12.03.2017  18:19 Uhr  Alter: 164 Tage
Von: Hartmut Gerlach

FC Einheit Rudolstadt - BSG Wismut Gera 1:2 (0:1)

Unglückliche Niederlage durch eigene Fehler begünstigt

Nach einem sehr intensiven Spiel mit sechs Verwarnungen und einer Ampelkarte für Rudolstadts Benjamin Bahner waren sich Carsten Hänsel, der Trainer von Wismut Gera, und Holger Jähnisch, der Coach des FC Einheit, in der Spielanalyse einig. Der Sieg der Gäste sei ein glücklicher gewesen, so der Tenor. Hänsel sah sogar ein überragendes Thüringenderby, das ein Sonntagsschuss entschieden habe. Doch beide Tore für die Wismut wurden durch die ansonsten immer stabile Innendeckung der Hausherren unfreiwillig vorbereitet.

So schon nach vier Minuten, als Lukas Derbich im eigenen Strafraum das Leder verlor und Florian Schubert freie Bahn hatte. Sein Schrägschuss war für Max Bresemann nicht zu parieren. Es war die zweite torgefährliche Aktion der Geraer, die kurz zuvor durch Dennis Blaser mit einem Aufsetzer, den der FC-Keeper zur Ecke abwehrte, für Gefahr sorgtn.

Der frühe Rückstand sorgte beim Gastgeber jedoch nicht für eine Schockstarre. Die Rudolstädter spielten nach vorn und hätten bereits in der Anfangsphase das 0:1 egalisieren können. Aber ein Heber von Marco Riemer (6.), ein weiterer Direktschuss des Mittelfeldspielers (10.) und auch die zwei nachfolgenden Möglichkeiten für Riemer (10.) und Bahner (11.), bei denen jeweils ein Geraer für den bereits geschlagenen Alexander Just auf der Linie rettete, brachten nichts Zählbares. Auch in der Folge entwickelte sich die Partie so, wie von Jähnisch zuvor erwartet: „Wir wussten, dass wir, auch aufgrund der Ausfälle bei der BSG, wohl das Spiel würden machen müssen“, sagte er. Und das war auch so, wobei Gera mit Nadelstichen versuchte, die Platzelf zu ärgern. So beim Direktschuss von Blaser (30.) und beim Kopfball desselben Spielers nach einem Eckball (41.). Davor und dazwischen lagen allerdings Chancen von Riemer (24.) und zwei Mal Bahner (30., 34.).

Sieben Minuten nach Wiederbeginn wurde die Einheit für ihren Angriffselan belohnt. Arne Reetz steckte auf Bahner durch und der traf aus 16 Metern in den Winkel. Nun wollten die Gastgeber noch mehr. Sie behielten weiter die Oberhand, wobei sich die Zahl der Torgelegenheiten zunächst jedoch in überschaubarem Rahmen hielt. Einzig Marco Pusch sorgte mit seinem Schuss, der den Just-Kasten verfehlte, für Unruhe bei den mit zahlreichen Fans angereisten Ostthüringern (59.). Wenig später war Rudolstadt im Glück, als die nicht geordnete FC-Deckung Balser zum Schuss kommen ließ. Doch der Pfosten hielt seinen Schuss auf (62.).

Danach zog der FC Einheit noch einmal an. Zunächst scheiterte Derbich am glänzenden reagierenden Just (69.), Nur 180 Sekunden später fand Riemer mit seinem Flugkopfball im Geraer Schlussmann erneut seinen Meister. Wenig später dann eine Szene, die Holger Jähnisch noch zur Pressekonferenz erzürnte. Bahner, bereits verwarnt, sah für ein Foul die Gelbe Karte (77.). Kurz zuvor beließ es der Leipziger Referee für den bereits verwarnten und erneuten foulenden Pedro Belini bei einer Ermahnung. „Leider wurden von Geraer Seite in einem ruppigen und zerpflückten Spiel permanent Karten gefordert, was aber vom Unparteiischen immer ignoriert wurde. Für mich hat der Schiedsrichter damit nur 20 Prozent seiner Aufgaben erfüllt“, so ein ziemlich „angefressener“ FC-Trainer.

Jähnisch wollte die Niederlage jedoch nicht an der Leistung des Referees festmachen. Seine Mannschaft habe selbst „Abwehrböcke“ geschossen. Denn nach einem Fehlpass von Christoph Grabinski, der damit ausgerechnet an seinem 27. Geburtstag zur tragischen Figur wurde, wobei das Zuspiel von Derbich auf ihn auch nicht optimal war, kam das Leder schließlich zum eingewechselten Raphael Börner, der die Kugel aus halbrechter Position in die Maschen hämmerte (88.). Damit war die zweite Heimniederlage für die Einheit, die mit Rang vier immer noch einen Toplatz innehat, perfekt.

FC Einheit Rudolstadt:

Bresemann, Seturidze, Grabinski, Derbich, Güttich, Röppnack, Riemer, Reetz (68. Temel), Pusch (64. Khvasta), Schneider, Bahner

BSG Wismut Gera:

Just, Cvitkovic, Schubert, Gehrmann (66. Börner), Weis, Raßmann, Roy, Puhan, Blaser (90.+5 Dambrowski), Luck, Beline (78. Dräger)

Schiedsrichter: Daniel Kresin (Leipzig), Zuschauer: 211

Torfolge: 0:1 Schubert (4.), 1:1 Bahner (52.), 1:2 Börner (88.

Fotos: Grit Fleischer