Natürlich hat der Vereinssprecher Patrick Hinze bei der Pressekonferenz auch gefragt, wie und warum er den Verein am Saisonende als Trainer wechselt. Das sagte er uns:

„Ich bin dem Präsidenten und dem Verein sehr dankbar für die letzten neun bzw. 15 Jahre, davor in der Jugend. Ich hatte immer freie Hand im Verein und war fest vom Weg überzeugt. Ich konnte schalten und walten, wie ich es für richtig hielt. Ich hatte natürlich überragende Unterstützung nicht nur durch meinen Co-Trainer Jörg Minkley, sondern auch durch den Staff. Wir kennen uns viele Jahre und haben ein absolutes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Zudem hatten wir an unserer Seite die Sponsoren, um uns stetig weiter zu entwickeln.
Vor zwei Jahren kam bei mir so der Punkt, an dem ich gesagt habe, dass ich keine Lust habe, immer gegen den Abstieg zu spielen. Dank der Sponsoren konnte ich eine Mannschaft zusammenstellen, bei der ich davon ausgehen konnte, dass wir etwas ‚reißen’ können. Das haben wir auch in den letzten beiden Jahren bewiesen. Letztes Jahr mit dem Pokalsieg und dem DFB-Pokal und jetzt mit der Meisterschaft. Das war das Ende der langen Reise, dass man auch sehen konnte, dass man etwas Ahnung vom Fußball hat und nicht ganz falsch lag mit den Spielern und den Verantwortlichen drum herum.
Nun war es so, dass wir Oberligameister geworden sind und den Aufstieg realisiert haben. Für mich habe ich entschieden, dass ich für das, was ich als Trainer mache, noch einen sehr, sehr großen Aufwand betreibe. Der ist im nächsten Jahr nicht mehr so möglich. Dann hat bei mir die Realität gegenüber der Romantik gesiegt.
Meine zweite Heimat ist auch das Erzgebirge. Ich habe hier viele Verwandte und ich hätte gern in der kommenden Saison in Aue gespielt. Aber ich würde den Weg nach Zehlendorf nicht gehen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre. Ich denke, dass wir mit den Strukturen, die wir in Zehlendorf haben, den nächsten Schritt gehen werden. Deshalb gab es viele Gründe, diesen Schritt in Erwägung zu ziehen.
Aber noch mal: Diesen Weg, den wir die gesamte Zeit mit dem Co-Trainer, dem Betreuerteam und dem Staff gegangen sind, das war eine unglaubliche Reise. Da kann man nicht genug Dank sagen, weil auch nicht viele wissen, wieviel Arbeit und Akribie dahinter stecken. Deswegen bin ich froh darüber, dass auch andere Vereine, nicht nur Zehlendorf, darauf aufmerksam wurden.
Am Ende gibt es viele Gründe, warum es Zehlendorf wurde. Es ging darum, viele Dinge miteinander zu vereinbaren. Das waren der kurze Weg und mein Sohn. Ich habe die Möglichkeit, in den nächsten zwei, drei Jahren dort etwas aufzubauen. Dass wir das in den Griff bekommen, haben wir zuletzt gezeigt.
Dementsprechend freue ich mich auch auf die neue Aufgabe. Ich wünsche aber dem RSV Eintracht und allen Beteiligten alles Gute und wünsche mir, dass das alles gesund weitergeht.“
Foto: Archiv
Hartmut Gerlach