FC Einheit mit viel Aufwand, aber leider ohne Ertrag

Holger Jähnisch, der Mann in der Oberliga mit der größten Erfahrung unter den Trainern, brachte die insgesamt, inklusive Nachspielzeit, 99 Minuten so auf den Punkt: „Es war ein großer Aufwand von uns, leider ohne Ertrag.“ Dabei verhehlte er allerdings nicht, dass der knapp Sieg verdient an den Gastgeber aus Brandenburg gegangen ist. Eine „Vorlage“, die sein Gegenüber Robert Koch natürlich gern aufnahm: „Es war für uns heute ein hochverdienter Sieg. Das Ergebnis spiegelt nicht die Chancenverhältnisse, vor allem in der 2. Halbzeit, wider.“

Die Hausherren begannen auf dem für diese Jahreszeit natürlich nicht so ganz leicht zu bespielenden Platz, weil durchaus holprigem Geläuf, wie die Feuerwehr und setzten durch Routinier Andy Hebler, dessen Ball jedoch weit über den Kasten von Eric Kuhnt zischte, das erste Achtungszeichen (6.). Auf der anderen Seite verpasste Maximilian Schlegel eine Flanke von Tim Rühling nur knapp (7.).

Nach einem Schuss von Colin Raak knapp am Tor vorbei (14.) und einem Freistoß, den Spezialist Schlegel jedoch auf das „Tordach“ platzierte (16.), fiel schon das entscheidende Tor. Niemand hatte Rodrigues Pereira auf der rechten Angriffsseite in diesem Moment auf der Rechnung. Der völlig freie Angreifer besaß alle Zeit der Welt, um eine Eingabe nach innen zu bringen. Hier „roch“ Torjäger Hebler, immerhin schon 37 Jahre, den „Braten“ und schob das Spielgerät aus kurzer Entfernung in seiner unnachahmlichen Art über die Linie (17.).

Danach blieb die Mannschaft unmittelbar vor den Toren von Cottbus spielbestimmend, aber kam nicht zu Chancen. Erst kurz vor der Pause (43.) musste der Einheit-Keeper wieder eine Rettungstat zeigen. Zuvor ist nur noch die knapp verpasste Gelegenheit von Emilio Heß nach einer Eingabe von Manfred Starke (29.) als Tormöglichkeit zu nennen.

Der zweite Durchgang begann mit zwei Flanken des eingewechselten Robin Ensenbach (47.) sowie von Rühling (50.). Doch dann gab es Chancen für die Krieschower. Ein 22-Meter-Freistoß (52.) und kurz danach ein „Riese“ von Vincent Grobstich (56.) sorgen für viel Gefahr. Dann folgte die beste Möglichkeit der Gäste. Schlegel jagte einen Freistoß aus 20 Metern Richtung Box von Fritz Pflug, aber der Torwart (29), der schon in zehn Vereinen sein Glück versucht hatte, brachte noch eine Hand an den Ball und beförderte ihn mit „Hilfe“ der Latte zur Ecke (64.).

Dann war wieder der VfB, vor der Saison als einer der Meisterschaftsfavoriten gehandelt, aber nun wohl schon zu weit weg von der Tabellenspitze, am Zuge. Doch er ließ selbst beste Chancen aus (66., 77., 88., 90.+4), wobei sich Kuhnt mehrmals auszeichnen konnte. Ein Chancenwucher seiner Elf, den Koch hinterher kritisierte: „Am Ende müssen wir uns einfach nur vorwerfen lassen, dass wir in der 2. Halbzeit den „Sack nicht zugebunden’ haben. Wir konnten zwei, drei Eins-zu-eins Situationen vor dem Tor nicht verwandeln, sind beim letzten Pass schludrig gewesen, haben den ersten Kontakt schlecht mitgenommen und die Bälle sind versprungen.“

Leider mussten beide Mannschaften den umkämpften, aber nie unfairen Vergleich – Krieschow forderte in Spielminute 90.+4 einen Strafstoß – mit einem Mann weniger beenden. Ein Akteur der Thüringer sah den Roten Karton (76.), eine sicher eine sehr harte Entscheidung des Unparteiischen. Und der eingewechselte Aaron Stephan fiel bei einem Zweikampf unglücklich auf seinen Arm (88.), schrie vor Schmerzen und musste ins Krankenhaus transportiert werden. Beide Trainer wünschten ihm im Namen der Teams gute Besserung.

Das abschließende Urteil der Trainer fiel so aus (Robert Koch): „Am Ende sind wir sehr zufrieden, dass wir nun endlich den Bock umstoßen konnten und wir die drei Punkte hier behalten. Wir kommen natürlich nicht aus einer Situation, wo einem alles leicht fällt und es einem leichtfüßig von der Hand geht. Gerade was die Offensive betrifft. Defensiv haben wir heute sehr gut gestanden, viele Zweikämpfe gewonnen und wenig zugelassen.“

Holger Jähnisch meinte: „Wir hatten auch Glück, dass Krieschow uns in der 2., Halbzeit so ab der 60., 70. Minute leben lässt. Da haben wir dann auch die Chance gewittert, mit einem Punkt nach Hause zu fahren. Am Ende haben wir mit dem Mut der Verzweiflung noch mal alles nach vorn geworfen. Doch wir haben 1:0 verloren. Aber wie wir zusammen geblieben sind, auch vom Kämpferischen her, kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen.“

Nächster Gegner ist am Sonntag, dem 22. März, ab 14 Uhr im Heimspiel der VFC Plauen.

Die Statistik

VfB 1921:
Pflug, Bittroff, Dreßler (61. Pahlow), Fuchs (46. Grobstich), Gerstmann, Raak, Pereira (74. Stephan), Hebler, Zurawsky (84. Tesche), Grimm, Seibt (72. Krautz)

FC Einheit:
Kunth, Frackowiak, Schlegel, Heß (71. Zerrenner), Mohammadi (46. Ensenbach) Krahnert (71. Floßmann), Smyla, Rupprecht, Rühling (85. Kpoton), Starke, Schneider (77. Barthel)

Schiedsrichter: Hannes Stein, Zuschauer: 243
Torfolge: 1:0 Andy Hebler (17.)
Hartmut Gerlach