätestens da hatten auch die Zuschauer kein schlechtes Gefühl in Richtung von drei Punkten gegen den als Tabellensiebten angereisten Gast. Co-Trainer Marco Riemer, eine Funktion, die er so annimmt, sagte: „Wir wollten auf jeden Fall verhindern, dass Bautzen mit seinem Ballbesitzfußball ins Spiel kommt. Ich denke, das ist uns ganz gelungen. Wir wollten mit unser Geradlinigkeit, das hat Steve ja schon analysiert, mit Manni und mir den FSV vom Tor weghalten, die Bälle vorn festmachen und in die Tiefe spielen. Da ist der Matchplan auch so aufgegangen. Die Gallligkeit, das hat Steve gesagt, war da. Wir wollten heute unbedingt als Gewinner vom Platz gehen.“

Bis zur Pause erhöhte Budissa zwar das Eckenverhältnis auf vier Standards, aber Kapital konnte der Kontrahent daraus nicht ziehen. So ging es mit einem schon etwas beruhigenden Zwischenstand in die Pause.

In der Kabinenansprache hatte Dieske seinen Schützlingen offensichtlich mit auf den Weg gegeben, ein anderes Gesicht als in der ersten 45 Minuten zu zeigen. Das schien möglich, als der eingewechselte Lukas Hanisch nur das Außennetz traf (48.). Doch mehr ließ die aufmerksame Deckung der Einheimischen nicht zu. Als Herrmann beim Abwehrversuch ausrutsche, schob Emilio Heß, wieder mit einer starken Leistung, als lachender Dritter mühelos ein (53.).

Nur noch einmal schien ein Treffer der Budissen, die von einem Kleintransporter voller Fans begleitet wurden, möglich. Aber Toni Orosz, ebenfalls eingewechselt, jagte die Kugel neben das Bresemann-Gehäuse (48.). Mehr Gefahr strahlte Bautzen trotz weiterer Eckbälle nicht aus. Im Gegenteil. Sven Rupprecht machte sogar noch das 4:0, wobei der bei einem Konter von Manfred Starke, der viele Kopfbälle gewann und zahlreiche Bälle geschickt weiterleitete, und von Justin Smyla in Szene gesetzte Schütze einlenkte (80.).

Danach trudelte die Partie aus und der souveräne Unparteiische aus Bad Saarow sah keinen Grund zum Nachspielen.

In der Trainereinschätzung liest sich das Spiel so. Steve Dieske: „Glückwunsch an dich, Marco und an deine Mannschaft, zum zweifellos verdienten Heimsieg. So muss eine Mannschaft auftreten: mit dieser Galligkeit, mit der Energie in den Zweikampfsituationen, mit geradlinigem Fußball nach vorn, mit einem guten Kopfballverhalten und dem Willen Richtung zweiter Ball. All diese Dinge sind uns heute abgegangen. Wir haben keinen zweiten Ball gewonnen, und kaum eine Zweikampfführung gehabt. In der Art und Weise, wie wir unser Spiel nach vorn getragen haben, war das einfach heute zu wenig.“

Marco Riemer: „Natürlich haben wir auch darauf gehofft, dass Bautzen den ‚englischen Wochen’ Tribut zollen muss und dass wir heute 90 Minuten lang richtig Gas geben können.

Wir haben unter der Woche im Training richtig hart geackert und lange und gut trainiert. um ein paar Abläufe ‚rein zu bekommen’. Das freut mich deshalb besonders, dass das auch so geklappt hat. Wenn man so in das Spiel hinein geht, wird es für den Gegner schwer.
Wir haben alles in die Waageschale geworfen und waren füreinander da. Wir sind, wie es in unserem Vereinsnamen steht, als Einheit aufgetreten. Da kann ich allen drumherum, ob der Mannschaft oder dem Trainerteam, nur danken, dass wir das so, wie schon letzte Woche, positiv gestalten konnten.“
Weiter geht es am Sonntag, dem 26. April, 14 Uhr mit dem Spiel beim Tabellensechsten VfL Halle 96.
Die Statistik:
FC Einheit:
Bresemann, Schlegel, Heß (73. Seidel), Starke, Riemer (57. Rupprecht), Prokop (74. Schneider)p, Krahnert, Smyla, Rühling, Zerrenner (71. GRK), Kpoton (62. Ensenbach)
FSV Budissa:
Hermann, Schröder, A. Rohling, Zech, Schäller (46. Hanisch /71. GRK), Böhme (46. Müller), Gerhard, Hentsch (61. Orosz), Cellarius (46. D. Rohlik), Käppler
Schiedsrichter: Max Göldner, Zuschauer: 115
Torfolge: 1:0, 2:0 Marco Riemer (2., 36.), 3:0 Emilio Heß (53.), 4:0 Sven Rupprecht (80.)
Hartmut Gerlach