Im Gespräch mit den Trainern Sven Köhler und Holger Jähnisch

Nach dem Oberligapunktspiel vom Mittwochabend auf dem Kunstrasen im Städtischen Stadion Rudolstadt sprachen wir mit beiden Trainern. So schätzten sie das Spiel ein:

Sven Köhler (VfB Auerbach):

„Es war uns klar, dass die Rudolstädter relativ aktiv und aggressiv dieses Spiel beginnen. Wenn man mit zwei Niederlagen in die Rückrunde gestartet ist, ist es logisch, dass da etwas Druck ist. Und den versucht man mit Aggressivität und Aktivität abzubauen. Damit hatten wir auch in den ersten zehn Minuten zu tun. Wir haben drei, vier Standards zugelassen, die auch gefährlich waren.

Aber im Laufe der 1. Halbzeit haben wir es geschafft, auch spielerisch besser reinzukommen. Wir haben für meine Begriffe auch die Kontrolle über das Spiel gehabt. Das 1:0 für uns fällt aus einer Elfmetersituation, aber das war sicher auch ein unkluger Zweikampf. Deshalb kann man den auch geben.

Logischerweise muss man in der 2. Halbzeit auch mal eine Drucksituation überstehen. Rudolstadt ist zeitiger angelaufen und war, was das Pressing angeht, aktiver. Wir haben uns zwar nicht permanent gelöst, aber es mit vier, fünf Situationen immer mal wieder geschafft, uns herauszulösen. Je länger das Spiel geht, kommen dann auch mal gefährliche Situationen.

Das 2:0 hat uns geholfen, aber wenn das ‚Gewurschtel’ nach dem Lattentreffer von Riemer reingeht, dann brennt das hier noch mal. Da müssen wir nicht darüber reden. Dort hatten wir Glück und mit diesem Glück haben wir aus einer Standardsituation heraus kurz vor Schluss auch das 3:0 gemacht. Dann war das Spiel ja durch.

Unsere Spielanlage war ganz ordentlich. Und wir haben natürlich mit Tim Kaiser einen Spieler, der Tempo hat. Max Roscher hat den Ball noch vor der Grundlinie geholt. Das war superstark. Wir haben es recht ordentlich gespielt.“

Holger Jähnisch (FC Einheit):

„Im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen sind wir heute ganz anders aufgetreten. Das hat jeder gesehen, dass wir 60, 70 Minuten schon bei der Erwärmung engagierter waren. Wir sind vorn drauf gegangen und haben engagiert versucht, besser Fußball zu spielen und es miteinander emotionaler zu gestalten. Das ist uns in der 1. Halbzeit ordentlich gelungen. Wir hatten Chancen, haben aber die Abschlüsse nicht genommen.

Ich denke nur an die Ecken, wo wir gute Kopfballchancen hatten. Es wäre sicher hilfreich gewesen, nach diesen Möglichkeiten mit 1:0 in Führung zu gehen. Das haben wir nicht gemacht und so ist es dann oft im Fußball. Wir hatten im Vorwärtsgang keine gute Ballverarbeitung, der Konter geht ab und wir schenken dem Gegner den Strafstoß und holen ihn so in das Spiel zurück. Denn bis dahin waren wir schon sehr griffig und dominant.

Das war zwar in der Situation so eine Art Genickschuss. Aber wir haben auch nach dem Elfmeter ordentlich weiter gespielt. Dabei hätten wir das eine oder andere in der Offensive noch besser machen können. Ich denke an die Ballverarbeitung. Aber spielen uns auch Möglichkeiten zu Flanken heraus.

Wir sind gegenüber den letzten Partien in die 2. Halbzeit gut reingekommen. Wir müssen jedoch den Querball besser spielen. Dann steht es zu 100 Prozent 1:1.

Dann ist es bezeichnend. Der Gegner ist in vielen Situationen einfach griffiger. Der Konter geht ab und mit der dritten Chance bekommen wir das 0:2.

Der Gegner hat schon im Ballvortrag und bei den Eingaben klarer gespielt. Dann steht es 3:0, aber das ist für mich ein Tor zu hoch. Doch dafür können wir uns auch nichts ‚kaufen’.

Ansonsten kann man den Jungs vom Engagement her nichts vorwerfen. Es war ordentlich. Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken. Ich kenne solche Situationen. Man kommt nur heraus, wenn man auch im nächsten Spiel versucht, so aufzutreten, wie in der 1. Halbzeit.“

Hartmut Gerlach

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