Beim FC Einheit gibt es nach jedem Oberligapunktspiel eine Pressekonferenz (PK). Die findet in der Regel im Freien statt, da dem Verein die Gaststätte bekanntlich nicht mehr zur Verfügung steht.
Nachdem wir ja die Statistik der Hinrunde 25/25 mit der Partie gegen Bischofswerda, die die erste Begegnung der 2. Halbserie ist, veröffentlich haben, wollen wir, so wie in einer PK, unseren Trainer Holger Jähnisch zu Wort kommen lassen. Die haben ein Stück weit zurück gehalten, aber können sie nun, auch in Absprache mit den Medien, veröffentlichen.

Das sagte er: „Unser Kader hat sich im Gegensatz zur letzten Spielzeit zu 50 Prozent erneuert, denn wir haben die letzte Saison als Warnschuss genommen. Wir sind nun qualitativ und quantitativ besser aufgestellt. Daran haben alle Beteiligten ihren Anteil!
Wir sind nach einer ordentlichen Vorbereitung, viel besser als manche Jahre zuvor, sehr gut in die Saison gestartet. Doch auch da hat man schon gemerkt, was sich über die gesamte Hinrunde gezogen hat – die Liga ist sehr ausgeglichen. Oft entscheiden Kleinigkeiten, wie zum Beispiel zu Beginn bei unserem Auswärtsspiel in Glauchau. Hier haben wir zwar auch Comeback-Qualitäten gezeigt, sind aber leider nicht zu einem Punkt gekommen. Aber man hat gegen Wernigerode und vor allem in Sandersdorf gesehen, dass wir auch ‚enge Spiele’ für uns entscheiden können. Wir sind mit viel Euphorie und großem Engagement in die Begegnungen gegangen.
Im mittleren Drittel der Hinrunde gab es ein Auf und Ab. Dazu zählt das Pokalaus. Das war megabitter. Dann gab es drei Spiele – gegen Krieschow, in Bautzen und in Stahnsdorf – wo wir ohne Chance waren. Natürlich war die Höhe der Niederlagen nicht so gut. Da hat man gemerkt, dass uns Führungsspieler ausgefallen sind. Aber gerade für diese Fälle ist der Kader gebaut wurden.

Denn es gab in solchen Phasen auch Spieler, die sich reingespielt, einen Sprung gemacht und sich entwickelt haben. Aber wir haben uns auch immer wieder berappelt. Gerade nach Bautzen, wo wir vielleicht unser schlechtestes Spiel gemacht haben, haben wir gegen Halle gewonnen.
Die Mannschaft weiß mit Niederlagen umzugehen und so haben wir gegen den VfL 96 eines der besten Spiele gemacht. Auch die 1. Halbzeit gegen den souveränen Tabellenführer Freital war fußballerisch das Beste, was wir in dieser Saison geboten haben. Doch wir haben die Partie verloren, weil Freital einfach besser war. Das ist dann die Nuance, die das eine oder andere Spiele in verschiedene Richtungen kippen lässt. All das zeigt, wozu wir in der Lage sind. Doch wir müssen unser Potenzial immer zu 100 Prozent abzurufen.
Es dauert zumeist ein halbes Jahr, bis eine neuformierte Mannschaft funktioniert. Das ist auch meine Hoffnung. Da sind wir auf einem guten Weg, auch wenn es gegen Grimma und Bischofswerda nicht zu einem Sieg gereicht hat. Wir wissen woran wir arbeiten müssen.
Ich denke, wir haben uns jetzt akklimatisiert, gefunden und sind zusammengewachsen. Das hat man am Ende der Hinrunde bei verschiedenen Gelegenheiten gespürt. Deshalb bin ich, was die Rückrunde betrifft, optimistisch.

Wir müssen fleißig sein und uns vorbereiten. Das wir sicher jede Mannschaft tun. Die Ausbeute nach 15 Spielen ist in Ordnung. Aber unser Ziel sollte auch weiterhin sein, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Wir sollten die Punkte, die wir bisher geholt haben, noch einmal einfahren. Das wird in der Liga nicht einfach.
Wir müssen auf uns schauen. Aber man sieht eben auch, dass solche Mannschaften wie Plauen oder Krieschow, die lange hinter uns waren, ganz andere Ambitionen und Strukturen haben. Selbst solche Mannschaften haben es richtig, richtig schwer.
Wir wollen uns gern in den Tabellenregionen, in denen wir jetzt stehen, etablieren und halten. Die Spiele werden immer 50 zu 50 ablaufen. Egal, wer gegen wen spielt.“
Die Statistik haben wir vor einiger Zeit kommuniziert.
Hartmut Gerlach