Letzter Standard brachte die Einheit um einen Punkt
Hogler Jähnisch hatte seine Mannschaft vor den Standards der Gastgeber gewarnt, nachdem der VfB Germania beim 3:3 im Vorjahr zwei Mal nach Eckbällen getroffen hatte. Auch diesmal senkte sich die letzte Kugel beim Eckstoß von Pascal Hackethal in der 89. Minute gefährlich in den Fünfmeterraum. Die Einheit-Deckung konnte nicht eingreifen und Marcel Kohn drückte das Spielgerät, das noch vom bis dato sehr gut Szymon Frackowiak abgefälscht wurde, so dass der Treffer als Eigentor gewertet wurde, aus kurzer Entfernung per Kopf über die Linie (89.). Rudolstadt versuchte noch einmal alles, sogar der hervorragende Torhüter Max Bresemann eilte mit nach vorn, aber Lukas Cichos, ein Ex-Jenaer, parierte auch den Schuss des eingewechselten Liam Floßmann (90.+4) aus 18 Metern.

Dabei begann die Partie, in der die beiden bis dahin fairsten Teams der Oberliga – Rudolstadt führt jetzt diese Tabelle an – jeweils drei Verwarnungen kassierten, ganz nach den Plänen der Germania. Denn nach einem „Foul“ von Sven Rupprecht, über den sich der FC-Coach sehr aufregte („Hier ist ‚Ruppi’ an der Außenlinie ein wenig mit dem Oberkörper dran. Wenn er mit dem angelegten Arm agiert und sich jemand hinschmeißt, auch noch den Strafstoß fordert und den kriegt, dann kann man über einen VAR diskutieren. Aber das ist einfach kein Elfmeter.“), zeigte der Unparteiische, der sich auch massive Kritik von den einheimischen Besuchern anhören musste, auf den Strafstoßkreis.


Hackethal verwandelte sicher vom Elfmeterpunkt (13.). Dieser Treffer gab Halberstadt Auftrieb und die recht vorsichtig agierenden Hausherren, die erst kurz vor der Mittellinie angriffen, kamen zu Möglichkeiten (22., 27.). Auch ein Abseitstor von Halberstadt, für das sich der Assistent sehr spät entschied, fand keine Anerkennung (33.). Kurz zuvor ließ der Unparteiische bei einer Aktion, die etwa der von Rupprecht an Paul Kühnhardt, die zum Elfer führte, ähnlich war, weiterspielen (31.). Es war eine der Entscheidungen, die Jähnisch hinterher so kommentierte: „E hat viele Situationen einmal in die eine und ein anderes Mal in eine andere Richtung hin entschieden. Das muss man einfach auch mal so sagen: Das kotzt einen einfach nur so an.“

Mit einem Schuss aus 18 Metern, den Fabian Zeidler am Ziel vorbei setzte (37.), endete eine 1. Halbzeit, in der der VfB sowohl mehr Spielanteile hatte als auch ein Plus an Chancen besaß.

Der zweite Abschnitt startete diesmal zugunsten der Thüringer. Nach einem Foul am immer wieder nach vorn spielenden Justin Smyla, zeigte der Referee auf den Strafstoßpunkt. Für Manuel Rost, den Trainer der Halberstädter, dessen Vertragsverlängerung vor dem Spiel bekannt gegeben wurde, war es eine gerechtfertigte Entscheidung. Spezialist Maximilian Schlegel, der wegen des Fehlens von Marco Riemer erneut Kapitän war, traf humorlos (50.).

Die Sachsen-Anhaltiner antworteten mit einem „Riesen“ (66.), der gerade noch zur Ecke geklärt werden konnte. Auch bei einem Kopfball von Emilio Stobbe (68.) war Bresemann auf dem Posten und lenkte das Leder über das Gestänge.

Die Gäste kämpften aufopferungsvoll und suchten immer wieder die Offensive. Doch die besseren Möglichkeiten hatte die Germania (74., 86.). Die Einheit machte durch einen Schuss von Paul Schneider auf sich aufmerksam (84.), kam aber mehrmals in gefährliche Tornähe.

So ging es in die fünfminütige Nachspielzeit, die der Schiedsrichter gut 15 Sekunden früher beendete. Die Meinungen der Trainer fielen so aus:

Manuel Rost: „Es war ein typisches und umkämpftes Spiel. Dann war es hinten heraus eine geschlossene Mannschaftsleistung mit dem großen Glauben, das Spiel ziehen zu können. Und wenn man unter dem Strich den Deckel drauf macht und ein Fazit zieht, dann haben wir aus dem Spiel heraus kein Tor erzielt. Das ist fast schon Wahnsinn. Ich denke aber, dass es am Ende trotzdem ein verdienter Sieg war, der auch in der Höhe in Ordnung ging.“

Im Gespräch mit Holger Jähnisch erfuhren wir seine Meinung zur Partie: „Das ist mega, mega ärgerlich. Wir machen uns nach dieser Ecke in der 89. eine sehr gute 2. Halbzeit kaputt. In der haben wir vieles richtig und auch Dinge besser gemacht als in den ersten 45 Minuten. Wir haben manches umgesetzt, nachdem wir versucht haben, Einfluss zu nehmen.

Ein Punkt wäre vom Spielverlauf und von der Präsentation beider Mannschaften absolut gerecht gewesen. Es ärgert mich maßlos, dass wir vom Schiedsrichter, aber auch von uns selbst um den Lohn gebracht wurden. Letzteres konnten wir beeinflussen.“

Am kommenden Samstag (15.11, 12 Uhr) testet unsere Erste bei den A-Junioren des FC Carl Zeiss Jena. Das nächste Heimspiel findet am Samstag, dem 22.11.25, ab 13.30 Uhr gegen den VfB Auerbach 06 statt.
Die Statistik
VfB Germania

Cichos, Hackethal, Stobbe, Rust, Ertmer, Zeidler, Hubert (61. Hujdurovic), Sandri, Kühnhardt (87. Conrad), Kohn
FC Einheit:
Bresemann, Frackowiak, Schlegel, Heß, Mohammadi (61. Ensenbach), Krahnert (90.+3 Floßmann), Smyla, Rupprecht, Rühling, Schneider, Zerrenner (72., Starke)
Schiedsrichter: Oskar Lämpel, Zuschauer: 281
Torfolge: 1:0 Pascal Hackethal (13./FE), 1:1 Maximilian Schlegel (50.(FE), 2.1 Szymon Frackowiak (89./ET).
Hartmut Gerlach