Einheit mit unerwarteten Punkten für den Klassenerhalt
Natürlich ist das keine Frage. Der Sieg über den Tabellenfünften aus Sachen-Anhalt war für die Rudolstädter schon überraschend und sicher auch unerwartet. Umso schöner fühlt er sich an, wobei Gästecoach Manuel Rost, der ja schon Co-Trainer bei Rot-Weiß Erfurt war, von einem verdienten Erfolg der Gastgeber sprach.

Die Germania hatte von den letzten sechs Oberligapartien nur eine gewonnen, besaß allerdings die erste gute Tormöglichkeit. Aber Edem Hujdurovic, der im Nachwuchsleistungszentrum des FC Carl Zeiss Jena, FC Rot-Weiß und Erzgebirge Aue ausgebildet wurde und dann beim VFC Plauen und FSV Martinroda spielte, verfehlte mit seinem Schuss das diesmal von Eric Kuhnt gehütete FC-Gehäuse nur knapp (1.). Dagegen waren die ersten Möglichkeiten durch Marwan Kponton (3.) und Maximilian Schlegel (10.) eher von harmloser Natur.

Doch nach elf Minuten hatte Emilio Heß wie große Chance, auf 1:0 für die Hausherren zu stellen. Aber Fabian Guderitz, gleichfalls ein Mann aus Nachwuchsleistungszentren mit reichlich Erfahrung danach, hielt gegen den allein auf ihn zulaufenden Heß glänzend (11.).

Danach spielte sich das Geschehen zwischen den Strafräumen ab, wobei die wenigen Gelegenheiten von Paul Grzega (20.), Manfred Starke (34.) und Robin Ensenbach sowie im Nachschuss erneut Hess (36.) nichts einbrachten. Auch Kponton zielte zu hoch (38.). Mit einer Chance für die Gäste (44.) endeten die ersten 45 Minuten, mit der der umsichtige Referee auch weiterhin keine Probleme haben sollte.

Chefcoach Hendrik Faik urteilte über die 1. Halbzeit so: „Wir haben das fußballerisch in der 1. Halbzeit sehr, sehr ordentlich gemacht.“ Gegenüber Manuel Rost schätzte die Vorpausenleistung seiner Elf so ein: „Wir sind gut in das Spiel gekommen und hatten wahrscheinlich auch etwas mehr davon. Im Übergangsspiel war das gut, aber im letzten Drittel sehr fahrig.“

Mit Beginn des zweiten Abschnitts schien es so, als ob der einstige Regionalligavertreter die Entscheidung erzwingen wollte, aber die sehr gute Einschusschance nach einer Flanke von rechts von Pascal Hackethal (53.), die Rost hinterher als die beste Möglichkeit seiner Mannschaft bezeichnete, wurde vergeben, weil ein „Grüner“ auf der Linie rettete.

Doch dann das am Ende „goldene Tor“. Heß und Kpoton fanden sich zu gekonntem Doppelpassspiel, der Neuzugang behielt die Übersicht, „guckte sich den Torhüter aus“ und schob das Leder über den Strich (56.). Mit dem 1:0 sei es dann so gewesen, dass man als Rudolstädter schon noch fünf bis zehn Prozent mehr freimachen konnte, weil man da auf einmal etwas zu gewinnen habe. Seine Elf sei in dieser Phase einfach nicht zu klaren Aktionen gekommen, meinte Rost hinterher.

Hingegen schätzte Faik den zweiten Durchgang so ein: „In der 2. Halbzeit war es dann eine Kraftfrage. Dennoch haben wir das sehr, sehr ordentlich wegverteidigt. Da kann ich allen auch nur ein großes Kompliment machen.“

Starke hatte kurz vor dem Ende (88.) sogar noch die Chance, das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Aber Guderitz kaufte ihm den Schneid ab.

So blieb es beim knappen Sieg der Einheimischen, die auch die fünfminütige Nachspielzeit recht problemlos überstanden, weil es die Germania nur noch mit hohen Bällen versuchte.

Hier abschließende Meinungen der Trainer: „Wenn wir dann doch einmal zu einer Torchance gekommen sind, sind wir relativ fahrlässig, nicht präzise und zielstrebig genug. Am Ende des Tages haben wir auch ein Stück weit zu viele Konter zugelassen. Ich denke, unsere Intensität und das hohe Anlaufen waren schon gut. Doch die Entscheidungsfindung der letzten Linie, das frühzeitige Erkennen des langen Balles und das frühzeitige Absetzen durch Sichern in der Tiefe waren wir nicht ganz so klar.“ (M. Rost).

„Grundsätzlich wussten wir zunächst einmal, dass Halberstadt nach der letzten ‚englischen Woche’ nicht im absoluten Flow ist. Da waren die Ergebnisse nicht so, wie sie sich das wohl vorgestellt hatten. Wir wussten auch, dass sie vorn ein paar Probleme haben, den Ball über die Linie zu kriegen. Wir sind froh, dass wir heute drei Punkte einfahren konnten, auch, weil wir uns in der letzten Woche für eine gute Leistung in Halle nicht belohnt haben. Wir haben 31 Punkte und wollen trotzdem in den letzten drei Spielen noch Punkte holen.“ (H. Faik).

Das drittletzte Spiel der Oberligasaison 25/26 bestreitet die 1. Mannschaft von Einheit Rudolstadt am Samstag, dem 9. Mai, ab 14 Uhr beim VfB Auerbach.

Die Statistik
FC Einheit:
Kunth, Siegel (67. Floßmann), Frackowiak, Schlegel, Heß (93. Schneider), Ensenbach (67. Mohammadi), Starke, Krahnert, Smyla, Zerrenner, Kponton (67. Rühling)
VfB Germania
Guderitz, Heinrich, Heller (64. Kühnhardt), Hackethal, Grzega, Boateng (64. Klaschka), Hujdurovic (74. Stobbe), Rust, Zell, Kiffer, Kohn
Schiedsrichter: Christian Schlömann, Zuschauer: 188
Torfolge: 1:0 Marwan Kpoton (56.)
Fotos: Vereinsfotograf
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Hartmut Gerlach