15.04.2018  19:23 Uhr  Alter: 91 Tage
Von: Hartmut Gerlach

VFC Plauen - FC Einheit Rudolstadt 1:1 (1:0)

Rudolstädter bleiben die Mannschaft der Stunde in der Oberliga

Die Rudolstädter bleiben in der Oberliga die Mannschaft der Stunde. Denn auch im siebten Spiel in Folge wurde bei fünf Siegen und zwei Remis nicht verloren. Wismut Gera, am kommenden Sonntag (22.04.) nach sieben langen Wochen wieder einmal ein Heimgegner, kann auf fünf Spiele ohne Niederlage blicken. Und das, obwohl der Kader der Rudolstädter nach wie vor sehr klein ist, wobei Arne Reetz und George Seturidze sowie Markus Güttich immer noch fehlen.

Bemerkenswert: Es war die vierte Auswärtsbegegnung für die Grün-Gelben, die diesmal in Grau antraten, hintereinander, wobei fünf der sieben Partien auf fremdem Terrain ausgetragen wurden. Doch diesmal musste die Einheit lange warten, ehe Benjamin Bahner in eine flache Eingabe von Raul Amaro grätschte und einnetzte (88.). Fast wäre den Gästen sogar noch der Sieg gelungen, aber Amaro traf nur den Pfosten und Marco Riemer setzte den Nachschuss über den Balken (89.) Zuvor hatte Jakob Schneider einen an Marco Riemer verwirkten Elfmeter in die Plauener Wolken gejagt (58.)„Aber es wäre vielleicht des Guten zuviel gewesen“, befand FC-Coach Holger Jähnisch mit dem Blick auf die erste Halbzeit nach einem verbissen, aber nicht unfair geführten Spiel. Und das, obwohl der konsequente Referee aus Sachsen-Anhalt jeweils einen Akteur jeder Mannschaft (38.-RU; 58. - PL) mit der Ampelkarte bedachte.

Zunächst hatten beide Mannschaften damit zu tun, sich an den äußerst holprigen Platz im Vogtlandstadion zu gewöhnen. Für Jähnisch eher eine Wiese, in dem auch dem Zufall Tür und Tor geöffnete war. Dementsprechend regierte auf beiden Seiten zu Beginn die Vorsicht, wobei die Akteure darauf hofften, dass die Torhüter bei Rückspielen Mühe haben würden, das Leder zu treffen. So blieben Torchancen in den ersten Minuten Mangelware. Ein Schuss von Alexandrs Guzlajevs (2,) und einer von Kevin Wülfert (9.) bedrohten das FC-Gehäuse nicht wirklich. Auch ein Kopfball von Bahner nach einer Flanke Philipp Röppnacks stellte keine echte Gefahr dar (10.). Doch wenige Sekunden später hätte Raul fast von einem Fehler des VFC-Keepers profitiert, als dieser daneben griff. Aber der technisch beschlagene, wohl auch etwas überraschte Rudolstädter bekam das Leder auf dem Terrain nicht unter Kontrolle.

So allmählich verfestigte sich jedoch den Eindruck, dass die Gastgeber mehr in die Partie investierten und auch die Zweikämpfe besser annahmen. Zwei, drei Mal konnte die Einheit-Deckung die gegnerischen Angreifer abseits stellen. Auf der Gegenseite wurde ein 25-Meter-Schuss von Bahner eine sichere Beute von Grötzsch (25.).

Dann belohnte sich Plauen für die engagiertere Spielweise mit dem 1:0. Sebastian Hauck steckte einen Ball durch die Mitte, Max Bresemann versuchte im Herauslaufen zu klären, aber Tim Wüstenhagen war schneller und netzte ein (26.). Wenig später pfiff der Unparteiische ab, als ein Bahner-Schuss am Gebälk landete (27), Im Gegenzug konnten die Rudolstädter gerade noch klären, als eine flache Eingabe von links Julian Doll erreichte (26.), der Ball jedoch zum Eckball abgewehrt wurde.

38 Minuten waren gespielt, da sah der bereits verwarnte Röppnack für sein zweites Foul im Spiel die Ampelkarte. Nun musste Holger Jähnisch die Abwehrkette umstellen, indem Lukas Schirrmeister auf die linke Seite rückte. Plauen, mit dem Vorsprung im Rücken und mit einem Mann mehr, blieb bis zur Pause die aktivere Elf und war bei der Möglichkeit von Wüstenhagen, gegen den Bresemann hervorragend im Herauslaufen klärte, dem zweiten Treffer nahe (38.), Zuvor hatte Knoll das Ziel mit einem Freistoß nur knapp verfehlt (31.) „Das war nichts von uns, keine Bissigkeit und kein vernünftiges Zweikampfverhalten“, zeigte sich Marco Riemer beim Kabinengang nach 45 Minuten im Namen seiner Teamgefährten selbstkritisch. Auch sein Trainer sah den Rückstand zu diesem Zeitpunkt als gerecht an.

Das hatte Riemer seine Kritik offensichtlich auch in der Halbzeit zum Ausdruck gebracht, denn mit Wiederbeginn war eine Einheit-Elf auf dem Feld, die nun all die Fehler des ersten Durchgangs vergessen machte. Jetzt war Rudolstadt präsent, nahm die Zweikämpfe an und spielte, hinten mit einer Dreierkette, mutig nach vorn. Dabei ging Riemer, der ebenso wie Schirrmeister, der wieder überall auf dem Platz zu finden war, mit gutem Beispiel voran. Der Schuss des Kapitäns nach 47 Minuten war so etwas wie das Signal für den gast. Der musste zwar 120 Sekunden darauf eine heikle Situation überstehen, bei der Mateusz Szymanski mit einer überragenden Rettungstat das möglich zweite Tor durch Guzlajevs verhinderte, aber die Partie spielte sich nun zumeist in der Hälfte der Vogtländer ab. Die sahen sich nach 58 Minuten ebenfalls dezimiert.

Wenig später war der Ausgleich möglich, aber Grötzsch kratzte den Flachschuss von Raul um dne Pfosten (55.). Auch nach dem vergebenen Elfmeter blieben die Thüringer im Angriffsmodus. Aber als Raul erneut im VFC-Schlussmann seinen Meister fand (83.), schien Plauen am Ziel seiner Wünsche zu sein. Doch mit dem Mut der Verzweiflung warf der FC Einheit alles nach vorn und belohte sich mit dem verdienten Ausgleich nach einer überelgen geführten zweiten Periode.

„Ich kann mit dem Punkt sehr gut leben, auch wenn ich hier so ein wenig Enttäuschung heraushöre. Immerhin hatten wir neben den gesperrten Spielern Schumann und Morosow auch noch Kameraj, Grossert, Lucenka und Fritzlar kurzfristig zu ersetzen. Deshalb bin ich mit der kämpferischen Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Wenn man einen Punkt gegen einen Gegner holt, der seit sechs Spielen ungeschlagen war, muss man sich nicht entschuldigen“, resümierte VFC-Trainer Daniel Rupf. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht begriffen, wie wir auf einem solchen Acker Fußball spielen muss. Da war einfach zu viel klein-klein im Spiel. Aber wir haben nach der Pause mit Herzblut, Moral und einem unheimlichen läuferischen Aufwand gespielt und uns den Punkt mehr als verdient“, lautete das Statement von Kollege Jähnisch.

Schon am Mittwoch (18.04.) geht es für die Einheit in der Oberliga weiter. Dann reist man zum VfL Halle 96 und bestreitet hier ab 18.30 Uhr das zwei Mal verschobene Nachholspiel.

Die Statistik

VFC Plauen:

Grötzsch, Bauer, Wülfert, Dolle (64. Fatajo, 77. Ketzel), Guzlajevs, Albustin, Knoll, Hauck, Varnhagen, Grandner (58. GRK)

FC Einheit:

Bresemann, Riemer, Szymanski, Derbich, Röppnack (38. GRK), Thönnessen, Schirrmeister, Raul Amaro, Schneider, Rupprecht, Bahner

Schiedsrichter: Magnus-Thomas Müller (Weißenfels), Zuschauer: 368

Torfolge: 1:0 Tim Wüstenhagen (26.), 1:1 Benjamin Bahner (88.)

Das sind die ersten zehn Fotos von Achim Freund. Noch mehr folgen bei den weiteren Beiträgen über das Spiel.