09.10.2018  08:19 Uhr  Alter: 11 Tage
Von: Hartmut Gerlach

Laufwunder will noch mehr zum Abschluss kommen

Vorgestellt: Lukas Schirrmeister, seit Juli 2017 beim FC Einheit

Wenn man wie im Profibereich auch in der Oberliga die Strecken eines Fußballers während eines Spiels messen würde, dann wäre Lukas Schirrmeister sicher ganz vorn mit dabei. Der 25-jährige gebürtige Chemnitzer ist in der 1. Mannschaft des FC Einheit das Laufwunder schlechthin. Pausenlos in Bewegung scheut der angehende Gymnasiallehrer für Sport und Geschichte keinen noch so weiten Weg. „Ich kann alles ohne Ball sehr gut“, sagt Schirrmeister schelmisch lächelnd und verweist auf die guten Gene väterlicherseits.

Das ist natürlich stark untertrieben, denn niemand spielt Oberliga, wenn er nicht auch mit dem runden Leder umgehen kann. Dass da während einer Begegnung immer auch ein paar „Stockis“, wie der Porträtierte den einen oder anderen Abspiel- oder Annahmefehler bezeichnet, dabei sind, passiert sicher auch den Fußballgrößen dieser Welt.

Begonnen hat Lukas mit dem Fußballspielen in seiner Geburtsstadt beim Chemnitzer FC. Hier kam er bis zur U19, um für die Saison 2012/13 zum Stadtrivalen Fortuna zu wechseln. Bei dem spielte er Oberliga und war auch dabei, als seine damalige Mannschaft am 16.09.13 seine jetzige im Städtischen Stadion mit 1:0 bezwang.

Dann begann er das Studium für das Lehramt an der Jenaer Universität und der erneute Wechsel, nicht ohne Querelen seitens des abgebenden Vereins, war 2015/16 fällig. Er schlug seine Zelte beim FC Carl Zeiss Jena II auf, wobei sich Trainer Lothar Kurbjuweit sehr um Lukas bemühte.

Jena hatte auch keine Probleme, als sich der U23- Führungsspieler, der auch Kapitän war, 2015/16 mit einem Aufenthalt in Kenia einen ersten Lebenstraum erfüllen wollte. Es zog ihn mit Freundin Anna-Lena, die Soziale Arbeit studierte, nach Kenia. Das Ziel von Lukas Schirrmeister: die kenianische Premier League.

Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, wenn wir näher auf das halbe Jahr in Afrika, das er am 18, August 2016 beendete, eingehen würden. Dazu verweisen wir auf den Artikel von Maximilan Schmeckel vom 11.08.16 „Lukas Schirrmeisters Kenia-Abenteuer: Irgendwo in Afrika“, den man unbedingt lesen sollte, um den heute in Jena Wohnenden noch ein Stück weit besser zu verstehen. Das ist der Link dazu:

http://www.goal.com/de/news/3642/hintergrund/2016/08/11/26320022/lukas-schirrmeisters-kenia-abenteuer-irgendwo-in-afrika.

So viel steht fest, obwohl die Familie nun mit Töchterchen Malia (ein Jahr und ein Monat) - ein Name, der Anna-Lena und Lukas in Kenia gut gefiel - ein stück weit gewachsen ist, wird es, das machte Lukas deutlich, wohl nicht die letzte Reise in die Ferne bleiben. In seiner neuen Mannschaft hat er da ja durchaus Teamgefährten, die es immer mal wieder ins Ausland zieht.

Über seine Freunde Arne Reetz. Jakob Schneider und Philipp Röppnack wurde er auch auf den Fußballverein unterhalb der Heidecksburg aufmerksam. Doch sie brauchten viel Überredungskunst, um ihn im Sommer 2017 schließlich nach Rudolstadt zu locken. Doch den Schritt hat er nicht bereut. Lukas Schirrmeister fühlt sich sehr wohl beim FC Einheit. Ihm gefällt die familiäre Atmosphäre. In der Mannschaft würde er am liebsten eine Rolle im vorgeschobenen Mittelfeld ausfüllen. „Aber grundsätzlich ist es mir egal, wo ich eingesetzt werde“, schiebt er gleich nach. Gern würde er auch mehr Tore erzielen. „Ich muss halt mehr zum Abschluss kommen“, weiß er eine Lösung.

Natürlich bleibt Lukas mit Familie, nun dem Umzug und dem aufwendigen Oberligafußball nicht so sehr viel Zeit für andere Dinge. Wenn er die hat, dann schaut er sich als politisch interessierter Mensch gern Talk-Shows hat, liebt Theaterbesuche und „guckt auch mal in die Röhre“, wenn auf der ARD ein historischer Mehrteiler wie „Babylon Berlin“ läuft.