Punktgewinn gegen den Oberligameister zählt etwas
Natürlich setzte der scheidende RSV-Trainer Patrick Heinze bei diesem letzten Auswärtsspiel seiner Schützlinge auch auf Akteure der so genannten 2. Reihe. Aber sowohl die Startformation als auch drei Austauschspieler gehören zum festen Stamm der Gäste aus der Nähe von Berlin. Nur die eingewechselten Dmytro Chornenkyi und Adeeb Matti erlebten am Sonntagnachmittag in Rudolstadt ihre Premiere. Nicht auf das Spielfeld kamen Saheed Mustapha (28 Spiele für die Eintracht) und Tom Fron (26). Auch der gelbgesperrte Till Plumpe (27) fehlte. Dennoch boten die 1949er eine personell bemerkenswerte Mannschaft (siehe unsere Vorstellung) auf, die sicher in der Regionalliga weitere Verstärkungen erfahren wird.

Deshalb kann man den FC Einheit, insbesondere für die Vorstellung im ersten Durchgang, nur loben. In diesen 45 Minuten waren die Hausherren die bessere Mannschaft, gingen allerdings mit ihren Chancen fahrlässig um. So war Maximilian Schlegel, diesmal mit offensiverer Rolle, bereits nach fünf Minuten durch, doch sein Zuspiel auf Robin Ensenbach geriet zu ungenau. Dann war eine Eingabe auf Marwan Kpoton (12.) etwas zu kurz. Es dauerte bis zur 21 Minute, ehe der Chronist die erste Torannäherung des Regionalligaaufsteigers vermerkte. Aber Szymon Frackowiak, der leicht erkältet in das Match gegangen war, klärte. Auch andere Akteure in Grün waren nicht ganz fit.
Dann hätte Kponton, der von Sven Rupprecht herrlich freigespielt wurde, das Tor machen müssen. Aber er scheiterte an Torwart Linus Löffler (27.). Und kurz darauf hatte der Angreifer noch einmal einen „Riesen“, doch er verwandelte nach Zuspiel von Ensenbach erneut nicht (31.). Wenig später zischte ein Freistoß von Maratcan Yatkiner am Kasten von Eric Kunth vorbei (32.).
Unmittelbar vor der Pause dann endlich das 1:0 für Rudolstadt. Schiedsrichter Florian Thomas, der mit der fairen Begegnung keine Mühe hatte und unauffällig leitete, entschied nach einer Flanke von Justin Smyla auf Handelfmeter. Spezialist Schlegel ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen (42.).
Aber im Gegenzug glichen die Brandenburger aus. Sie nutzten nach einem schnellen Angriff eine gewisse Unordnung und vielleicht noch „Feierlaune“ im Abwehrverbund der Einheit und Fabian Seeger hatte wenig Mühe, das Leder nach einem Pfostentreffer über die Linie zu bugsieren (43.).
In der zweiten Hälfte sah man auf beiden Seiten kaum noch Chancen. Die Möglichkeiten von Rupprecht (57.) und Emilio Heß (78.) waren noch die klarsten Gelegenheiten. Auf der anderen Seite sorgten einige Freistöße und Ecken (48., 53., 68., 79.) für Gefahr im Strafraum der Hausherren. Aber die verteidigten alles weg und durften sich am Ende über einen Punkt gegen den Spitzenreiter freuen.
Patrick Hinze sah die Begegnung so: „Es war heute ein entspannter Tag. So sind wir auch schon angereist. Die Jungs, die in der letzten Zeit immer ein bisschen hinten dran waren, hatten heute mal das Vergnügen, vorn Anfang an und recht lange zu spielen. Das Unentschieden geht absolut in Ordnung. Ich freue mich jetzt am meisten auf die Rückfahrt.“
Kritischer war das schon Gegenüber Hendrik Faik. Er urteilte so: „Ich sage ganz ehrlich, dass ich mit der Leistung nicht einverstanden bin. Dass es für beide Mannschaften um nicht mehr viel ging, ist klar. Auch, dass da immer ein paar Prozent fehlen. Aber mit der 2. Halbzeit kann ich mich nicht zufrieden geben und auch nicht leben. Das muss ich ganz klar so sagen. Da gibt es einiges aufzuarbeiten.“
Alle anderen Gedanken der beiden lizenzierten Übungsleiter und auch die Gründe, warum Hinze den Trainerstuhl wechselt, liest man unter „Meinungen der Trainer“ auf den Einheit-Kanälen.
Pfingsten tritt eine Pause ein, wobei nur die DI-Junioren zu einem Turnier im Städtischen Stadion einladen. Das letzte Spiel der Oberligasaison 2025/26 wird am Samstag, dem 30. Mai, um 14 Uhr in Grimma ausgetragen.
Die Statistik
FC Einheit:
Kunth, Frackowiak, Schlegel, Ensenbach (46. Siegel), Krahnert (80. Prokopp), Smyla, Rupprecht (64. Barthel), Rühling, Schneider, Zerrenner (56. Heß), Kponton (56. Mohammadi)
RSV Eintracht:
Löffler, Güllmeister, Samson (46. Bilbija), Kruska (66. Hellwig), Ekalle, (65. Göth), Vujic, Seeger, Sommer (66. Matti), Jupolli, Yatkiner, Steinborn (46. Chornenkyi)
Schiedsrichter: Florian Thomas, Zuschauer: 157
Torfolge: 1:0 Maximilian Schlegel (42.), 1:1 Fabian Seeger (44.)
Hartmut Gerlach