Das ist sicher für manchen durchaus nicht selbstverständlich – am eigenen Geburtstag beim Fußballtraining zu sein. Emilio Heß, der sich mit dem Vereinssprecher nach der nicht nur aufgrund der Temperaturen sehr schweißtreibenden Übungseinheit am Mittwoch traf, wurde just an diesem 13. August 21 Jahre. Dass er anwesend war, begründet er so: „Wenn etwas Spaß macht, dann ist man eben dabei … .“

So rannte das „Geburtstagskind“ am Mittwoch bis kurz vor 20 Uhr über den Platz 3, anstatt in irgendeiner Gaststätte zu sitzen und sich feiern zu lassen. Für seinen Trainer Holger Jähnisch, den dienstältesten in der Oberliga weit und breit, war die Teilnahme von Heß durchaus selbstverständlich. Ach so, natürlich fällt die Fete nicht ins berühmte Wasser, sondern wird am Sonntag nachgeholt.

Dann sind neben Emilio und seiner Freundin die kleine Schwester, die Eltern und sicher auch einige andere Gäste mit dabei. Mio, wie er seit Jahren nicht nur von seinen Teamgefährten gerufen wird, hat einen ganz berühmten Vater. Henri Fuchs ist der Papa, die Eltern leben schon mehr als 20 Jahre in einer Partnerschaft.

Obwohl es heute nicht um Mios Vater geht, hier zur Erinnerung einige Daten an Henri: Der 55-Jährige spielte bei Hansa Rostock, dem 1. FC Köln, Dynamo Dresden, dem Chemnitzer FC, VfB Leipzig und RW Erfurt. Er war U17, U18 und U20 Nationalspieler der DDR und gehörte auch der DDR-Olympiauswahl an. Seit dem 1. Juli ist er als Trainerentwickler beim FC Rot-Weiß Erfurt angestellt.

Verständlich, dass Mio die Gene seines Vaters nennt, wenn es darum geht, seine noch recht junge Fußballkarriere zu beschreiben. Er habe als kleines Kind immer nur den Ball gesehen, sagt er. Das gehe jetzt schon gut 16 Jahre.

In Erfurt hat er das Licht der Welt erblickt und schon ganz jung bei Rot-Weiß an das Leder getreten. Nach dem Umzug nach Siebleben war der FSV Wacker Gotha seine neue Sportadresse. Es folgten Jahre bei RWE (U17) sowie bei Erzgebirge Aue (U17 und U19). Danach durfte er sich bei Wacker fithalten und auch spielen. Durch einen Lehrer kam der Kontakt zum FC An der Fahner Höhe zustande, bei dem er drei Spieljahre (2022-2025) kickte und in der Ober – bzw. Thüringenliga in 89 Begegnungen immerhin 48 Tore erzielte.

Wie es beruflich aussieht, sagt er uns auch: Nach dem Fachabitur schwebt dem Rudolstädter Neuzugang zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr vor. Das möchte er gern in einem Kindergarten ableisten, wo er die Kleinsten vor allem an den Sport heranführen möchte.

Nun ist er beim FC Einheit „zuhause“. Von Seiten des Vereins habe es schon früher Interesse gegeben und auch Vater Henri Fuchs wurde mit in die Gespräche einbezogen. „Wir haben uns die Entscheidung lange offen gelassen, uns letztlich aber für Rudolstadt entschieden. Ich habe hier gemerkt, dass viele von mir überzeugt sind.“ Das habe den Ausschlag gegeben, betont er.
Die Mannschaft sei gut gestartet, er hätte jedoch das eine oder andere Tor machen müssen, sagt er ganz ehrlich und ein Stück weit selbstkritisch. Man habe Kampf – und Teamgeist gezeigt und bislang laufe es gut.
Die Frage nach den Stärken auf dem Fußballfeld beantwort Mio so: „Ich bin sehr schnell und habe einen sehr guten linken Fuß. Zudem habe ich mich in den letzten Jahren auch in meiner Athletik und in der Defensivarbeit verbessert. Vor allem bei Fahne Höhe habe ich meine Torgefahr und den Riecher, wo ein Ball hinkommt, gefunden. Die Treffer sind natürlich gut und schön, aber ich freue mich auch immer, wenn ich meinem Team mit Assists helfen kann.“
Neben dem Hobby Fußball hat er vor einiger Zeit das Tennis für sich entdeckt. Da ist er mit Freunden gern dabei. Ansonsten passiert das Übliche in diesem Alter: „Ich treffe mich mit Freunden, trinke mal etwas und bin gern mit meiner Freundin und meiner kleinen Schwester unterwegs. Ich pendle auch oft zwischen der Wohnung meiner Eltern und der meiner Freundin.“
Wir wünschen Mio noch eine gute und lange Zeit beim FC Einheit!
In dieser Saison gab es diese Porträts:
Eric Kuhnt (1)
Liam Floßmann (2)
Hartmut Gerlach