Negativserie der Rudolstädter hält weiter an
Auch beim Namensvetter Einheit Wernigerode konnte der FC Einheit Rudolstadt seine Negativserie nicht beenden. Man ist jetzt schon seit fünf Spielen bei drei Niederlagen und zwei Remis ohne Sieg. Der letzte Dreier datiert auf den 1. November 2025, als man mit dem VfL Halle einen Aufstiegsanwärter zuhause mit 2:1 bezwang. Durch das 0:2 vom Samstag wurden die Thüringer erst einmal auf Platz 9 „durchgereicht“, wobei es bei einem Sieg von Glauchau noch einen Rang nach hinten gehen könnte.

Dabei starteten die Gäste, die eine Stunde auf der A9 im Stau standen, durchaus konzentriert. Der Gelegenheit von Marvan Kpoton, der gerade noch gestoppt wurde (6.), folgte eine Kopfballchance durch Usman Taiwo, einem der elf Zugänge bei den Harzern, die aber das Tor von Max Bresemann verfehlte. (8.). Nach einer weiteren Gelegenheit von Kpoton, bei der dieser nur das Außennetz traf (11.), wurde der Rudolstädter Keeper zu seiner ersten bemerkenswerten Rettungstat gezwungen (12.).

Doch nach 21 Minuten folgte das 1:0 durch Nygen Hunter, ebenfalls neu im Team von Florian Mehr. Er jagte einen zu kurz abgewehrten Ball aus 17 Metern unhaltbar in den Bresemann-Kasten. Dabei sprang das Leder an die Lattenunterkante und von da über die Linie. Ein Treffer, der das Potenzial hat, „Tor des Jahres“ – wenn es das in der 5. Liga gibt – zu werden.

Danach erreichten die Schillerstädter, sehr zum Missfallen von Mehr, Gleichwertigkeit. „Wir haben den Gegner selbstverschuldet wieder in das Spiel gebracht“, sagte er zur Pressekonferenz.

Doch die Gäste konnten daraus kein Kapital schlagen, wobei Manfred Starke gerade noch verteidigt werden konnte (24.). Auf der Gegenseite verhinderte der Rudolstädter Keeper im Herauslaufen gegen Niclas Treu das 0:2 (33.). Aber das fiel dennoch kurz vor der Pause. „Sie waren auch bei den Toren energischer. Da war der Ball eigentlich schon bei uns, aber der Gegner hat nachgesetzt und mit Überzeugung und Willen die Tore erzielt. Das ging bei diesen Bodenverhältnissen eigentlich nur auf so eine Art und Weise“, war Holger Jähnisch sauer auf das Abwehrverhalten seiner Schützlinge. Rückkehrer Treu beförderte das Spielgerät im energischen Nachsetzen über die Line (44.).

Die Chronik der 2. Halbzeit ist rasch erzählt. Zwar hatte Wernigerode nach Wiederbeginn einige gute Möglichkeiten; 47.: Taiwo zirkelt das Leder allein auf den Kasten zulaufend am Tor vorbei; 58.: Bresemann hielt gegen Hunter, aber spätestens nach der Ampelkarte gegen Moritz Singbeil (60.) – es war eine von acht Verwarnungen für die Hausherren, die Einheit auf der Gegenseite erhielt vom souveränen Unparteiischen nur eine – stellte Wernigerode auf Verteidigung um.

„So wurde es hinten heraus spannend und zäh, aber wir haben das souverän wegverteidigt und morgen fragt auch keiner mehr nach dem Wie. Hauptsache ist, wir haben jetzt die drei Punkte und sind vernünftig in das Jubiläumsjahr gestartet“, schätzte der Wernigeröder Coach nach Spielschluss ein.

Hingegen musste sein Gegenüber mit ansehen, wie seine Elf zwar nun spielbestimmend war, aber eigentlich keine echte Tormöglichkeit kreieren konnte. Zudem gelangen kaum Ballstafetten über mehrere Stationen. Man verlor Leder meist zu schnell.

Das Urteil von Jähnisch fiel so aus: „Wir haben das Spiel verdientermaßen verloren. Wernigerode hat uns auf eine einfache, robuste Art und Weise in den Zweikämpfen dominiert. Es war ein Sieg des Willens. Das war von unserer Seite aus hinten heraus uninspiriert. Man muss sich in Überzahl einfach besser fußballerisch aus der Affäre ziehen. Ich hätte mir schon gewünscht, dass man hier klarer auftritt, dass man mehr dagegen hält und dass man mit mehr Mut und Überzeugung agiert.“

Schon am Mittwochabend geht es für Einheit Rudolstadt weiter. Dann empfängt man um 19 Uhr in einer Nachholbegegnung auf dem heimischen Kunstrasen den VfB Auerbach. Die Gäste reisen als aktueller Tabellenzwölfter an und unterlagen dem ungeschlagenen Tabellenführer RSV Eintracht nur knapp mit 2:3.

Die Statistik:
Wernigerode:
Lohse, Singbeil (60. GRK), Kuhhold, Engelhardt (64. Farwig), Wersig, Lisowski, St. Louis (79. Raeck), Taiwo (64. Müller), Hunter (88. J. Schmidt), Treu (76. Radomski), Schmidt

Rudolstadt:
Bresemann, Frackowiak (76. Schneider), Floßmann, Schlegel, Ensenbach (46. Mohammadi), Starke, Krahnert, Smyla (46. Heß), Rupprecht, Rühling, Kpoton (46. Fadavi)

Schiedsrichter: Benjamin Seidl, Zuschauer: 172
Torfolge: 1:0 Nyger Hunter (21.), 2:0 Niclas Treu (44.)
Hartmut Gerlach