VfB Auerbach 06 – FC Einheit Rudolstadt 1:1 (0:1)

Unerwarteter Punktgewinn nach überragendem Kampf der Gäste beim Tabellenvierten

Beim Tabellenvierten VfB Auerbach, der schon Regionalliga gespielt hat und der vor der Niederlage im Vogtlandderby gegen Plauen zwölf Begegnungen nicht verloren hatte, gelang dem abstiegsgefährdeten Gast ein überraschender und unerwarteter Punktgewinn. Dass der auf der Grundlage einer ganz, ganz starken kämpferischen Leistung zustande kam, bei der einer für den anderen in die Bresche sprang, ist fast unnötig zu erwähnen.

Dabei begann die Partie mit einem Paukenschlag, denn schon nach vier Minuten köpfte Manfred Starke zum 1:0 für die Thüringer ein. Ein Treffer, den der scheidende Trainer Sven Köhler – er wechselt im Sommer zum Ligakonkurrenten VFC Plauen – nicht so stehen lassen wollte, weil es aus seiner Sicht kein Standard war. Vorausgegangen war ein Solo von Sven Rupprecht, der nach seinem Feldverweis in Halle zum Glück nur eine Strafe von einem Spiel bekam.

Die Hausherren mussten sich zunächst einmal „schütteln“ und kreierten erst sieben Minuten darauf mit einer Eingabe von links, die Eric Kunth auf dem Posten sah, ihre erste gefährliche Situation. Es folgten ein Freistoß der Platzelf aus 18 Metern in die Mauer (14.) und ein Direktschuss am Kunth-Kasten vorbei  (17.). Auch bei einem Konter, den Max Roscher abschloss (18.), war der FC-Keeper auf der Höhe der Aufgaben.

Dann war auch mal wieder der Gast am Zuge und hatte Pech, dass ein Freistoß von Max Schlegel nur auf das Tornetz fiel (23.). Es folgen zwei weitere Standards für Auerbach (25., 27.) sowie ein Schuss von Tim Kaiser (30.), die aber wie ein Kopfball (37.) nichts Zählbares einbrachten.

Aufregung gab es nach 33 Minuten, als Kaiser im Strafraum fiel, der Unparteiische jedoch weiterspielen ließ. Einmal mehr ein Indiz dafür, dass sich im Fußball manches ausgleicht, denn der Schiri in Halle hätte, da er hier gleich vier Elfer verhängte, in dieser Situation vielleicht auf Strafstoß entschieden. Sven Köhler meinte, sportlich fair, beim Gespräch hinterher: „Wir haben dann vieles probiert und hatten aus meiner Sicht noch die Situation, wo unser Tim Kaiser im Strafraum fällt. Doch das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen, ob das ein Elfmeter war.“

Dann besaß die Einheit die Riesenchance. auf 2:0 zu stellen. Aber nach einer butterweichen Flanke des erneut starken Justin Smyla von links setzte Starke seinen Flugkopfball aus völlig freier Position knapp neben das Gehäuse von Stanley Birke (38.). Mit einem weiteren Kopfball des Ex-Jenaers nach demselben Muster sowie zwei Freistößen für Auerbach endete die 1. Halbzeit mit einer knappen Führung für die Rudolstädter.

Der zweite Durchgang verlief dann so, wie das die Gäste erwartet hatten. „Das ist natürlich schwierig, über 80 Minuten gegen eine Mannschaft, die schon mit Ball am Fuß weiß, was los ist. Wir wussten, dass sie über die linke Seite stark sind. Da ist Auerbach auch immer mal wieder durchgebrochen und hat uns vor Probleme gestellt“, sagte Hendrik Faik zur 2. Halbzeit. Hingegen zog sein Gegenüber auf der Trainerbank dieses Resümee: „Die 2. Halbzeit war dann ähnlich. Da waren zwei, drei sehr schöne Angriffe dabei, wo wir das Tor nicht machen. Dann machen wir es und ich denke, dass das trotzdem irgendwie überfällig war.

Im Großen und Ganzen war es dann in der 2. Halbzeit ein Spiel auf ein Tor. Aber uns hat vielleicht am Ende etwas die Klarheit gefehlt, um es dann richtig auf unsere Seite zu ziehen.“

So warfen sich die Rudolstädter in alle Schüsse des Ex-Regionalligisten, hatten Glück beim Pfostenknaller des kaum zu stoppenden Alexander Guzlajevs (65.) und waren auch bei Freistößen auf der Hut. Gegen den präzisen Kopfball von Kaiser (76.), der vom eingewechselten Amer Kadric mustergültig bedient wurde, konnte auch Kunth nichts ausrichten (76.).

Im Gegenteil. Dieses 1:1 aktivierte den FC Einheit, noch mal „eine Schippe drauf zu legen“ und mit allem, was man hatte, zu verteidigen. Dabei musste Faik nach Verletzungen Starke und Zerrenner wechseln und mit Marwan Kpoton und Tim Rühling zwei Akteure bringen, die längst noch nicht bei 100 Prozent sind.

Aber die Thüringer überstanden auch die achtminütige Nachspielzeit. Zuvor waren fünf Minuten angezeigt, doch wegen diverser Spielunterbrechungen packte der Berliner Referee noch etwas drauf. Dann durfte die Einheit, die erneut von zahlreichen Angehörigen der Spieler unterstützt wurde, über den unverhofften Punkt jubeln.

Die Urteile der Trainer lauteten so: „„Für uns ist das Ergebnis sicher ein wenig enttäuschend. Denn wir haben das Spiel über weite Strecken dominiert.“ (Sven Köhler).

„Unser Kader war heute schmal und einige Spieler waren angeschlagen. Wir haben es trotzdem sehr, sehr ordentlich gemacht und sind froh, dass wir jetzt den Klassenerhalt eintüten konnten.“ (Henrik Faik).

Weiter geht es am Sonntag, dem 17. Mai, um 14 Uhr. Dann kommt der seit diesen Spieltag bereits feststehende Regionalliga-Aufsteiger, RSV Eintracht 1949, als haushoher Favorit zum letzten Heimspiel nach Rudolstadt.

Die Statistik:

VfB:

Birke, Birkner, Schneider, Brejcha, Graf (84. Spranger), Hache, Kaiser (84. Cermus), Guzlajevs, Bauer (56. Voigt), Weigel, Roscher (56. Kadric)

FC Einheit:

Kunth, Siegel (69. Barthel), Frackowiak, Schlegel, Ensenbach (84. Kponton), Starke (75. Rühling), Mohammadi, Krahnert, Smyla, Rupprecht, Zerrenner (69. Schneider)

Schiedsrichter: Johann Schwarz, Zuschauer: 240

Torfolge: 0:1 Manfred Starke (4.), 1:1 Tim Kaiser (76.)

Hartmut Gerlach

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