05.08.2018  10:39 Uhr  Alter: 17 Tage
Von: Hartmut Gerlach

Der ausführliche Spielbericht. FC Einheit Rudolstadt – VfL Halle 96 2:1 (1:1)

Erfolgreicher Start ins siebte Oberligajahr

Noch nicht einmal sechzig Sekunden waren gespielt, da hätte die erste Veränderung an der Ergebnisanzeige im Städtischen Stadion erfolgen können. Denn Raul Amaro lief, sehr gut in Szene gesetzt, auf den Kasten der Hallenser zu, verzog aber aus 15 Metern ganz knapp (1.). Kurz danach bediente Lukas Schirrmeister von rechts Sven Rupprecht, der aber aus der Drehung nicht traf (3.).

Der FC Einheit blieb am Drücker und man spürte, dass der Gastgeber bei drückender Hitze, die schon beim Zuschauen für Schweiß sorgte, auf ein frühes Tor aus war. Das fiel dann auch, als Patrik Schlegel, einer drei Zugänge in der Startformation, nach einem Eckstoß von Raul Amaro am langen Pfosten richtig stand und die Kugel direkt aus fünf Metern in die Maschen jagte (9.).

Auch nach dem Treffer ließen die Grün-Gelben nicht nach, kamen innerhalb von vier Minuten zu vier Ecken und besaßen beim Schuss von Robert Bismark (13.), den Christian Ignorek im VfL-Gehäuse um den Pfosten lenkte (13.), und beim Sololauf von Schirrmeister (16.) Chancen, das insgesamt sehr faire Spiel - der sächsische Unparteiische zeigte nur einmal gelb - frühzeitig zu entscheiden.

Dann zog Sven Rupprecht zwei Mal die Aufmerksamkeit auf sich. Zunächst beim Dribbling über links und einer Eingabe, die kein Rudolstädter erreichte (19.). Dann beim Zuspiel von Raul, bei dem sein Abschluss aus freier Lage jedoch ein Stück weit zu schwach war (23.).

Der Gast fand bis dahin nicht statt. Auch der von Chemie Leipzig gekommene Tommy Kind war bei der FC-Deckung in guten Händen und hatte im gesamten Spiel nicht eine Torchance. Erst beim Schuss von Philipp Motscha drohte der Box von Max Bresemann Gefahr (24.).

Dann erneut einer der sehr gut angelegten Angriffe der Einheimischen über Philipp Röppnack, an diesem Nachmittag wohl der beste Mann auf dem Platz, und Max Gehrmann. Aber die Nullsechser konnten gerade noch zum Eckstoß klären (28.). Wenig später aus dem Nichts heraus der Ausgleich. Johann Kowalewicz düpierte die Einheit-Hintermannschaft mit einem einfachen Trick, hatte freie Bahn und traf aus sechs Metern (33.). Dieses Tor schien die Platzherren doch etwas aus dem Rhythmus zu bringen, denn Bresemann musste bei einer Aktion des Halleschen Torschützen erstmals ernsthaft eingreifen (36.).

Aber die Mannschaft von Holger Jähnisch fing sich wieder und besaß bei zwei hochkarätigen Gelegenheiten des auffälligen Raul Amaro (36.) - hier hielt Ignorek stark - und Rupprecht (42.), der in dieser Situation nicht so richtig Druck hinter das Leder bekam, dicke Chancen, das Halbzeitresultat in die Höhe zu schrauben. „Halle hatte Glück, das sie nicht mit zwei, drei Gegentoren in die Pause gegangen sind“, befand der FC-Coach dann auch zu Recht.

Die ersten beiden Aktionen nach Wiederbeginn gehörten den Gästen durch Kowalewicz (46.) und Nils Morten Botz (47.). Sie zeigten, dass der VfL nun wohl etwas aktiver werden wollte. Doch zunächst hatte die Elf von Trainer Renè Behring Glück, dass Ignorek hielt, als Schlegel von Raul freigespielt wurde (50.). Im Gegenzug ein nicht ungefährlicher Hallenser Konter. Fast wäre ein Rettungsversuch eines VfL-Akteurs im eigenen Tor gelandet (52.).  

Dann zogen die Heidecksburgstädter erneut in Front. Raul sicherte klug den Ball, legte für Röppnack auf und der platzierte die Kugel aus 14 mit viel Übersicht ins linke untere Eck (51.).

Danach investierte Halle mehr in die Partie und Max Bresemann bekam reichlich Arbeit. Vier Mal hielt er dabei hervorragend (68., 80., 86., 90.+1). Aber auch die Einheit hatte in einer Schlussphase, die zum offenen Schlagabtausch geriet, noch einige komfortable Gelegenheiten. So hätten eingewechselte Junior Markus Baumann (72.), der gleichfalls in die Partie gekommen Arne Reetz (83.) sowie zwei Mal Rupprecht (88., 90.+3) für die Entscheidung sorgen können.

„Wir hatten in der 2. Halbzeit einige Chancen, aus denen wir ein zweites oder gar drittes Tor machen mussten,. Deshalb hat heute für mich die glücklichere Mannschaft gewonnen. Ein 2:2 oder 3:3 wäre gerecht gewesen. Ein Kompliment an meine Mannschaft für ihren aufopferungsvollen Kampf“, urteilte Renè Behring zur Pressekonferenz. Einheit-Trainer Jähnisch sah die Begegnung so: „Natürlich bin ich froh über den Auftaktdreier. Der macht das Training in der kommenden Woche leichter. Wir haben vor der Pause viel liegen gelassen. An diesem Tag ging angesichts der Temperaturen viel über Leidenschaft und Willen. In der 2. Halbzeit hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn auch der Gegner getroffen hätte. Am Ende glücklich, aber sicher nicht unverdient für uns.“

Statistik:

FC Einheit:

Bresemann, Schirrmeister, Riemer, Szymanski, Güttich, Röppnack, Bismark (90. Rühling), M. Gehrmann (61. Baumann), Raul Amaro, Schlegel (77. Reetz) Rupprecht

VfL Halle 96:

Ignorek, Englich, Schiller (59. Soueidan), Worbs, Shoshi, Motscha, Eder, Zimmer, Kowalewicz (82. Niesel), Bolz, Kind

Schiedsrichter. Benjamin Seidl (Langenbernsdorf), Zuschauer: 88

Torfolge: 1:0 Patrik Schlegel (9.), 1:1 Johann Kowalewicz (33.), 2:1 Philipp Röppnack (61.)

Fotos: Achim Freund