Das Hobby des Neugangs vom FC Rot-Weiß Erfurt, Marwan Kponton, ist ungewöhnlich. Denn wenn es seine Zeit erlaubt, dann spielt er auf diversen Musikinstrumenten. Bis zum 12. Lebensjahr, da musste er nach dem Wechsel zu RB Leipzig die Musikschule aufgeben, war es die Geige, nun sitzt er häufig am Klavier. „Mir liegt das Musikalische“ sagt er.

Der Sohn von Einwanderern aus Kamerun, die seit 2.000 in Deutschland leben, wurde vor 19 Jahren in Erfurt geboren. Er ist in der Landeshauptstadt längst heimisch geworden. Dazu haben sicher auch die Eltern des Einzelkindes beigetragen. Der Vater arbeitet als Wirtschaftsingenieur in einer Ilmenauer Firma und ist hier Abteilungsleiter. Seine Mutter wirkt beruflich als Hotelfachfrau. Der Vater motiviere ihn und sei bei nahezu allen Spielen seines Sohnes mit dabei, erklärt Marwan.

Mit dem Fußball hat Kponton – das „K“ spricht man nicht, bekomme ich als Nachhilfeunterricht – recht früh begonnen. So war es kaum verwunderlich, dass ihn die Späher von RB bei einem Stützpunkttraining entdeckten. Da war er Spieler von Lok Erfurt, wobei er schon mit drei Jahren bei Erfurt Nord begonnen hat.
2018 wechselte er zum großen Club in der Messestadt und blieb hier bis 23/24. Dass er es nicht bis ganz nach oben geschafft hat, erklärt der Neue im Einheit-Team mit Transfers der Leipziger, die ihm quasi vor die Nase gesetzt wurden.

So ging er im Herbst 2024 in die U19-Bundesliga ins Nachwuchsleistungszentrum des FC Rot-Weiß Erfurt. Von den zwölf Monaten hat er sechs am Training der Ersten teilgenommen. Dabei kam er auch zu zwei Einsätzen n der 1. Mannschaft.
Im Nachwuchs war er schon ein Führungsspieler und hat jede Partie absolviert. Doch er wollte sich verändern und stand kurz vor einem Engagement bei Ohratal. Aber der Kontakt zu Co-Trainer Hendrik Faik und auch ein Zeitungsartikel stimmten ihn um. „Es hat mir in Rudolstadt von Anfang an viel Spaß gemacht, auch, weil mich die Mannschaft sehr gut aufgenommen hat“, sagt Marwan uns.
Natürlich darf auch die Frage nach den Stärken von Marwan Kpoton nicht fehlen. Darauf antwortet er so: „Für mein Alter bin ich schon ein reifer Spieler. Ich bin dynamisch im Dribbling und strebe oft den Weg zum Tor an. Technisch befinde ich mich auf einem guten Niveau und zeichne mich durch meinen Abschluss aus. Meine Geschwindigkeit passt, obwohl ich sie bisher noch nicht so gut einsetzen konnte.“

Im Unterschied zur U19 fällt Marwan schon die stärkere Körperlichkeit im Männerfußball auf. Aber er habe nicht so große Anlaufschwierigkeiten gehabt und es mache ihm mehr Spaß, bei den Männern zu spielen.
In seiner Freizeit setzt sich der junge Mann, der sein Abitur in der Tasche hat und einmal Sportmanagement oder auch etwas mit Finanzen studieren möchte, gern ans Klavier, hört viel Musik, spielt mit Freuden Basketball oder Padel und genießt die Zeit mit seiner Familie und mit Freunden.
Nun hofft man bei der Einheit, dass Marwan Kponton noch einige Zeit im Oberligaverein von Einheit Rudolstadt bleibt.
Hartmut Gerlach