Der Artikel, den wir hier veröffentlichen und der seit gut drei Stunden auf der Facebook-Seite des FC Grimma zu lesen ist, ist ein sehr ehrlicher Beitrag von Tom Rietzschel (??) über das Oberligaspiel vom Samstag in Rudolstadt. Es zeigt, dass beide Teams und die Offiziellen sehr gut miteinander können. Das sieht man auch an der Bewertung der unvorstellbaren Kartenflut des Unparteiischen, die einstimmig auf beiden Seiten ausfällt:

„Wertvoller Punkt in doppelter Unterzahl

Einen wichtigen Teilerfolg im Abstiegskampf holte Oberligist FC Grimma in seinem Auswärtsspiel beim Tabellenfünften FC Einheit Rudolstadt. In den letzten 20 Minuten in doppelter Unterzahl agierend, nahmen die Muldestädter beim 2:2 (0:1)-Unentschieden einen Zähler mit nach Hause, welcher in der Endabrechnung noch von großer Bedeutung sein kann und beweist, dass in der Mannschaft weiterhin mehr als ausreichend Leben vorhanden ist.

Zunächst sollte man sich allerdings grundlegend die Frage stellen, ob in einem intensiven und umkämpften Spiel – welches allerdings nie unfair war – neun Gelbe, zwei Gelb-Rote, eine Rote und drei Gelbe Karten für Team-Offizielle dem Spiel angemessen waren. Diese Bilanz deutet auf eine „wilde Holzerei“ hin – die Verantwortlichen beider Teams, welche seit Jahren sehr freundschaftlich miteinander umgehen, konnten sich angesichts dieser Statistik bei der gemeinsamen Auswertung im Anschluss nur an den Kopf fassen.

Nach sehr ordentlichen Anfangsminuten der Grimmaer erarbeiteten sich die Gastgeber im Verlauf der ersten Halbzeit eine leichte Feldüberlegenheit. Dabei profitierten die Thüringer allerdings ausschließlich von Unstimmigkeiten vom FC-Defensivverbund, um torgefährlich zu werden. Zunächst rettete bei einer Kopfball-Rückgabe von Markus glücklicherweise noch der Pfosten (10.), im Anschluss nutzte Heß ein Missverständnis zwischen Ziffert und Lumpitzsch und lochte zum 1:0 ein (24.).

Ansonsten agierten die Muldestädter defensiv zwar stabil, im Offensivspiel allerdings noch mit zu wenig Durchschlagskraft.

Dies änderte sich nach dem Wechsel, als die Förster-Elf binnen sechs Minuten die Partie drehte. Eine Katzenberger-Flanke nickte Werner zum 1:1 ein (48.), einen mehr als schmeichelhaften Elfmeter nach Foulspiel an Rieger verwandelte Ziffert souverän – 1:2 (54.).

Die Gäste waren daraufhin auf einem sehr guten Weg, ehe das Unheil seinen Lauf nahm. Enttäuschend, frustrierend und nicht nachvollziehbar wie der fünf Meter vom Geschehen entfernte Schiedsrichter mit freier Sicht ein Foulspiel von Tröger an Rupprecht in der Entscheidungsfindung seinem 25 Meter entfernten Assistenten per Headset überließ, weil dieser Rot statt Gelb forderte! Keine offene Sohle, keine Aktion von hinten – Tröger kam seitlich einfach einen Schritt zu spät, was mit Gelb zu ahnden gewesen wäre (69.). 30 Sekunden vorher blieb Rudolstadts Krahnert nach einem Luft-Zweikampf mit Kopfverletzung am Boden liegen – hätte der Schiedsrichter hier wunschgemäß zwingend unterbrochen, wäre es zum Feldverweis auch gar nicht gekommen.

Allerdings scheuen sich manche Referees in Sachen Verantwortung hinsichtlich der Entscheidungsfindung – was nicht nur bei Trögers Platzverweis, sondern auch wenig später deutlich zu sehen war. Rudolstadt bekam ebenfalls einen Elfmeter zugesprochen, als der bereits verwarnte Schlussmann Lumpitzsch im Duell mit Smyla etwas zu spät kam. Den Strafstoß kann man sicherlich geben, doch wenn man im Anschluss seinen Luftlinie 45 Meter entfernten Assistenten, der auch noch quer durch den ganzen Strafraum schauen muss, per Headset zur Rate ziehen muss, ob man den Torhüter nun vom Platz stellt oder nicht, hört der Spaß irgendwann auf. Egal wie, Lumpitzsch bekam Gelb-Rot zu sehen (76.), Schlegel verwandelte den Strafstoß zum 2:2 (78.).

In doppelter Unterzahl verteidigten die Muldestädter allerdings mit Haut und Haaren den Teilerfolg. Rudolstadt kam man in den letzten 20 Minuten zu keiner zwingenden Möglichkeit mehr – extrem beeindruckend wie die Gäste fortan als Kollektiv auftraten und sich verdientermaßen den Punkt sicherten. Dass die fünfminütige Nachspielzeit allerdings deutlich mehr als zehn hätte betragen müssen, nahmen die Gäste dabei dankbar an.“

Das ist der Link zum Beitrag: https://www.facebook.com/fcgrimma/?locale=de_DE
Tom Rietzschel

F.d.R. Hartmut Gerlach