„Hausaufgaben“ zum Glück zuvor gemacht
Erfolgstrainer Holger Jähnisch, der den FC Einheit vor 14 Jahren in die Oberliga geführt hatte und der zuletzt auf eigenem Wunsch hin das Traineramt an Hendrik Faik übergab, hatte sein Versprechen wahr gemacht und die Mannschaft nach Grimma im Bus begleitet. Sehr erfreulich nicht nur für Jähnisch war dabei der Umstand, dass der Klassenerhalt für die Rudolstädter schon zuvor sicher war. „Doch wenn man am letzten Spieltag bei so einem Schiedsrichter nicht mehr auf andere angewiesen sein muss und seine Hausaufgaben gemacht hat, dann ist das Gold wert.“


Dass das Ergebnis am Ende zwar Einiges mit dem Unparteiischen aus Pritzwalk zu tun hatte, steht auf einem anderen Blatt. Und dass der Referee gemeinsam mit seinen Assistenten schon an vielen Stellen ins Spiel eingriff und manche eigenwillige Entscheidung traf, gehört auch zur Wahrheit. Ob das Trio aus dem Brandenburgischen eine Zukunft in der 5. deutschen Liga hat, müssen andere entscheiden. Auf jeden Fall gab es aus der Sicht der Rudolstädter Anhänger und Spieler in den 14 Jahren kaum ein schlechteres Kollektiv… .


Der Gastgeber, der so Trainer Marcus Dörfer, unbedingt gewinnen musste, um sich eine Chance auf eine mögliche Relegation bzw. dem Klassenerhalt sichern musste, benötigte gut zehn Minuten, um in die Partie zu finden. Dann gab es irgendwie aus dem Nichts heraus einen Foulstrafstoß für Grimma, den Alexander Vogel sicher verwandelte (13.). Leider blieb die Pfeife des Schiedsrichters im zweiten Abschnitt bei einer ähnlichen Situation stumm. Da lag man mit Marcus Dörfer übrigens auf einer Wellenlänge.

„Nun waren wir im Spiel“, freute sich der Grimmaer Coach. Dass das Abwehrverhalten bei den beiden folgenden Treffern von Jan Hübner (23., 38.), der kurz vor dem Abpfiff an einem Feldverweis vorbei schrammte, nicht gut war, hing vielleicht auch etwas mit der nun besser werdenden Zielstrebigkeit der Hausherren zusammen. „Wir haben dann ein sehr schönes 2:0 gemacht und hatten weiter eine hohe Intensität und Geschwindigkeit auf dem Platz. Wir hatten eine gute Zweikampfführung und waren aggressiv. Von unseren vier Chancen haben wir drei Tore erzielt. In der Vergangenheit waren wir nicht immer so effektiv“, beurteilte Marcus Dörfer die Leistung seiner Schützlinge vor dem Wechsel.

Im zweiten Abschnitt konnten die Muldetaler jedoch nicht mehr an die Leistungen vor der Pause anknüpfen. Das sah auch Dörfer so: „Da waren die Abstände größer und wir waren nicht mehr ganz so aggressiv. Es gab viele Unterbrechungen und damit fehlte der Spielfluss.“ Dennoch hatte Grimma noch zwei sehr gute Gelegenheiten, das Resultat zu erhöhen (68., 71.). Aber bei beiden Aktionen bewies Max Bresemann seine Klasse.

Such die Thüringer kamen zu Möglichkeiten (55., 66., 78., 86.). Aber am Endstand änderte dies nichts, Nun reisen die Sachsen am Mittwoch zur ersten Relegationspartie zu Dynamo Schwerin.

Nach dem Abpfiff versammelten sich die Spieler um die Trainer Hendrik Faik und Marco Riemer im Kreis, um sich von Spielern zu verabschieden, die nicht so sehr lange in Rudolstadt waren, Zu jedem fand Riemer passende Worte, wobei sich auch die Spieler bei ihren Teamkollegen bedankte.: Ole Barthel, Robin Ensenbach, Liam Floßmann, Marlon Siegel, Toni Jörg Stelzer, Max Zerrenner.

Zum Abschluss wollen wir noch einmal Holger Jähnisch das Wort, das im Kreis nach der Verabschiedung einiger Akteure an seine ehemaligen Spieler richtete: „Das große Ganze bleibt hängen und welcher Platz es am Ende ist, ist völlig egal. Wir haben schon so viele kommen und gehen sehen, bestes Beispiel ist Bischofswerda. Vor zwei Jahren noch Meister und jetzt Absteiger. Und wer ist noch da – wir sind noch da.“

Die Statistik
FC Grimma
Cap, Mattheus (76. Pistol), Janz, Werner (76. Kind), Rieger (87. Seidl), Vogel (87. Tröger), Hübner, Nitzschke, Ziffert, Bartsch, Katzenberger (72. Spreitzer)
FC Einheit:



Bresemann, Frackowiak (46. Floßmann), Schlegel, Prokopp (85. Barthel), Krahnert (70. Siegel), Smyla, Rupprecht, Rühling, Schneider (46. Ensenbach), Zerrenner, Kponton


Schiedsrichter: Andy Stolz, Zuschauer: 131
Torfolge: 1:0 Alexander Vogel (13./FE), 2:0, 3:0 Jan Hübner (23., 33.), 3:1 Sven Rupprecht (70.)
Hartmut Gerlach