Nach schwacher Vorpausenleistung noch einen wichtigen Punkt geholt
An diesem Sonntagmorgen (12.04.26) veröffentlichen wir, nach dem Kurzbericht vom Samstagabend, den ausführlichen Spielbericht der Oberligabegegnung SC Freital – FC Einheit Rudolstadt (3:3). Später gibt es die Meinungen der Trainer aus der Pressekonferenz, den Beitrag aus der Sicht des Gastgebers, die Rubrik „Was am Rande des Spiels passierte“, und den OTZ-Artikel von Peter Scholz. Zudem stellen wir noch einige Fotos zu allen Artikeln dazu.

Nach einer guten halben Stunde musste man bei großer Kulisse – der Gastgeber, der insgesamt 13 Sportarten anbietet, hatte zum Familien-Spieltag eingeladen – um die Gäste fürchten. Denn nach einem Doppelschlag lagen sie mit 0.2 hinten. Zunächst köpfte der freistehende Antonio Frenzel ziemlich unbedrängt eine Flanke von Paul Horschig zum 1:0 ein (27.). Nur 180 Sekunden später konnte sich Ricardo Michael nach einer flachen Hereingabe von Colin Brezinski die Ecke aussuchen und den chancenlosen Max Bresemann aus fünf Metern überwinden (30.). In beiden Fällen fielen die Tore für den Favoriten viel zu leicht und leider, so war zu hören, damit durchaus wöchentlich.

Freital hatte zwar bis zu den beiden Treffern auch keine „Bäume ausgerissen“, doch die Partie bis dahin, so Hendrik Faik, der neue Cheftrainer, recht eindeutig dominiert. Das begann bereits in der Anfangsphase, wo die Deckung der Thüringer gleich höllisch aufpassen musste. Zwar verfehlte ein Freistoß aus 20 Metern den Bresemann-Kasten nur knapp (2.), aber beim Kopfball von Louis Menz (9.) war die Sache schon bedeutend knapper.

Es dauerte bis zur 13. Minute, ehe der Einheit die erste Torannäherung gelang. Nach 22 Minuten folgte dann die erste Ecke für die Schillerstädter. Mit einem straffen Schuss aus 22 Metern prüfte Manfred Starke den großgewachsenen Freitaler Keeper (1.89m). Der lenkte das Leder über die Latte (33.). Bei einer Kopfballabwehr war auf der Gegenseite der FC-Torwart dann kurz vor der Pause noch einmal gefordert (43.).

Beim Wechsel fielen die Meinungen der Trainer natürlich höchst unterschiedlich aus. Christopher Beck, seit fast zwei Jahren Übungsleiter der Platzelf, sagte: „Wir sind sehr gut in das Spiel hinein gekommen und hatten uns vorgenommen, nicht so wie letzten Montag zu starten. Das ist uns auch vom spielerischen Ansatz her gut gelungen.“

Gegenüber Hendrik Faik meinte: „Jeder, der heute das Spiel gesehen hat, hat auch gesehen, dass uns Freital in der 1. Halbzeit zu 100 Prozent dominiert hat Wir wussten, was die Mannschaft für eine Klasse hat und dass sie zu Recht oben steht. Leider haben wir vor der Pause nur Breitbandfußball gespielt“

Das sollte sich nach dem Seitentausch ändern. In der Kabine habe man etwas umgestellt und auch an Stellschrauben gedreht, ließ Faik zur Pressekonferenz (PK) ein wenig in die Pausenauswertung schauen.

Sechs Minuten nach Wiederbeginn schaffte Manfred Starke mit einem Kopfball nach einer Ecke von Maximilian Schlegel den Anschluss. Wenig später waren die Thüringer im Glück, als nach einem Durcheinander vor der Bresemann-Box das Leder an den Pfosten klatschte (55.).

Doch dann war wieder der FC am Drücker. Nach einem Konter setzte Schlegel den eingewechselten Marwan Kponton ein, der wenig Mühe hatte zu treffen (65.). Doch es sollte noch schlimmer für den Tabellenzweiten der Oberliga Süd kommen, denn Emilio Heß, vielleicht in seinem bislang besten Spiel für Rudolstadt, versenkte die Kugel per Heber im Netz (68.). Seine Elf hätte in den ersten 20 Minuten im zweiten Durchgang mental nicht stattgefunden und auch nicht kommuniziert, monierte Fröhlich.
Aber er war natürlich froh, dass seine Schützlinge nur zwei Minuten später den Ausgleich schafften. Von Brezinski war bei einem Dribbling einfach nicht zu stoppen.
Zwar bemühte sich der Gastgeber in der verbleibenden Zeit darum, den Siegtreffer zu landen. Aber nur noch einmal waren die Rand-Dresdener einen Tor nahe (77.). Zuvor verpasste der diesmal sogar durchspielende Marco Riemer mit einem Kopfball (76.) das Kamenz-Gehäuse und auch Tim Rühling fand bei einer gefährlichen flachen Eingabe keinen Abnehmer (77.).
Zuvor gab es eine kuriose Szene. Die Rudolstädter warfen den Ball, sportlich fair wie auch die Gegenseite bei solchen Aktionen, nach einem Foul plus Behandlung wieder zurück. Aber das Leder sprang dabei einem Freitaler an die Hand. Der Assistent hob die Fahne, senkte sie aber rasch wieder nach unten, nachdem die Unparteiische nicht reagiert hatte.
Fast wäre dem Team aus Thüringen sogar das Siegtor gelungen, aber Rico Tänzer schlug das Spielgerät nach einem Eckball-Kopfball von Szymon Frackowiak gerade noch von der Linie (90.+3).
Das Trainerfazit fiel so aus: „Wir sind im Moment und in der ganzen Saison nicht in der Lage, so ein Spiel noch zu drehen. Da müssen wir durch, das ist auch ein Entwicklungsprozess. Leider haben wir es in den beiden Heimspielen nicht geschafft, das Optimale herauszuholen.“ (Christopher Fröhlich)
„Es macht mich auch stolz, wie die Mannschaft mitzieht. Ich glaube aber, auch das muss man ganz klar sagen, dass das hier ein glücklicher Punkt ist. Freital gehört, auch von der Sportanlage her, zu Recht ganz oben hin. Man hat gesehen, was da für Spieler in der Halbzeit und im Laufe des Spiels von der Bank gebracht werden.“ (Hendrik Faik)
Nächster Heimgegner ist am Sonntag, dem 19. April, um 14 Uhr im heimischen Städtischen Stadion der FSV Budissa Bautzen.
Die Statistik
SC Freital
Kamenz, Fluß, Wessely (46. Schulze), Weidauer (60. Häfner), Michael, Adler, Frenzel (60. Heidler), Tänzer, Menz, Horschig, von Brezinski
FC Einheit:
Bresemann, Frackowiak, Schlegel, Heß (90.+3 Stelzer), Starke (82. Barthel), Riemer, Prokopp, Smyla, Rupprecht (60. Kponton), Rühling, Zerrenner
Schiedsrichterin: Jette Wolf, Zuschauer: 817
Torfolge: 1:0 Antonio Frenzel (27.), 2:0 Ricardo Michael (30.), 2:1 Manfred Starke (51.), 2:2 Marwan Kponton (65.), 2:3 Emilio Heß (68.), 3:3 Colin von Brezinski (70.)
Hartmut Gerlach