Meinungen der Trainer nach dem Oberliga-Punktspiel VFC Plauen – FC Einheit Rudolstadt (1:1)

Nach dem Spiel fand wie immer in Plauen eine Pressekonferenz statt. Hier äußerten sich beide Trainer zunächst aus ihrer Sicht zum Spiel. Das sagten sie:

Sedat Gören (VFC):
„Ich denke, dass wir die bisher beste Halbzeit der Saison gespielt haben. Da waren viel Tempo und viele Ballstafetten drin, wo wir eigentlich eher in Führung gehen müssen. Man sieht natürlich die Entwicklung der Mannschaft, die neu zusammengestellt ist. Da sind gerade mal drei Monate her und ich denke, dass die Entwicklung auch stetig nach oben geht.

Uns haben in der 1. Halbzeit natürlich die Tore gefehlt. Wir hatten viele Möglichkeiten im letzten Drittel, wo wir in der Entscheidungsfindung zu spät oder zu langsam waren oder auch anstatt Torschuss abgespielt haben oder ungekehrt. Leider Gottes gehen wir mit einem 0:0 in die Kabine.

Dann gibt es die kleine Störung mit dem Schiedsrichter, wo noch mal 30, 40 Minuten rausfallen. Das gilt aber für beide Seiten. Das ist jetzt keine Ausrede. Trotz allem waren wir wieder in der 2. Halbzeit gut drin und führen auch mit 1:0. Das war meiner Meinung nach verdient.

Wir haben im Vorfeld angesprochen, dass Rudolstadt immer mit Standardsituationen sehr gefährlich wird, Das hat man auch zwei, drei Mal blitzen lassen. Was mich in der 2. Halbzeit enttäuscht hat, ist, dass wir nach dem 1:0 gar nicht mehr weitergespielt haben. Wir haben das Tempo rausgenommen und zwei Schritte weniger gemacht. Wir haben die Zweikämpfe nicht mehr angenommen und die Kontrolle verloren gerade auf der Sechser – und den beiden Achterpositionen. Wir haben versucht, noch einmal neue Impulse hinein zu bekommen, gerade auf den Flügeln.

Doch das hat mich auch am Ende enttäuscht und da muss man sich auch fragen, wenn man als Bankspieler reinkommt, um alles reinzuhauen und dem Trainer zu zeigen, bin ich zu Recht draußen geblieben oder nicht. Wie wir den Gegentreffer bekommen haben, war ein ‚no Go’. Da müssen wir ganz einfach den Ball kurz vor der Flanke besser klären. Das haben wir nicht hinbekommen. Deshalb haben wir auch die Quittung dafür bekommen.

Wir haben, wie das mein Kollege gesagt hat, einen Riesenaufwand betrieben, aber der Ertrag war einfach zu wenig. Am Ende haben wir noch mal Druck gemacht und Rudolstadt hat noch mal verteidigt. Wir hätten heute die Tabellenspitze ergreifen können, weil die anderen, das war mir klar, sich noch mal gegenseitig die Punkte wegnehmen. Wir hätten heute punktgleich sein können. Deswegen stört mich das Ganze. Wir haben der Mannschaft aber das nicht anmerken lassen und desto frustrierter ist das Ganze hier.

Aber wir dürfen jetzt nicht alles schwarz malen. Die Mannschaft hat wirklich in der 1. Halbzeit tollen Fußball gezeigt. Nach dem 1:0 kann man natürlich in alle Richtungen kritisieren. Deshalb braucht man Geduld und es ist noch gar nichts verloren. Wir hätten gern noch die zwei Punkte mitgenommen und sind mit dem 1:1 unzufrieden. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Der Anspruch vom VFC Plauen ist, sofort wieder aufzusteigen. Da müssen wir das Ganze nicht nachjustieren oder verstecken. Das ist mir bewusst und mir ist auch bewusst, dass hier Druck ist. Das habe ich den Spielern auch von Anfang an, seitdem wir die Gespräche führen, gesagt und diesen Druck auch mitgegeben. Es ist ja nicht so, dass die Spieler das nicht wissen. Sie müssen mit diesem Druck hier ebenso wie ich oder mein Trainerteam umgehen. Wir arbeiten täglich daran, die Mannschaft besser zu machen. Ich denke, dass wir das in der Kürze der Zeit gut hinbekommen haben. Leider täuscht das Ergebnis.

Das zeigt natürlich auch die offene Kritik. Jeder ist bereit zu kritisieren. Das kann man auch und das gehört zu diesem Sport. Aber ich verlange von allen, dass sie nicht nur an schönen Tagen zum VFC halten. Heute ist es ja auch kein schlechter Tag. Sie müssen an die Mannschaft glauben und sie weiterhin zu unterstützen.

Heute habe ich auch vom Publikum gemerkt, dass alle sehr positiv waren. Sie mitgegangen, haben applaudiert und die Jungs gepusht. Das hat natürlich dazu beigetragen dass die Jungs das wieder zurückgezahlt haben.“

Holger Jähnisch (FC Einheit):

„Es ist für uns natürlich phantastisch hier in Plauen zu spielen. Das Stadion und die Zuschauer sind Bedingungen, die motivieren. Wir wussten natürlich, was uns erwartet. Wir haben die Entwicklung von Plauen verfolgt und gesehen, was im letzten und in diesem Jahr im Kader passiert ist. Eine sehr hohe Fluktuation und die Ansprüche sind so, dass wir mit diesem Punkt zufrieden sind. Ich könnte mir vorstellen, dass Plauen das nicht ist.

Andererseits muss man aber auch sagen, dass der Aufwand, den Plauen gerade in der 1. Halbzeit, insbesondere in den ersten 30 Minuten, betrieben hat, schon enorm war, was wir laufen mussten. Wir haben uns in alles reingeworfen, haben aber auch versucht, von hinten heraus, den Ball das eine oder andere Mal ein Stück weit flach zu spielen und nicht nur auf lange Bälle zu gehen. Das braucht man ganz einfach, ansonsten verschleißt man sich.

Wir sind mit einem 0:0 in die Halbzeitpause gegangen, Sicher auch etwas glücklich. In der 2. Halbzeit war unser Manko der letzten Spiele zu sehen. Das heißt, wir hatten viele gute Aktionen, schaffen es jedoch nicht, im Offensivbereich die Bälle genug fest zu machen. Dann läuft man bei einem Ballverlust in einen Konter rein. Man ist hinten offen und hat zu große Abstände. Plauen kontert uns klassisch aus und geht mit 1:0 in Führung.

Aber ich habe vor dem Spiel gesagt und das haben wir schon oft in Plauen erlebt, so ein Spiel muss sich entwickeln. Man muss immer dran bleiben und immer dran glauben. Wir haben auch die Qualität. über die Standards oder über unsere Außen für Torgefahr zu sorgen. Dass durch eine Kopfballdublette unserer beiden ältesten Spieler das Momentum auf unserer Seite ist und Energie frei wird, war gut. Wir haben in dieser Phase und danach nicht mehr so viel zugelassen. Dabei rauschte ein Standard durch. Aber muss man auch ganz klar sagen, dass wir bei zwei, drei Aktionen mit etwas Glück und Verstand und mehr Übersicht auch das 2:1 hätten machen können. Am Ende fragt dann niemand, ob das verdient ist und wie die Spielanteile waren.

Wir sind prinzipiell mit dem Ziel hierher gekommen zu punkten. Das ist uns gelungen und deshalb fahren wir auch zufrieden nach Hause.“

Hartmut Gerlach

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