VFC Plauen – FC Einheit Rudolstadt 1:1 (0:0)

Kopfballdublette der Routiniers sorgte für den Ausgleich

Nach 67 Minuten lag das Leder im Kasten von Karl Pischon, Torhüter des VFC Plauen, so wie viele der 21 Neuen beim Gastgeber mit solider Ausbildung in einem Nachwuchsleistungszentrum oder mit Erfahrung ausgestattet, und sorgte dafür, dass die bis dahin durchaus euphorische Stimmung im weiten Vogtlandstadion fast auf Null sank. Nach einem gut getimten Flankenball des diesmal auf der rechten Abwehrseite aufgebotenen Sven Rupprecht köpfte Manfred Starke das Leder zu seinem Kapitän Marco Riemer und der platzierte es ebenfalls per Kopf in das Plauener Tor.

Dass seine beide Routiniers (Starke: 34 Jahre, Riemer: 37) den Löwenanteil am Treffer hatten, hob Holger Jähnisch zur Pressekonferenz ausdrücklich hervor und betonte: „Dass dadurch das Momentum auf unserer Seite ist und Energie frei wird, war gut. Wir haben in dieser Phase und danach nicht mehr so viel zugelassen.“

Dabei begann der Gastgeber wie die berühmte Feuerwehr. Schon nach acht Minuten hatte sich der Ex-Regionalligist drei Ecken erarbeitet und als ein wohl als Flanke gedachter Ball von Tim Limmer auf der Querstange landete (17.), hatten die Besucher im Vogtlandstadion, so sie VFC-Anhänger waren, schon den Torjubel auf den Lippen.

Es folgte ein Schuss von Matheus Beal, der aber keine Gefahr für das diesmal von Eric Kunth gehütete FC-Gehäuse darstellte (21.). Auch eine Gelegenheit nach 27 Minuten parierte Kunth stark. Bei einem der wenigen Gegenangriffe der Gäste traf Manfred Starke nur den Pfosten (34.).

Jetzt schien es, als ob Plauen so ein wenig das Tempo herausnahm und weniger zielstrebig operierte. So endete die 1. Halbzeit mit einem Schuss von Emilio Heß, der nur knapp am Aluminium vorbei zischte (45.). Dennoch sprach Sedat Gören, in Personalunion Trainer und Sportlicher Leiter beim Regionalligaabsteiger, von der besten 1. Halbzeit dieser Saison: „ Da waren viel Tempo und viele Ballstafetten drin, wo wir eigentlich eher in Führung gehen müssen.“

Nachdem mehr als 25 Minuten vergingen, ehe der durch eine Verletzung verhinderte Schiedsrichter-Assistent ersetzt werden konnte, begann der zweite Abschnitt mit viel Druck der Hausherren. Sie verpassten durch Valentin Sponer die Führung (48.), spielten danach aber bei einem, so Jähnisch, klassischen Konter, Tyron Profis frei, der unhaltbar einschoss (53.).

Doch irgendwie hatte dieser Treffer eine lähmende Wirkung auf die Vogtländer. „Was mich in der 2. Halbzeit enttäuscht hat, ist, dass wir nach dem 1:0 gar nicht mehr weitergespielt haben. Wir haben das Tempo rausgenommen und zwei Schritte weniger gemacht. Wir haben die Zweikämpfe nicht mehr angenommen und die Kontrolle gerade auf der Sechser – und den beiden Achterpositionen verloren“, kritisierte Gören seine Elf hinterher.

So kam die Einheit deutlich besser in die Partie und erzielte den schon beschriebenen Ausgleich. Fast wäre Robin Ensenbach das 2:1 gelungen, aber er scheiterte, nachdem er sich gut durchgesetzt hatte, freistehend am gegnerischen Keeper (75.).

Auch Riemer hatte bei seinem Schuss wenig später (78.) kein Glück. Dann musste Rudolstadt noch einmal acht Minuten lang zittern, denn das war die Dauer der Nachspielzeit. Aber man verteidigte sehr gut und hatte durch Riemer sogar noch eine verheißungsvolle Möglichkeit (95.+5).

Am Ende stand der vom Gast erhoffte Punkt beim Favoriten. Den sahen die Trainer so: „Wir haben, wie das mein Kollege gesagt hat, einen Riesenaufwand betrieben, aber der Ertrag war einfach zu wenig. Am Ende haben wir noch mal Druck gemacht und Rudolstadt hat noch mal verteidigt. Wir hätten heute die Tabellenspitze ergreifen können, weil die anderen, das war mir klar, sich noch mal gegenseitig die Punkte wegnehmen. Der Anspruch vom VFC Plauen ist, sofort wieder aufzusteigen. Das ist mir bewusst und mir ist auch bewusst, dass hier Druck ist.“ (Sedat Gören).

„Es ist für uns natürlich phantastisch hier in Plauen zu spielen. Das Stadion und die Zuschauer sind Bedingungen, die motivieren. Aber ich habe vor dem Spiel gesagt und das haben wir schon oft in Plauen erlebt, so ein Spiel muss sich entwickeln. Man muss immer dran bleiben und immer dran glauben. Wir haben auch die Qualität über die Standards oder über unsere Außen für Torgefahr zu sorgen. Wir haben nach dem 1:1 und danach nicht mehr so viel zugelassen. Aber muss man auch ganz klar sagen, dass wir bei zwei, drei Aktionen mit etwas Glück, Verstand und mehr Übersicht auch das 2:1 hätten machen können. Am Ende fragt dann niemand, ob das verdient ist und wie die Spielanteile waren. (Holger Jähnisch).“

Nächster Gegner ist am 3. Oktober, 14 Uhr, dem „Tag der deutschen Einheit“, der einzige weitere Thüringenligist, der 1. SC 1911 Heiligenstadt.

Die Statistik

VFC Plauen

Pischon, Haake (86. Habermann9; Tanriver; Limmer, Martynets (75. Kämpfer), Sponer, Eren (60. Winter), de Moura, Schubert (86. Greenham), Profis, Hussain (60. Eichle)

FC Einheit:

Kunth, Frackowiak, Schlegel, Heß, Ensenbach (90. Häußer), Starke (70. Fadavi), Riemer, Krahnert, Smyla, Rupprecht, Schneider

Schiedsrichter: Ahmad Chahrour, Zuschauer: 705

Torfolge: 1:0 Tyron Profis (53.), 1:1 Marco Riemer (67.)

Hartmut Gerlach

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