14.05.2017  16:50 Uhr  Alter: 134 Tage
Von: Hartmut Gerlach

VfB Halberstadt - FC Einheit Rudolstadt 3:0 (1:0)

Niederlage für personell gebeutelte Rudolstädter fiel zu hoch aus

Als sich die Oberligamannschaft vom FC Einheit am Sonntagmorgen auf die über 200 Kilometer lange Strecke zum vorletzten Auswärtsspiel begab, da blieben doch einige Plätze frei. Denn neben den bekannten Langzeitverletzten erhielt Holger Jähnisch kurzfristig Absagen von Nitsch, Temel, Reetz (alle krank) und Sträßer (privat). So stellte sich die Mannschaft selbst auf und eigentlich war neben Tim Ackermann und Thomas Rothe nur Sven Rupprecht ein echter Auswechsler. Doch wie die Mannschaft den „Charaktertest“ (O-Ton H. Jähnisch) beim Tabellenzweiten, der immer noch mit der Wiederkehr in die Regionalliga liebäugelt, bestand, nötigt Hochachtung ab. Lob gab es auch von höchster Vereinsstele: „Die Jungens haben heute ihr Potenzial abgerufen“, urteilte Frank Krätzschmar.

Die Partie begann mit einer brenzligen Situation für den Gast, denn nach einer Flanke von links jagte Tino Schulze den Ball aus sechs Metern über den Balken (3.). „Wenn er die verwertet, wäre das Spiel sicher anders verlaufen“, ärgerte sich Halberstadts Trainer Andreas Petersen über die vergebene Großchance. Auch danach waren die Hausherren die spielbestimmende Mannschaft, aber zu solch Hochkarätern sollte sie im gesamten ersten Durchgang nicht kommen. Auch nicht bei den weiten Einwürfen von Schulze oder bei den Eckbällen, bei denen Halberstadt immer wieder den baumlangen Adli Lachheb suchte.

Rudolstadt verteidigte geschickt und versuchte, bei Kontern das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Das passierte jedoch in den ersten 45 Minuten nicht so oft, sodass auch Germania-Keeper Fabian Guderitz keine Heldentat vollbringen musste. Nach 32 Minuten dann dennoch das 1:0 für die Gastgeber. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld hatte Florian Beil auf links freie Bahn. Er umspielte Max Bresemann, schien aber schon abgedrängt. Doch er brachte die Kugel in die Mitte, wo Kay Michel den Ball ins leere Tor köpfte. Mehr geschah bis zum Pausensignal des Berliner Unparteiischen in beiden Torräumen nicht.

Die zweite Halbzeit startete so wie die erste – mit einer großen Chance für die Mannschaft von Andreas Petersen. Zunächst kratzte Bresemann einen Kopfball von Lachheb aus dem bedrohten Eck (46.).Auch die Möglichkeit von Philipp Blum entschärfte der FC-Keeper (48.). Doch dann war es plötzlich vorbei mit der Halberstädter „Herrlichkeit“. Der Flachschuss von Jakob Schneider (51.) war der Startschuss für eine überzeugende Leistung im zweiten Abschnitt.

Nun war die Einheit plötzlich die aktivere Mannschaft und man spürte bei jedem Gästeangriff die Angst des Aufstiegsaspiranten vor einem Gegentor, selbst wenn Petersen hinterher sagte, dass er nicht das Gefühl hatte, dass etwas anbrennen würde.  Doch Treffer für die Heidecksburgstädter waren durchaus möglich, aber die Aktionen von Schneider (52.) und Marco Riemer (53., 62.) fanden keinen erfolgreichen Abschluss. Die beste Gelegenheit hatte Philipp Röppnack nach 65 Minuten. Einer der zahlreichen schnellen Angriffe der Rudolstädter schloss der Einheit-Sechser mit einem Linksschuss ab, der das Guderitz-Gehäuse jedoch knapp verfehlte. Wenig später erneut eine sehr gute Chance zum Ausgleich, aber der Schuss von Riemer wird gehalten (71.). Jetzt hätte sich die Jähnisch-Elf ein Unentschieden längst verdient gehabt. Und als Michel gelb-rot sah, schaltete die Platzelf endgültig in den Defensivmodus um. Aus der kam sie aber in den letzten Minuten doch noch einmal. Offensichtlich zu sehr mit der eigenen Offensive beschäftigt, attackierte die FC-Hintermannschaft nicht energisch genug und gestattete dem VfB einen in der Höhe sicher etwas zu hoch ausgefallenen Sieg im letzten Heimspiel. „Unsere Zuspiele im Vorwärtsgang fehlte immer mal wieder die Genauigkeit. Leider hat unser jugendlicher Leichtsinn im Vorwärtstang zum ersten und dritten Tor für Halberstadt geführt“, resümierte der Einheit-Trainer. Der musste mit ansehen, wie der eingewechselte Sven Rupprecht nach einer Schneider-Flanke per Kopf nur das Torgestänge traf (90.+1). Den Treffer hätte sich die Einheit redlich verdient gehabt.

Andreas Petersen sprach von einem verdienten Arbeitssieg seiner Elf, die immerhin gegen den Tabellenvierten angetreten sei. „Die Mannschaft hat Geduld und Disziplin an den Tag gelegt und hart für den Sieg gearbeitet, wobei heute Schönheit sicher nicht gefragt war. Es unter dem Strich eine enge Kiste“, lautete das Fazit des Germania-Coaches.

Die Statistik

FC Einheit:

Bresemann, Göller, Grabinski, Derbich, Güttich (76. Rupprecht), Seturidze, P. Schröter, Röppnack, Riemer, Pusch, Schneider

VfB Germania:

Guderitz, Blume, Eggert, Oschmann (59. Baloki), Hübner (70. Schlegel), Michel, Lachheb, Messing, Beil, Schulze (24. Twardzik), Boltze,

Schiedsrichter: Christoph Beblik (Berlin), Zuschauer: 384

Torfolge: 1:0 Michel (32.), 2:0 Beil (88.), 3:0 Schlegel (89.)

 Fotos: Achim Freund