Als 2012 die Entscheidung fiel, dass der FC Einheit Rudolstadt ins Abenteuer Oberliga startet, rechneten viel Experte und Anhänger damit, dass die Schillerstädter wohl nur „einen Sommer lang tanzen würden“. Doch nun geht man in der Spielserie 2026/27 bereits die 15. Saison in der 5. deutschen Liga an.

Dass dies vom Publikum oft nicht entsprechend gewürdigt ist, denn neben den Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena und FC Rot-Weiß Erfurt spielt nur noch der ZFC Meuselwitz überregional, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht wird es ein Stück weit besser, wenn viele Oberligabegegnungen der Rudolstädter sonntags stattfinden.
Mit dem Auswärtsgegner VFC Plauen hat die Einheit gleich eine Mannschaft „vor der Brust“, die neben Meuselwitz, Dynamo Dresden II und Freital immer wieder genannt wird, wenn es um die Meisterschaftsfavoriten und damit potentiellen Aufsteiger geht. Aber die Bilanz des FC gegen den VFC ist gar nicht so schlecht. Beide Mannschaften sind 18 Mal aufeinander getroffen. Rudolstadt gewann sechs Mal, Plauen verließ den Platz fünf Mal als Sieger. Sieben Partien endeten remis. Das Torverhältnis beträgt aus Rudolstädter Sicht 29:24.
In beiden Teams, der VFC wurde immerhin Dritter, hat sich im Sommer viel getan. Acht Spieler tragen nun das Trikot der Vogtländer, 13 haben den Verein verlassen. In Rudolstadt setzt man auf sieben Zugänge. Acht Akteure haben den Oberligisten hingegen den Rücken gekehrt.
Seit dem 1. Juli 2026 ist Sven Köhler (60) Trainer. Er spielte einst im Nachwuchs bei Karl-Marx-Stadt, später Chemnitz, danach bei Erzgebirge Aue, dem Chemnitzer FC und bis 2003 bei Dynamo Dresden.
Als Assistent bzw. Trainer hat er ab dem 01.07.2002 bei Dynamo Dresden, dem HFC und dem Chemnitzer FC und acht Jahre beim VfB Auerbach, da ist nicht mal 30 Kilometer von Plauen entfernt, gearbeitet. Er besitzt die UEFA-Pro-Lizenz. Ebenso wie Georg-Martin Leopold, dem Coach des ZFC, war Köhler Zuschauer des letzten Tests der Einheit gegen Glauchau in Rudolstadt.
Für die Einheit, die mit einer Mischung aus erfahrenen, aber auch noch sehr jungen Spielern auftritt, wird es darauf ankommen, kompakt zu stehen und die sicher wenigen Chancen, die man bekommt, zu nutzen. Dabei kommt es aber auch auf die Defensive an,
Gespielt wird am Sonntag, dem 9. August, um 15 Uhr im Vogtlandstadion.
Hartmut Gerlach