08.10.2018  08:17 Uhr  Alter: 66 Tage
Von: Hartmut Gerlach

Eine gute zweite Halbzeit reicht nicht

Die Meinung der Trainer nach dem Oberligaspiel FC Einheit - Wismut Gera (0:1)

So äußerten sich die Trainer nach dem Oberligaspiel FC Einheit - BSG Wismut (0:1) zur Pressekonferenz:

Frank Müller (BSG Wismut Gera):

„Wir sind natürlich überglücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben, denn wir waren heute schon in einer großen Drucksituation, wobei es Rudolstadt sicher ähnlich ging. Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Man hat nicht viele Torraumszenen gesehen und es gab viel Mittelfeldgeplänkel und zahlreiche hohe Bälle. Das war wohl auch nicht anders zu erwarten. In der zweiten Halbzeit hat uns Rudolstadt 20, 25 Minuten schon den Schneid abgekauft-. Der Gegner hatte einige Torraumszenen und mit sehr viel Wucht agiert. Da hatten wir ein Stück weit Probleme. Und dreht man so ein Spiel in der 90. Minute, worüber wir natürlich extrem glücklich sind. Zuvor müssen wir uns bei unserem Torhüter bedanken, der bei zwei Eins-zu-eins-Situationen hervorragend gehalten hat. Wir hatten drei, vier Wochen das Problem, dass wir sehr gut gespielt haben, auch in fußballerischer Hinsicht, was diesmal nicht der Fall war, und hatten sehr viele Torchancen, aber wir hatten nichts gewonnen. Heute geht es Rudolstadt so, was mir für meinen Trainerkollegen natürlich persönlich leid tut. Aber so ist halt Fußball. Wir fahren mit den drei Punkten nach Hause und freuen uns riesig, weil wir einfach auch mal durchpusten können. Dann konzentrieren wir uns auf das Spiel gegen Wacker Nordhausen.“

Holger Jähnisch (FC Einheit Rudolstadt):

„Glückwunsch an Gera für die die drei Punkte. Das ist natürlich bitter für uns. Die erste Halbzeit war von uns die schlechteste in dieser Saison und das Spiel war wohl das schwächste in den letzten Monaten. Es war für eine Oberligapartie von beiden Seiten zu wenig. So kann ich mir nicht vorstellen, in der Liga zu bleiben. Aber ich denke, es ist so ein wenig bezeichnend dafür, was gegenwärtig so im Rudolstädter Fußball passiert. Alles siecht so ein wenig dahin, weil alle denken, dass es so weiter geht. Da tun alle, Spieler, Trainer und Offizielle, zu wenig, um den Oberligafußball in Rudolstadt auch über die Saison hinaus zu sichern. Das muss jedem klar sein. Am Ende lernen wir nicht aus Fehlern. Wir machen auswärts Tore, wie zum Beispiel in Luckenwalde oder zuletzt in Eilenburg, die sehr gut herausgespielt waren. Aber wir bekommen Tore, die sind eigentlich unbeschreiblich. Wir lernen einfach nicht dazu, dass ein Spiel 90 Minuten dauert, man mit Konsequenz verteidigen muss und dass man sich bis zuletzt mit allem, was man hat, hineinwirft - und wenn es eine Faust ist. Wir haben es sowohl von der Emotionalität, der Entschlossenheit als auch der Herangehensweise nicht verdient, heute die drei Punkte mitzunehmen. Ich kann nur hoffen, dass wir aus Schmerzen lernen. Aber wenn eben Gera ein Tor macht, dann hat man den Sieg auch verdient. Und wir müssen uns um 180 Grad drehen, um wenigstens für einen Punkt gut zu sein. Da reicht eben eine fußballerisch gute zweite Halbzeit in der Oberliga nicht. Das muss man sich vor Augen halten, um die nächsten schweren Spiele mit Mut und Entschlossenheit anzugehen, aus Fehlern lernen, um im Idealfall mal wieder einen Sieg zu holen. Um nichts anderes geht es.“