Nach vergeblichen Anläufen, die jedoch auch beim interviewenden Vereinssprecher lagen – der hatte einen Termin einfach vergessen – haben sich nun der Trainer unserer Oberligavertretung und der Mann für die Öffentlichkeitsarbeit beim FC Einheit gefunden und vor der Partie bei der SG Dynamo Dresden II am Freitagnachmittag ein Gespräch geführt. Das ist der Inhalt:

Wie fällt deine Bilanz nach den ersten beiden Spielen im 15. Oberligajahr der Einheit aus?
„Zunächst sind wir froh, im Pokal weitergekommen zu sein. Wir wollen in diesem Jahr eine bessere Rolle spielen als zuletzt. Da ging es einfach auch nur um das reine Weiterkommen.
Wenn man sich die beiden Ligaspiele anschaut, dann hätten wir schon gut und gerne ein, zwei Punkte mehr. Ich glaube, ohne dass ich mich zu weit aus dem Fenster lehne, das hätten wir auch im Heimspiel gegen Bautzen verdient gehabt. Das wirft und jetzt nicht um, aber schade ist es schon, weil wir uns gern für die Leistung belohnt hätten.“

Wie fällt dein Urteil über den Kader aus?
„Im Vorfeld war es gar nicht so geplant, dass wir so einen extrem großen Umbruch haben. Schließlich haben uns im Nachgang mehr Spieler verlassen, als vielleicht auch vorher zu erwarten waren. Demzufolge mussten wir auch darauf reagieren.
In Summe muss man sagen, dass wir mit dem Kader schon zufrieden sind. Fakt ist, dass wir uns, wenn ich ‚Riemex’ oder ‚Manni’ herausnehme, schon deutlich verjüngt haben. Da denke ich an die Jungs aus Jena, Erfurt und Leipzig. Das sind alles Leute, die aus der U19 kommen und natürlich noch Zeit benötigen, um sich an die Oberliga und den Männerbereich zu gewöhnen. Da uns Andy Haupt wieder verlassen hat, wollen wir diese Position gern neu besetzen. Wir sind da in Gesprächen, aber Stand jetzt ist noch nichts offiziell.

Wie sind die Kontakte zu den Spielern entstanden?
„Die Kontakte sind aus dem Dreieck Marco Riemer, Tim Ackermann und mir entstanden. Es ging darum, die Verbindung herzustellen und auch zu entscheiden, ob man es mit dem Spieler macht oder nicht.“
Jetzt kommt die sicher schwierige Frage für dich, mit welchem Ziel man in die 15. Saison in der 5. deutschen Liga geht?
„Das ist ja, das hast du schon gesagt, immer wieder schwer, ein konkretes Ziel auszugeben. Ich bin jetzt im dritten Jahr hier in Rudolstadt. Ich habe zwei Jahre erlebt, die sicherlich nichts für schwache Nerven waren. Da denke ich an das Finale in Ludwigsfelde 24/25 und auch letztes Jahr war es knapper, als man vielleicht ‚unter dem Weihnachtsbaum’ erwartet hätte. Von daher bin ich immer etwas vorsichtig. Das große Hauptziel ist es natürlich, die Klasse zu halten. Aber es wird sich niemand aus der Mannschaft oder dem Trainerteam dagegen wehren, wenn es eine bessere Platzierung wird oder wir am Ende sogar auf einem einstelligen Tabellenplatz herauskommen.“

Wie stark ist die Liga aus deiner Sicht?
„Die Oberliga ist noch stärker geworden. Dabei denke ich an sowohl an die Absteiger Meuselwitz und Eilenburg als auch an die Aufsteiger Dynamo Dresden II und Weißenfels, die gut in die Saison gekommen sind. Deshalb muss man es jedes Jahr erst einmal schaffen, drei Mannschaften hinter sich zu lassen.“

Wie sieht die Beteiligung an den Trainingseinheiten aus?
„Die Trainingsbeteiligung ist sehr ordentlich. Wir haben diese Woche immer mit 18 bis 20 Spielern trainiert.“
Noch mal zum Pokal. Was schwebt dir in diesem Wettbewerb vor?
„Ich hatten schon gesagt, dass wir ein Stück weiterkommen wollen als im letzten Jahr. Wir wissen schon, dass wir zu den am höchsten angesiedelten Mannschaften gehören. Mit Jena, Erfurt und Meuselwitz sind allerdings drei Mannschaften unter Profibedingungen unterwegs. Aber auch die kann man an einem Tag, wo vieles für uns läuft, schlagen.“
Steht das Trainerteam?
„Das steht mit mir, ‚Riemex“, ‚Schokser’, Hölbe’. und ‚Acker’. Aber es fehlt noch ein Physiotherapeut.“
Ein letztes Wort zum Gemeinschaftsabend der Ersten, Zweiten und Dritten auf dem Vogelschießen …
„Es ist ja schon oft so gewesen, dass wir einen Abend gemeinschaftlich auf dem Vogelschießen waren. Da hat sich in diesem Jahr angeboten, dass die 1., 2. und 3. Mannschaft gemeinsam vor Ort war. Das ist nicht so schlecht, zumal man sich auch immer mal austauscht. Wir haben mit unserer Zweiten ein ganz gutes Verhältnis. Wir versuchen, dem einen oder anderen von uns hier ein wenig Spielpraxis zu geben. Aber ein Austausch, unabhängig vom Fußballplatz, ist auch immer nicht so verkehrt.“
Natürlich werden wir in der kommenden Woche Hendrik Faik vorstellen.
Hartmut Gerlach